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Flutpolder in Schwaben: Gegner und Befürworter unzufrieden | BR24

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© BR/Jenny Schack

Im Koalitionsvertrag zwischen Freien Wählern und CSU gibt es Veränderungen bei den Flutpoldern entlang der Donau. Drei der Flutpolder werden gestrichen - einer in Schwaben. Befürworter und Gegner sind damit aber unzufrieden.

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Flutpolder in Schwaben: Gegner und Befürworter unzufrieden

Im Koalitionsvertrag zwischen Freien Wählern und CSU gibt es Veränderungen bei den Flutpoldern entlang der Donau. Drei der Flutpolder werden gestrichen – einer davon liegt teilweise in Schwaben. Befürworter und Gegner sind damit aber unzufrieden.

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In Leipheim wird sich am Abend wieder einmal der Widerstand gegen den dort geplanten Flutpolder formieren. Dann trifft sich die Interessenvertretung "Kein-Flutpolder-Leipheim", um den Kampf gegen den geplanten Flutpolder, also eine Fläche, die bei Hochwasser zur Entlastung geflutet werden kann, an der schwäbischen Donau voranzutreiben.

Flutpolder-Gegner für die AfD im Landtag

Gegründet wurde die Initiative gegen den Flutpolder unter anderem von Gerd Mannes. Er sitzt inzwischen für die AfD im Landtag und kritisiert die Koalitionsentscheidung, am Flutpolder in Leipheim festzuhalten. Er will nun prüfen, ob es auch technische und strategische Gründe für den Leipheimer Polder gibt, oder ob diese nur politisch sind.

Abschaffung von zwei Flutpoldern unverständlich

Auch bei der Veranstaltung der Poldergegner wird die Hauptfrage sein, warum der Flutpolder in Leipheim noch immer geplant ist. Insgesamt drei Flutpolder entlang der Donau wurden mit dem Koalitionsvertrag zwischen CSU und Freien Wählern nämlich gestrichen. Dies wird unter anderem mit einem hohen Grundwasserspiegel begründet – eine Argumentation, die viele Bürger in Leipheim nicht gelten lassen.

Leipheimer Bürgermeister will Gutachten abwarten

Auch der Leipheimer Bürgermeister, Christian Konrad, sieht diese Begründung mit Skepsis, denn auch Leipheim habe einen hohen Grundwasserspiegel. Konrad will allerdings erst einmal auf die ausstehenden Gutachten in Sachen Flutpolder warten. Die Entscheidung, ob der Polder kommt, liege ohnehin nicht in seiner Hand und auch die Planung liege beim Wasserwirtschaftsamt Donauwörth.

Auch der Günzburger CSU-Landtagsabgeordnete Alfred Sauter mahnte letzte Woche zur Ruhe und plädiert dafür, erst die Gutachten zu prüfen und auszuwerten. Danach hätte man ein klareres Bild, ob der Flutpolder weiter zur Diskussion steht oder doch komplett vom Tisch ist.

Polder-Gegner fürchten großen Eingriff in die Natur

In Leipheim haben die Flutpolder-Gegner in den vergangenen Jahren diskutiert, demonstriert und mehr als 12.000 Unterschriften gesammelt, die dem Landtag übergeben werden. Sie halten den geplanten Polder für einen zu großen Eingriff in die Natur, etwa in den Auwald an der Donau. Außerdem haben sie Bedenken, dass das Wasser aus einem gefluteten Polder zu schnell versickern und dann von unten gegen die Keller der angrenzenden Häuser drücken könnte.

Dillinger Landrat kritisiert Abschaffung der Flutpolder

Auch der Dillinger Landrat Leo Schrell (Freie Wähler) sieht die Streichung der Polder kritisch. Er hat vom bayerischen Umweltministerium eine fachliche Begründung angefordert, warum die Flutpolder in Bertoldsheim, Eltheim und Wörthhof gestrichen wurden.

Schrell sieht es als gemeinsame Verantwortung des Ministeriums, der Fachbehörden und der örtlichen Kommunalpolitik, alles daran zu setzen, dass die Bevölkerung auf einen effektiven Hochwasserschutz vertrauen könne. Die verschiedenen Maßnahmen zum Hochwasserschutz müssten erst geprüft und umgesetzt werden. Erst danach lasse sich realistisch beurteilen, wie groß die gesteuerten Rückhalteräume bei extremem Hochwasser sein müssten.

© BR/Judith Zacher

Im Koalitionsvertrag gibt es Veränderungen bei den Flutpoldern entlang der Donau. Drei der Flutpolder werden gestrichen - einer davon teilweise in Schwaben. Befürworter und Gegner sind damit aber unzufrieden.