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Flughafen München: Bodenpersonal protestiert gegen Kurzarbeit | BR24

© picture alliance/Tom Weller/dpa

Mit 50 Mitarbeitern des Bodenpersonals will die Gewerkschaft Ver.di am Münchner Flughafen protestieren.

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    Flughafen München: Bodenpersonal protestiert gegen Kurzarbeit

    50 Mitarbeiter des Bodenpersonals am Flughafen München wollen heute protestieren -gegen das Kurzarbeitergeld, für mehr Sicherheit und mehr Nachhaltigkeit im Flugverkehr.

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    Koffer vom Band, Koffer auf den Wagen, Koffer ins Flugzeug. Und das einige hundert Mal am Tag. Ein Gepäck-Abfertiger am Flughafen München verdient etwa zehn Euro pro Stunde. Normalerweise. Denn seit wegen Corona kaum noch Flugzeuge fliegen, müssen auch fast alle Gepäck-Abfertiger zu Hause bleiben - genauso wie Check-In-Mitarbeiter, Sicherheitspersonal oder andere Flughafendienstleister.

    Kai Winkler von der Gewerkschaft Ver.di schätzt, dass fast 95 Prozent des Bodenpersonals seit drei Monaten überhaupt nicht mehr gearbeitet haben. Für manche von ihnen bedeute das, dass sie mit weniger als 700 Euro pro Monat auskommen müssen.

    Proteste an mehreren großen Flughäfen

    Dagegen regt sich nun Widerstand. Heute ab zehn Uhr wollen etwa 50 Beschäftigte des Münchner Bodenpersonals gegen die Kurzarbeitergeld-Regelung protestieren. Mehr können nicht dabei sein, da sonst die Corona-Vorsichtsmaßnahmen nicht eingehalten werden können. Auch an anderen großen Flughäfen, wie etwa in Frankfurt, Berlin und Hamburg wird es Kundgebungen, Reden und Transparente geben. Der Vorwurf der Gewerkschaft: Dass die Arbeitgeber das Kurzarbeitergeld nicht aufstocken wollen, sei "eine Schande und Ausdruck mangelnder Wertschätzung", so Winkler.

    Arbeitgeber halten Forderungen für unmöglich

    Der Arbeitgeberverband der Bodenabfertigungsdienstleister – kurz ABL – hält dagegen, dass die geforderte Aufstockung in der aktuellen Situation schlicht nicht möglich sei. Zwar habe man Verständnis für die Lage des Bodenpersonals, allerdings seien bereits jetzt sämtliche Rücklagen aufgebraucht. Denn durch den ausbleibenden Flugverkehr habe man keine Einnahmen, aber weiterhin Ausgaben. Würde man jetzt das Kurzarbeitergeld auf die geforderten 90 Prozent des letzten Nettolohns der Mitarbeiter aufstocken, seien die wirtschaftlichen Risiken für die Branche nicht mehr überschaubar, so eine Sprecherin des ABL.

    Ver.di und ABL verhandeln schon seit fast eineinhalb Jahren über einen neuen Branchentarifvertrag für das Bodenpersonal. Hauptknackpunkte sind die Arbeitsplatzsicherheit, höhere Löhne und ein nachhaltiges Konzept für den Flugverkehr. Die Corona-Krise hat die Verhandlungen zusätzlich verkompliziert. Einig sind sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer nur in einem Punkt: Solange der Preiskampf bei den Fluggesellschaften weiterhin so hart geführt werde wie bisher, werde es für das Bodenpersonal auch keine großen finanziellen Besserungen geben können.

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