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Flugunglück auf Mallorca: Menschliches Versagen offenbar Ursache | BR24

© BR/Oliver Neuroth

Die Kollision zwischen einem Helikopter und einem Kleinflugzeug über Mallorca ist möglicherweise auf menschliches Versagen zurückzuführen. Bei dem Unglück sind sieben Menschen gestorben - darunter vier Mitglieder der Unternehmerfamilie Inselkammer.

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Flugunglück auf Mallorca: Menschliches Versagen offenbar Ursache

Die Kollision zwischen einem Helikopter und einem Kleinflugzeug über Mallorca ist möglicherweise auf menschliches Versagen zurückzuführen. Bei dem Unglück sind sieben Menschen gestorben - darunter vier Mitglieder der Unternehmerfamilie Inselkammer.

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Nach der Befragung der ersten Augenzeugen deute alles darauf hin, dass sich die Piloten des Hubschraubers und des Kleinflugzeuges vor dem Zusammenstoß in 250 Meter Höhe über Mallorca am Sonntag nicht gesehen hätten, berichteten Medien der spanischen Urlaubsinsel am Dienstag unter Berufung auf die Ermittler.

Keine Hinweise auf technisches Versagen bei Flugzeugabsturz

Es gebe keine Hinweise auf ein technisches Versagen. Bis zur Ermittlung der genauen Unfallursache dürften aber Monate vergehen. Anwohner hatten zuvor gegenüber der spanischen Zeitung "Diario de Mallorca" betont, dass Flugzeuge hier immer sehr niedrig flögen. Da sei ein solcher Zusammenstoß nur eine Frage der Zeit gewesen.

Experten der spanischen Zivilluftfahrtbehörde versuchen nun, der genauen Unfallursache auf den Grund zu gehen. Auch eine Richterin am Untersuchungsgericht in Inca nahm Ermittlungen auf.

Sieben Tote nach Kollision

Beim Unglück waren alle sieben Insassen der beiden Maschinen ums Leben gekommen. Unter den Opfern waren auch vier Mitglieder der oberbayerischen Unternehmerfamilie Inselkammer, die anlässlich des 43. Geburtstages des Vaters, August Inselkammer junior, einen Inselrundflug über Mallorca gebucht hatte.

August und seine 41-jährige Frau Christina Inselkammer, deren elfjähriger Sohn Maximilian und die neunjährige Tochter Sophie waren nach der Kollision zwischen den Orten Inca und Costitx auf der Stelle tot.

Die anderen Opfern waren Berichten zufolge der italienische Pilot des Hubschraubers der Firma "Rotorflug Helicopters" aus Friedrichsdorf bei Frankfurt am Main sowie zwei Spanier, die in dem Ultraleichtflugzeug unterwegs waren.

Familie Inselkammer reagierte mit emotionaler Stellungnahme

In einer Stellungnahme vonseiten Inselkammer hieß es, es sei "nicht in Worte zu fassen", ein innig geliebter Teil der Großfamilie sei gestorben. Man sei in tiefer Trauer.

August Inselkammer war ein Cousin des Wiesn-Wirts Peter Inselkammer (Armbrustschützenzelt) und des Ayinger Brauers Franz Inselkammer junior. Er selbst leitete als geschäftsführender Gesellschafter das Fertighaus-Unternehmen "Isartaler Holzhaus" mit Sitz in Holzkirchen.

Die anderen Gesellschafter haben inzwischen angekündigt, dass sie trotz des schmerzlichen Verlustes erste Maßnahmen ergriffen hätten, damit die Weiterführung des Unternehmens gelinge.

Wie konnte es zu dem Unglück kommen?

Nicht nur Laien, auch erfahrene Piloten fragen sich derweil, wie es bei besten Wetter- und Sichtverhältnissen zur schlimmsten Luftverkehrstragödie in der Geschichte Mallorcas kommen konnte.

"Ich kann es nicht verstehen. Beide Piloten waren auf gleicher Höhe und haben sich nicht gesehen." Biel Gomila, Präsident des Flugplatzes von Binissalem

Die Vorschriften für Hubschrauber würden vor dem Start sehr genau und streng definiert, erklärte ein Pilot der Zeitung "Diario de Mallorca". Bei Ultraleichtfliegern werde allerdings wohl häufiger mal ein Auge zugedrückt.

Grundregel: Sichtfeld unter Kontrolle behalten

Da Hubschrauber und Ultraleichtflieger keine Möglichkeit hätten, sich untereinander zu verständigen, weil sie normalerweise auf verschiedene Frequenzen verbunden seien, sei es "am Wichtigsten, dass man das Sichtfeld unter Kontrolle behält", so der Sekretär des spanischen Ultraleichtflieger-Verbandes, Antonio Pinedo. Diese Grundregel wurde am Sonntag womöglich verletzt.

Dreitägige Trauer auf den Balearen

Regionalpräsidentin Francina Armengol rief für die Balearen eine dreitägige Trauer bis Mittwoch aus. Der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez hatte via Twitter seine Solidarität und sein Beileid für die Familien der Opfer dieses tragischen Unfalls geäußert.

Doch inmitten der Trauer wird immer mehr Kritik laut. Schriftsteller und "Diario de Mallorca"-Kolumnist Matías Vallés schrieb von einem "Durcheinander in einem kontrolllosen Luftverkehr". Er fordert von den Politikern, die "nur am Twittern" seien, Antworten auf viele Fragen wie: Wie viele Hubschrauber gibt es auf Mallorca? Wer kontrolliert den Luftraum?

© BR

Über Mallorca sind am 25. August 2019 ein Ultraleichtflugzeug und ein Hubschrauber zusammengestoßen - sieben Menschen kamen dabei ums Leben.