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Flüchtlingsrat empört: Nürnbergerin soll abgeschoben werden | BR24

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Eine Nürnbergerin soll wegen mehrfacher Straftaten nach Äthiopien abgeschoben werden.

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    Flüchtlingsrat empört: Nürnbergerin soll abgeschoben werden

    Eine in Nürnberg geborene Frau soll nach Äthiopien abgeschoben werden. Das stößt beim Bayerischen Flüchtlingsrat auf Unverständnis. Die Stadt hingegen verteidigt die Entscheidung: Die 22-Jährige sei eine Intensivtäterin.

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    Von
    • Annika Svitil

    Sara A. aus Nürnberg soll wegen mehrfacher Straftaten nach Äthiopien abgeschoben werden, was beim Bayerischen Flüchtlingsrat auf großes Unverständnis stößt. Die 22-Jährige ist in Nürnberg geboren und sei hier sozialisiert, so die Flüchtlingsunterstützer. Weil ihre Eltern aus Äthiopien stammen, habe sie jedoch keine deutsche Staatsangehörigkeit, so der Flüchtlingsrat. Dennoch hatte Sara A. ein Aufenthaltsrecht in Deutschland, erklärt Olaf Kuch von der Direktion Bürgerservice der Stadt Nürnberg auf Anfrage von BR24.

    Kein Aufenthaltsrecht nach Gefängnisstrafe

    Durch ihre Straftaten, die auch mehrjährige Haftstrafen nach Jugendstrafrecht nach sich zogen, habe sie dieses aber verwirkt. Deswegen sei bereits 2018 eine Abschiebung beschlossen worden, so Kuch. Der Bayerische Flüchtlingsrat nennt bei ihren Straftaten unter anderem den Kauf und Besitz von Betäubungsmitteln, Diebstahl und mehrfachen Hausfriedensbruch.

    Gegen die Entscheidung einer Abschiebung habe Sara A. dann am Verwaltungsgericht Ansbach geklagt, jedoch erfolglos. Um eine Abschiebung dennoch zu verhindern, beantragte sie Asyl, ebenfalls ohne Erfolg.

    Forderung: Frau soll in Deutschland behandelt werden

    Einen ersten Abschiebeversuch im vergangenen Dezember habe die 22-Jährige verhindern können, so Kuch. Ein neuer Termin sei geplant, stehe aber noch nicht fest. Sara A. befinde sich laut Angaben des Bayerischen Flüchtlingsrats derzeit in der Justizvollzugsanstalt in Aichach.

    Nach eigenen Angaben ist die seit ihrem 15. Lebensjahr schwer suchtkranke Sara A. nicht mehr abhängig und gesund. Aufgrund dieser Vorgeschichte fordert der Bayerische Flüchtlingsrat, dass Sara A. ihre Strafe in Deutschland absitzen und anschließend ihre Suchtprobleme in Deutschland weiter behandeln lassen dürfe.

    Stadt: Frau habe Anschluss in Äthiopien

    In Äthiopien hätte sie keine Chance ihren Lebensunterhalt zu bestreiten oder ihre Sucht weiterhin in den Griff zu bekommen. Laut Kuch habe Sara A. Anschluss in Äthiopien, da ihr Vater dort lebe und sie die Sprache spreche. Dieser Tatsache widerspricht der Flüchtlingsrat in Teilen – die Sprachkenntnisse seien schlecht, der Kontakt zum Vater sei abgebrochen.

    Daher fordern die Flüchtlingsunterstützer die Stadt Nürnberg und das bayerische Innenministerium auf, die Abschiebung von Sara A. zu stoppen und ihr zunächst eine Therapie zu ermöglichen: "Wenn sie diese erfolgreich abschließt, muss sie eine neue Chance auf ein Leben in ihrer Geburtsstadt Nürnberg bekommen", so Alexander Thal vom Bayerischen Flüchtlingsrat.

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