BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite
© dpa-Bildfunk/Jonas Güttler
Bildrechte: dpa-Bildfunk/Jonas Güttler

Eine Familie steht mit ihrem Gepäck am Flughafen in der Warteschlange

Per Mail sharen

    Flugärger-App hilft bei Problemen mit Airlines

    Die Verbraucherzentralen haben eine App aufgelegt, die Reisende unterstützt, wenn es Ärger mit Airlines gibt. Bayern Verbraucherschutzminister Glauber lobt die App. Sie führe in vielen Fällen zum Erfolg, ohne das Rechtanwälte bemüht werden müssten.

    Per Mail sharen
    Von
    • BR24 Redaktion

    Rund 80.000-mal wurde die Flugärger-App bereits heruntergeladen. Sie soll dabei unterstützen, wenn mit dem Flug nicht alles rund läuft. Mit einem neuen Update hilft das mobile Tool auch, wenn Gepäck verspätet ankommt, verloren geht oder beschädigt wird, heißt es von den Verbraucherzentralen.

    App gibt Tipps und hilft weiter

    Wer seinen Koffer verspätet, beschädigt oder gar nicht wiederbekommt, kann mit der App beispielsweise eine Packliste erstellen, Ausgaben dokumentieren, Belege hochladen und damit die Kosten bei der Airline per Mail zurückfordern. Auch wer wegen einer Reisewarnung oder aus Angst vor Einschränkungen überlegt, sein Ticket selbst zu stornieren, bekommt mit der Flugärger-App wichtige Infos an die Hand. Laut Verbraucherzentralen prüft und berechnet die App mithilfe von Datenbanken und Abfragen die Ansprüche der Reisenden unter anderem nach der EU-Fluggastrechte-Verordnung. Die Anwendung ist sowohl für iOS als auch für Android-Smartphones verfügbar.

    Reagiert die Fluggesellschaft auf die Forderungen der Flugreisenden gar nicht oder nicht fristgemäß, lotst die App die Nutzerinnen und Nutzer direkt zur zuständigen Schlichtungsstelle, eine kostenlose Alternative zu Inkassodiensten. Im Fall der Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr (söp) werden zahlreiche Angaben aus der App automatisch in das Formular der söp übernommen.

    Die Flugärger-App wurde als vom Land Nordrhein-Westfalen gefördertes Projekt von der Verbraucherzentrale NRW im Oktober 2019 gestartet und wird mittlerweile von den Verbraucherschutzministerien der Länder Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und Schleswig-Holstein finanziert.

    Glauber lobt Projekt

    "Die Flugärger-App ist ein gelungenes Beispiel für modernen Verbraucherschutz im Alltag. Sie ist einfach in der Handhabung und zeigt den richtigen Weg durch den juristischen Dschungel", erklärt Bayerns Verbraucherschutzminister Thorsten Glauber. Die App führe in vielen Fällen zum Erfolg, ohne dass der Verbraucher Rechtsanwälte und Gerichte bemühen muss. Das sei der richtige Weg. Insbesondere die neue Schnittstelle zur Schlichtungsstelle öffentlicher Personenverkehr biete einen echten Mehrwert.

    Aufgrund der Corona-Pandemie mussten ab März 2020 tausende Reisen abgesagt und Flüge annulliert werden. Dies hat nicht nur die Reisebranche hart getroffen. "Viele Verbraucherinnen und Verbraucher warten bis heute noch auf die Erstattung ihrer Vorauszahlungen durch die Luftfahrtunternehmen für die nicht durchgeführten Reisen. Nach dem Update können Ansprüche einfach und kostenlos geprüft und geltend gemacht werden", so Tauber. Wer von einer Annullierung betroffen ist, erfahre, ob die Kosten für die komplette Flugreise zurückgefordert werden können.

    "Die App unterstützt auch bei Überbuchung und der Änderung von Flugzeit oder Abflugort. In diesen Fällen der sogenannten Nichtbeförderung berechnet die App Ansprüche auf Basis der Fluggastrechteverordnung: Bis zu 600 Euro über einen Ersatzflug oder den Flugpreis hinaus sind möglich. Auch ist die Kostenerstattung für zusätzliche Hotel- oder Fahrtkosten möglich." Thorsten Glauber, bayerischer Verbraucherschutzminister

    "Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!