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Flüchtlingsrat kritisiert Maßnahmen im Ankerzentrum Geldersheim | BR24

© Pirmin Breninek/BR-Mainfranlen

Der Bayerische Flüchtlingsrat kritisiert die Quarantäne-Maßnahmen im Ankerzentrum Geldersheim. Diese wurden verhängt, weil sich Bewohner mit dem Coronavirus infiziert hatten. Stattdessen wird eine Entzerrung und eine Verlegung der Bewohner gefordert.

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Flüchtlingsrat kritisiert Maßnahmen im Ankerzentrum Geldersheim

Der Bayerische Flüchtlingsrat kritisiert die Quarantäne-Maßnahmen im Ankerzentrum Geldersheim. Diese wurden verhängt, weil sich Bewohner mit dem Coronavirus infiziert hatten. Stattdessen wird eine Schließung und eine Verlegung der Bewohner gefordert.

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Die Quarantäne-Maßnahmen der Regierung von Unterfranken im Ankerzentrum Geldersheim stoßen beim Bayerischen Flüchtlingsrat auf deutliche Kritik. Hygienemaßnahmen wie etwa Masken, Desinfektionsmittel und Sicherheitsabstände seien in Massenunterkünften wie dieser nicht gewährleistet. Dadurch würden immer wieder neue Corona-Infektionen auftreten. Eine Besserung sei nicht in Sicht, es handele sich hierbei um eine "Quarantäne in Endlosschleife".

Immer weniger Verständnis für Quarantänemaßnahmen

Der Flüchtlingsrat fordert deshalb Einrichtungen wie in Geldersheim zu entzerren und Personen anderweitig unterzubringen. "Personen, die einer Risikogruppe angehören, müssen umgehend aus den betroffenen Unterkünften genommen werden", sagt Franziska Sauer vom Flüchtlingsrat. Sie selbst steht in Kontakt mit einem Bewohner der Einrichtung. Dort würde das Verständnis für die angeordneten Maßnahmen mehr und mehr sinken.

Protest gegen Auflagen eskaliert

Am Montag hatten Bewohner des Ankerzentrums am Vormittag friedlich gegen die mehrwöchige Quarantäne demonstriert. Am Nachmittag musste die Polizei dann noch einmal mit einem Großaufgebot anrücken. Vor Ort eskalierte die Lage. Die Polizei nahm 16 Bewohner in Gewahrsam, ein Polizist wurde verletzt.

© BR Fernsehen

In einer Unterkunft für Asylbewerber in Geldersheim bei Schweinfurt ist eine zunächst friedliche Demonstration gegen Quarantäne-Auflagen eskaliert. Einzelne Bewohner attackierten Polizeibeamte und andere Asylbewerber.

Regierung muss allgemeine Gesundheitsvorschriften befolgen

Wegen Corona-Fällen hat die Regierung von Unterfranken das Ankerzentrum Ende März unter Quarantäne gestellt. In der Einrichtung leben rund 580 Menschen. Bislang sind 137 von ihnen positiv auf Covid-19 getestet worden. Ein Bewohner ist in Folge einer Infektion gestorben. Die Regierung von Unterfranken will die Quarantäne erst dann aufheben, wenn es in einem Zeitraum von 14 Tagen keine neuen Infektionen gibt. Nur bereits genesene Personen dürfen das Ankerzentrum derzeit verlassen.

Am Montag räumte Johannes Hardenacke, Sprecher der Regierung von Unterfranken, im Gespräch mit dem BR die Probleme in Geldersheim ein. Aktuell gebe es für die Regierung von Unterfranken jedoch keine Möglichkeit, um die Quarantäne aufzuheben. Es handele sich um Vorgaben des Gesundheitsamtes. Am vergangenen Wochenende ist ein weiterer Bewohner des Ankerzentrums positiv auf Covid-19 getestet worden. Die Quarantäne dauert also mindestens bis Ende Mai an.

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