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Föhn-Wetter macht Skigebieten um München massive Probleme | BR24

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Der Saisonauftakt war kurz: Nach nur einem Wochenende stehen die Lifte in den Skigebieten rund um München wieder still. Schuld ist der warme Föhnwind. So geht es jetzt kurz vor Weihnachten weiter.

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Föhn-Wetter macht Skigebieten um München massive Probleme

Der Saisonauftakt war kurz: Nach nur einem Wochenende stehen die Lifte in den Skigebieten rund um München wieder still. Schuld ist der warme Föhnwind. Die Betreiber hoffen umso mehr auf Kälte und Schnee. Immerhin: Die Temperaturen sinken bald.

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Der massive Föhn gefährdet den Betrieb in den Skigebieten im Oberland. Der Saisonstart bei den Skigebieten Tegernsee-Spitzingsee, Sudelfeld und Brauneck fand so spät statt wie seit Jahren nicht mehr.

Leere Pisten darben in der Dezembersonne

Ähnlich ist die Lage im Skiparadies Sudelfeld. "Je mehr wir den Schnee rumschieben, desto weniger wird er", erklärt Bergbahn-Geschäftsführer Egid Stadler. Also darben die leeren Pisten in der Dezembersonne, während sie der warme Föhnwind immer weiter anknabbert. Kein schöner Anblick sei das so kurz vor den Weihnachtsferien, räumt Stadler ein. Damit er sich das Elend nicht mehr anschauen muss, bleibe er lieber im Büro, meint der Skigebietschef und ringt sich ein Lachen ab.

Glaubt man den Wetteraufzeichnungen, ist Wärmeeinbruch kurz vor den Festtagen nichts außergewöhnliches. Die Rede ist dann vom sogenannten Weihnachtstauwetter. Heuer passt dieses Wort allerdings nicht so recht. Denn es gibt nicht wirklich viel, was tauen könnte - zumindest so gut wie keinen Naturschnee. Zum Glück habe man vier Tage beschneien können, sagt Egid Stadler. So war immerhin der Saisonauftakt am vergangenen Wochenende mit drei Tagen Vollbetrieb gerettet.

Mittelfristig kann nur Kälte die Skisaison retten

Dass die Lifte am Sudelfeld seit Montag wieder stillstehen (mit Ausnahme der kleinen Schlepper Hotel- und Wedelllift sowie des Kinderlands), liegt in erster Linie am Föhnsturm. Das habe immerhin den positiven Nebeneffekt, dass der Schnee besser konserviert werde, erklärt Stadler. Nicht zuletzt deshalb ist er zuversichtlich, pünktlich zum ersten Ferienwochenende alle wichtigen Pisten öffnen zu können.

Mittelfristig kann die Skisaison aber nur eines retten: Kälte, im Idealfall in Kombination mit Neuschnee. Im Notfall würde auch genug Wasser für die Beschneiung parat stehen, betont Stadler. Der ziemlich leer wirkende Speicherteich erwecke dabei einen falschen Eindruck: Da die Bäche durch das Schmelzwasser gut gefüllt seien, könne man das Reservoir mit Pumpen wieder auffüllen.

Wetterlage nicht ganz ungewöhnlich

Auch ein paar Gipfel weiter hofft man sehnsüchtig auf Winterwetter. Bis Freitag bleiben die Lifte im Skigebiet Spitzingsee-Tegernsee ausgeschaltet, berichtet Alpen Plus-Sprecher Peter Lorenz. Am vergangenen Wochenende seien immerhin Stümpfling- und Rosskopfbahn gefahren, die Suttenbahn allerdings nur als Zubringer und ohne Abfahrtsmöglichkeit. Zumindest die Stümpflingpiste habe die Föhnlage dank Kunstschnee bislang recht gut überstanden. "Ein Depot ist noch gut gefüllt", sagt Lorenz. Daher ist auch er vorsichtig optimistisch, was das Skivergnügen in den Ferien angeht.

Ganz so außergewöhnlich sei die aktuelle Wetterlage übrigens nicht. So erinnert sich der Skigebietssprecher etwa, wie er vor rund 50 Jahren als Skilehrer mit der Sense die Grasbüschel von der Piste gemäht hat, damit die Kinder wenigstens ein bisschen herumrutschen konnten. Dennoch hat Lorenz heuer vor allem einen Weihnachtswunsch: Neuschnee.

Der könnte ab dem Wochenende kommen. Auch wenn die prognostizierten Mengen aktuell überschaubar sind: "Vor drei Wochen waren auch nur neun Zentimeter angesagt, dann haben wir 40 bekommen", sagt Lorenz. Den Muskelkater vom vielen Schaufeln würde er gern in Kauf nehmen. Aktuell nämlich tut dem Alpenplus-Chef eher der Nacken weh: vom sehnsüchtigen Blick gen Himmel.

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Wer über Weihnachten Ski fahren will, muss hoch hinaus. Weiter unten herrscht fast überall in Bayern Schneemangel, der nicht einmal mehr durch künstliche Beschneiung wettgemacht werden kann. Die Wintersportgebiete gehen damit unterschiedlich um.