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Flüchtlinge in Seenot: Grafing will ein "sicherer Hafen" sein | BR24

© dpa / Chris Grodotzki

Flüchtlinge an Bord der "Sea-Watch 3"

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    Flüchtlinge in Seenot: Grafing will ein "sicherer Hafen" sein

    Grafing bei München ist dem Bündnis "Städte Sicherer Häfen" beigetreten und will sich so für Flüchtlinge in Seenot einsetzen. Das Thema ist top-aktuell: Gerade erst wurde die Kapitänin des Rettungsschiffs "Sea-Watch 3" in Italien freigesprochen.

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    Der Anstoß kam von der Initiative "Bündnis für Grafing" (BfG). Man wollte ein humanistisches Zeichen für eine bessere Asylpolitik und gegen die Situation im Mittelmeer setzen. Deshalb hat der Stadtrat nun entschieden, dem deutschlandweiten Zusammenschluss "Seebrücke – Städte Sicherer Häfen" beizutreten. Bürgermeisterin Angelika Obermayr (Grüne) ist stolz.

    "Es ist eine unerträgliche Situation und wir müssen diesen Menschen helfen. Und wenn es nicht anders geht, wir als kleine Stadt, dann wollen wir hiermit ein Signal setzen." Angelika Obermayr, Bürgermeisterin Stadt Grafing.

    Grafing ist erster "sicherer Hafen" in Oberbayern

    Grafing bei Ebersberg hat sich als erster Ort in Oberbayern zum "sicheren Hafen" erklärt - d.h. Grafing würde Flüchtlinge aufnehmen. Damit, so die Bürgermeisterin, hätte man schon 2015 gute Erfahrungen gemacht. Viele Menschen aus Afrika seien in Grafing gut integriert.

    Nach eigenen Angaben gehören bisher rund 70 Städte der "Seebrücke" an. Die Organisation hat sich im letzten Jahr gegründet und ist eine internationale, zivilgesellschaftliche Bewegung. Sie richtet sich gegen die europäische Abschottungspolitik sowie die Kriminalisierung von Seenotrettung im Mittelmeer.

    Aus Bayern haben bisher Aschaffenburg, Erlangen, Regensburg, Würzburg und nun eben auch Grafing ihre Unterstützung angeboten. Konkret heißt das: Diese Städte erklären sich bereit, Geflüchtete aufzunehmen – und zwar über die üblichen Verteilmechanismen hinaus.

    "Sea-Watch 3" – Kapitänin Rackete kommt frei

    Letztendlich geht es um die Frage: Wie geht Europa mit den Menschen um, die übers Meer versuchen, zu uns zu kommen und dabei ihr Leben riskieren? Für weltweiten Wirbel sorgte zuletzt die Rettungsaktion der "Sea-Watch 3" in Italien. Sie fand ihren Höhepunkt letzten Samstag, als Carola Rackete, Kapitänin des Schiffs in den Hafen von Lampedusa einlief – mit 40 Migranten an Bord und unter Missachtung der italienischen Anweisungen. Die Kapitänin wurde festgenommen, kam dann aber doch kurz darauf frei.