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Reisewarnung: Was Türkei-Urlauber wissen müssen | BR24

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Viele türkisch-stämmige Deutsche würden gerne in den Sommerferien ihre Verwandten in der Türkei besuchen. Doch für das Land gilt eine Reisewarnung. Wer trotzdem die Türkei bereist, muss anschließend zwei Wochen in Quarantäne.

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Reisewarnung: Was Türkei-Urlauber wissen müssen

In Franken leben viele türkisch-stämmige Deutsche. Viele von ihnen würden gerne in den Sommerferien ihre Verwandten in der Türkei besuchen. Doch dafür gilt bis Ende August eine Reisewarnung. Wer trotzdem das Land bereist, muss mit Folgen rechnen.

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Die Türkei ist im Sommer ein beliebtes Urlaubsland der Deutschen. Bürger mit türkischen Wurzeln nutzen die Sommerferien gerne für einen längeren Familienbesuch. Das alles ist bisher nicht möglich. Die Bundesregierung hat wegen der Corona-Pandemie noch bis zum 31. August eine Reisewarnung für die Türkei verhängt. Vor allem bei Deutschen mit türkischen Wurzeln stößt das auf Unverständnis. Obwohl die Türkei offiziell weniger Corona-Infektionen zählt als europäische Urlaubsländer, wurden die Reisebeschränkungen innerhalb von Europa aufgehoben – für die Türkei aber nicht. Diese Regelung wird im In- und Ausland heftig diskutiert.

Kein Urlaub, keine Besuche

Der Nürnberger Reisekaufmann Olgun Demir hat täglich mit enttäuschten Reisewilligen zu tun. "Rund eine Million Urlauber, die die Türkei im Zeitraum vom 1. Juli bis 31. August besuchen wollten, stehen vor den Scherben ihres Urlaubstraums," berichtet er dem Bayerischen Rundfunk. Besonders bitter ist das für die türkisch-stämmige Deutschen. Für sie ist der Sommerurlaub in die Türkei nicht nur Urlaub, sondern vor allem auch ein Besuch der Heimat und der Familie. Viele von ihnen reisen traditionell jedes Jahr im August für längere Zeit in die Türkei.

Hygiene-Regeln in der Türkei

Im Grunde gibt es keine Hindernisse, um in die Türkei einzureisen. Reisende sollten wissen, dass es im Land strenge Hygieneauflagen gibt. An den Flughäfen und in Hotels stehen Wärmebildkameras, um mögliche Fiebererkrankungen feststellen zu können. Für Menschen über 65 Jahre gilt eine Ausgangssperre von 20.00 Uhr bis 10.00 Uhr. Mund und Nase müssen auf Marktplätzen, in Supermärkten und in öffentlichen Verkehrsmitteln bedeckt sein. Generell sollte ein Abstand von drei Schritten zwischen Personen eingehalten werden. Das Reisen zwischen den Provinzen ist seit ersten Juni wieder möglich.

Infektion mit Folgen

Reisekaufmann Olgun Demir muss über die Folgen aufklären, wenn Reisewillige auf ihren Urlaub in der Türkei trotz Reisewarnung nicht verzichten möchten. Zum einen wird die Bundesregierung dort gestrandete Urlauber nicht zurückholen, falls die Infektionszahlen in der Türkei steigen und es dort zu einem Lockdown kommt. Steckt sich ein Reisender in der Türkei außerdem mit Covid-19 an und ist länger krank, riskiert er seinen Arbeitsplatz. Der Arbeitgeber kann die Ansteckung in so einem Fall als grobe Fahrlässigkeit werten und die Kündigung aussprechen.

Rückkehr mit Folgen

Probleme kommen für Urlauber, aufgrund der von der Bundesregierung ausgegebenen Reisewarnung für das Land, bei der Wiedereinreise nach Deutschland auf. Bis Ende vergangener Woche mussten die Rückkehrer auf jeden Fall 14 Tage in häusliche Quarantäne. Mittlerweile gibt es noch eine weitere Option. Wer in der Türkei auf eigene Kosten einen Covid-19 Test macht, das Testergebnis negativ ist, darf nach Deutschland einreisen. Das Testergebnis ist bei Einreise vorzulegen, allerdings darf dies nicht älter als 48 Stunden sein.

Achtung bei Reisen in die Türkei

Ankommende Urlauber aus anderen Ländern werden am Flughafen mit einer Wärmebildkamera getestet. Wird eine erhöhte Temperatur oder sogar Fieber festgestellt, müssen sich die Touristen ärztlich untersuchen und einen Covid-19 Test machen lassen. Stellt sich eine Infektion mit dem Corona-Virus heraus, kommen die Reisenden in eine Quarantäne und werden ärztlich betreut. Olgun Demir ist jedenfalls zuversichtlich. „Man merkt schon, dass die Beschränkungen in den vergangenen Tagen mehr und mehr aufgeweicht werden. Es gibt da einen Lichtstreifen am Horizont,“ freut sich der Reisekaufmann aus Nürnberg.

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