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Flüchtlinge in LKW gepfercht: Freiheitsstrafe für Schleuser | BR24

© Bundespolizei Waidhaus

Der umgebaute Lkw, in dem die Menschen nach Deutschland gebracht wurden.

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    Flüchtlinge in LKW gepfercht: Freiheitsstrafe für Schleuser

    Fast einen ganzen Tag mussten Flüchtlinge im doppelten Boden eines Lastwagens ausharren. Die Schleuser, die die lebensgefährlichen Fahrten organisierten, wurden heute am Landgericht Weiden zu mehreren Jahren Gefängnis verurteilt.

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    Am Nachmittag ist am Landgericht Weiden ein Schleuserprozess zu Ende gegangen. Ein Rumäne (49) muss fünfeinhalb Jahre in Haft, weil er fünf Mal insgesamt 37 Menschen in einem doppelten Boden eines kleinen Lastwagens nach Deutschland gebracht hat. Sein Komplize (43) muss dafür vier Jahre ins Gefängnis.

    30 Zentimeter Platz

    Die Flüchtlinge wurden jeweils für bis zu 22 Stunden in einen rechteckigen doppelten Boden gepfercht, der gerade einmal 30 Zentimeter tief, einen guten Meter breit und gute drei Meter lang war. Sie bekamen weder zu essen noch zu trinken, durften nicht aussteigen und frische Luft gab es nur aus Löchern direkt über dem defekten Auspuff des Lastwagens. Die Fahrten waren potenziell lebensgefährlich, bestätigten Sachverständige im Laufe des Prozesses. 

    Angeklagte legten Geständnis ab

    Die beiden haben vier Fahrten bereits in den Polizeivernehmungen zugegeben und vor Gericht ihr Geständnis wiederholt. Eine Fahrt, an der der 49-Jährige allein beteiligt war, konnten ihm die Richter anhand einer Handyortung nachweisen. Die Fahrten starteten jeweils in Rumänien und führten über Waidhaus nach Deutschland, hier ließen die beiden die Iraker, Türken und Syrer einfach aussteigen.

    Die Bundespolizei kontrollierte den Lastwagen Anfang September und stieß auf den doppelten Boden. Am Vormittag begutachteten Richter und Staatsanwalt das Original-Fahrzeug vor dem Landgericht Weiden.