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Flugarme Zeit: Ultrafeinstaub-Werte sollen Vergleich liefern | BR24

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Wegen der Corona-Pandemie war der Flugverkehr von und nach München weitgehend zum Erliegen gekommen. Nun läuft er langsam wieder an. Was bedeutet das für die Schadstofbelastung der Luft? Ein Bürgerverein aus Freising hat nachgemessen.

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Flugarme Zeit: Ultrafeinstaub-Werte sollen Vergleich liefern

Der Landkreis Freising prescht vor: Jetzt, in der noch "flugarmen" Zeit, müsse man den Ultrafeinstaub am Münchner Flughafen messen. Und die Werte dann mit denen im späteren vollen Flugbetrieb vergleichen. Ziel: ein realistisches Belastungsbild.

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© BR/Birgit Grundner

Der Betrieb am Flughafen München wird wieder hochgefahren. Von den mehr als 1.000 Flügen vor der Corona-Pandemie ist man aber weit entfernt. Deshalb wollen Anwohner jetzt Schadstoffe messen und die Werte mit denen bei voller Auslastung vergleichen.

Der Landreis Freising will die Gunst der Stunde nutzen - in der "flugarmen" Zeit Er will nicht warten, bis der Freistaat seine angekündigten Messstellen für Ultrafeinstaub in Freising und Hallbergmoos im Laufe des Jahres eingerichtet hat. Oder bis der Flughafenbetreiber seine Messstationen für diese Belastungskategorie nachrüstet. Er lässt jetzt die Werte messen, bis der Flughafen wieder Vollast fährt.

Bürgerverein um Helmholtz-Zentrum messen bereits

An fünf Stellen rund um und direkt am Flughafen messen jetzt das Helmholtz-Zentrum und der Bürgerverein Freising, der auch vorher schon regelmäßig mit mobilen Messgeräten unterwegs war. Ein Zusammenhang zwischen Lockdown und Ultrafeinstaub, der bei der Verbrennung von Kerosin entsteht, sei jetzt schon deutlich erkennbar, sagt Vorstandsmitglied Wolfgang Herrmann: Die Belastung sinke eindeutig mit dem Flugverkehr.

"95 Prozent weniger Flugverkehr – 95 Prozent weniger ultrafeine Partikel." Wolfgang Herrmann, Bürgerverein Freising

Ziel: Schadstoffärmerer Flugbetrieb

Dieser Befund soll jetzt noch weiter wissenschaftlich untermauert werden. Dann habe man auch eine Grundlage, um eine Reduzierung der Belastung zu fordern, sagte Landrat Helmut Petz (Freie Wähler) heute an der Messstelle in Massenhausen (Gemeinde Neufahrn). Er könnte sich zum Beispiel vorstellen, dass die Flugzeuge am Boden nicht mehr mit eigenem Düsenantrieb zur Startposition rollen, sondern von Spezialfahrzeugen geschoben werden könnten.

Fernreisen noch in weiter Ferne

Gähnende Leere gab es zum Start der Pfingstferien am Münchner Flughafen. Auch wenn dort inzwischen wieder mehr Flugzeuge starten und landen: Von den täglich mehr als 1.000 Flügen "vor Corona" ist man noch weit entfernt. Dazu trägt auch bei, dass für Fernreisen (also außerhalb der EU) noch weitgehend Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes gelten.

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