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Bildrechte: News5/Merzbach

Die Umstände, die zu dem Flugzeugabsturz im Landkreis Forchheim geführt hatten, konnten bisher nicht lückenlos aufgeklärt werden.

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Flugzeugabsturz bei Burg Feuerstein: Unfallbericht hat Lücken

Ein 64-jähriger Pilot war Mitte März beim Absturz eines Kleinflugzeuges in der Fränkischen Schweiz ums Leben gekommen. Auch knapp drei Monate später können Experten den Unfallhergang immer noch nicht komplett rekonstruieren.

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Von
  • Thorsten Gütling
  • BR24 Redaktion

Der Absturz des Kleinflugzeuges Mitte März nahe der Burg Feuerstein bei Ebermannstadt im Landkreis Forchheim wird vielleicht nie restlos aufgeklärt werden können. Wie aus einem Zwischenbericht der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung hervorgeht, verlor der 64 Jahre alte Pilot vermutlich in einem starken Schneeschauer die Kontrolle über sein Flugzeug, stürzte in den Außenbereich eines Kindergartens und verstarb noch an der Unfallstelle. Mangels Flugdatenschreiber bleiben die letzten fünf Minuten vor dem Unglück aber weiter unklar.

Burg Feuerstein: Wetter zwingt Pilot zu schnellem Rückflug

Dem Bericht zufolge war der Pilot am 16. März gegen 16.30 Uhr alleine vom Verkehrslandeplatz Burg Feuerstein zu einem Rundflug aufgebrochen. Aufzeichnungen des Flugweges zeigten, dass der 64-Jährige zunächst rund 100 Kilometer in Richtung Westen unterwegs war, kurz hinter Würzburg umdrehte und zurück zum Flugplatz flog. Gegen 17.30 Uhr erhielt der Pilot dem Bericht zufolge einen Hinweis des Flugleiters bei Burg Feuerstein, wonach aus Nordwesten ein starker Schauer heranziehe. Der Pilot habe daraufhin erklärt, sich beeilen zu wollen.

Flugzeug stürzt auf Gelände eines Kindergartens

Wenige Minuten später habe der Pilot übermittelt, dass er sich am Rande eines starken Schneeschauers befinde und kein Risiko eingehen wolle. Der Flugleiter habe auf Nachfrage des Piloten die schlechten Wetterbedingungen am Flugplatz bestätigt und die Chance einer ordentlichen Landung gering eingeschätzt. Die Sichtweite für den sich im Sichtflug befindenden Piloten habe demnach höchstens zwei Kilometer betragen. Der Pilot habe laut dem Zwischenbericht das Licht des Flugplatzes aber wohl bereits gesehen, als er sich, entgegen vorheriger Aussagen, notfalls einen anderen Flugplatz anzusteuern, zur Landung auf Burg Feuerstein entschloss. Fünf Minuten später sei das Flugzeug auf den Spielplatz des zu dieser Zeit geschlossenen Kindergartens gestürzt.

Flugzeug verschwindet von Radar

Ein weiterer Pilot, der den Weg des Flugzeugs auf dem Handy mitverfolgt hatte, sei in die Richtung der Absturzstelle gefahren, nachdem keine Bewegungen mehr auf dem Display und keine Motorengeräusche mehr zu vernehmen gewesen seien. Gemeinsam mit einem weiteren Helfer habe er das völlig zerstörte Wrack des Flugzeugs etwa 1,8 Kilometer vom Flugplatz entfernt aufgefunden.

Das Flugzeug sei weder mit einem Flugdatenschreiber noch mit einem Rekorder ausgestattet gewesen, der die Gespräche aus dem Cockpit aufzeichnet. Beide Geräte seien nicht erforderlich gewesen. Aussagen darüber, wie die Triebwerke und Landeklappen während des Absturzes eingestellt waren, seien aufgrund des hohen Zerstörungsgrades des Flugzeuges nicht möglich gewesen. Weil das Flugzeug beim Absturz mehrere hohe Bäume touchiert habe, seien beide Tragflächen vom Rumpf der Maschine abgetrennt worden, heißt es in dem Zwischenbericht. Auch wie viel Restkraftstoff an Bord war, habe nicht festgestellt werden können.

Erfahrener Pilot verfügte über mehr als 1.000 Flugstunden

Der 64-Jährige sei ein erfahrener Pilot gewesen, heißt es darüber hinaus. Seit mehr als 25 Jahren sei er im Besitz eines Flugscheins gewesen. Zeugen zufolge habe er über mehr als 1.000 Flugstunden verfügt. Fehlende Routine nach einer längeren Flugpause im Winter könne ausgeschlossen werden, so die Unfalluntersucher. In den 90 Tagen vor dem Absturz habe der Pilot 15 Flüge absolviert. Sein einmotoriges Flugzeug der Marke Cessna sei zuletzt Ende Februar auf seine Flugtüchtigkeit hin untersucht worden.

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