Arbeiter hängen gesichert an der Stromleitung und bringen die Flugwarnkugeln am neuen Ostbayernring an.
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Arbeiter bringen die Flugwarnkugeln am neuen Ostbayernring an.

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Flugwarnkugeln an neuem Ostbayernring angebracht

Am neuen Ostbayernring - der Trasse von Redwitz nach Schwandorf - wurden mit Hubschraubern bei Schmidgaden jetzt Flugwarnkugeln an die Freileitung angebracht. Damit soll die Leitung sichtbarer sein, denn in der Nähe befindet sich ein Flugplatz.

Über dieses Thema berichtet: Mittags in Niederbayern und Oberpfalz am .

Der Bau des neuen Ostbayernrings schreitet voran. Die 185 Kilometer lange Stromleitung geht parallel zur bestehenden Trasse von Redwitz bis nach Schwandorf. Jetzt wurden mit Hubschraubern bei Schmidgaden Flugwarnkugeln an die Freileitung angebracht. Wegen der Arbeiten wurde die Autobahn am Dienstagvormittag zwei Mal jeweils für 15 Minuten gesperrt. Die neu angebrachten Flugwarnkugeln sollen die Stromleitung sichtbarer machen. Bei Schmidgaden befindet sich ein kleiner Flugplatz, von dem aus auch Waldbrandbeobachter für die Oberpfalz starten.

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Neue Stromtrasse soll zum Jahresende in Betrieb gehen

Der Ostbayernring quert hier die A6 und schlängelt sich weiter nach Schwandorf. Hier sind derzeit beide Freileitungen zu sehen, der bestehende Ostbayernring aus den 70er-Jahren und der Ersatzneubau mit acht Meter höheren Masten, die weitgehend parallel verlaufen. In Betrieb gehen soll der Ersatzneubau im Abschnitt bei Schwandorf Ende des Jahres, so Markus Lieberknecht, Sprecher von Netzbetreiber Tennet.

Neuer Ostbayernring kann mehr Strom transportieren

Der Ersatzneubau sei erfolgt, weil das Energiesystem in den 70er-Jahren noch ein anderes gewesen sei, so Lieberknecht. Außerdem wird künftig mehr Strom durch die Freileitungen fließen. Der neue Ostbayernring habe mehr Kapazität, um Strom von Nord nach Süd zu transportieren, aber auch in der Fläche zu transportieren, in der mehr und mehr erneuerbare Energien entstehen und in die Verbrauchszentren abtransportiert werden sollen. Vorerst wird aber auch noch konventioneller Strom, also erzeugt aus Kohle zum Beispiel, durch den Ostbayernring fließen.

Bürgerinitiativen kritisieren Ausbau im Hochspannungsbereich

Mehrere Bürgerinitiativen entlang der Strecke haben sich bei den Planungen bereits eingebracht. Das Aktionsbündnis Trassengegner stellt die Notwendigkeit des Netzausbaus in Frage. Man brauche mehr niedere Netzebenen, also 110 kV-Leitungen, so Sprecher Josef Langgärtner, keine Erhöhung der 380kv-Kapazitäten. Es würden PV-Freiflächenanlagen abgeriegelt, Windräder könnten in der Fläche nicht einspeisen, weil die Anschlüsse fehlten, so Langgärtner. Es sei eine Verstärkung in den niedrigen Netzebenen nötig, keine Verstärkung im Hochspannungsbereich von 380 kV.

In Oberfranken ist der neue Ostbayernring bereits seit Herbst in Betrieb, im Abschnitt bei Weiden soll er im kommenden Jahr in Betrieb gehen. Die bestehende Trasse wird dann komplett abgebaut.

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