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Die Benediktinerin Mechthild Thürmer kommt mit BR-Reporterin Franziska Drexler ins Gespräch.

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Flüchtlinge im Kloster: Bamberger Äbtissin droht Gefängnisstrafe

Die Äbtissin Mechthild Thürmer aus dem Landkreis Bamberg nimmt regelmäßig Flüchtlinge bei sich im Kloster auf. Dafür soll die 63-Jährige einen Friedenspreis erhalten. Gleichzeitig droht ihr jetzt eine Gefängnisstrafe.

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Von
  • Christina Haas
  • BR24 Redaktion

Was für andere besonders mutig erscheint, ist für Mechthild Thürmer eine Selbstverständlichkeit. Die Benediktinerin der Abtei Maria Frieden in Kirchschletten im Landkreis Bamberg nimmt regelmäßig Flüchtlinge bei sich im Kloster auf und gewährt ihnen Kirchenasyl. Über 30 Geflüchteten bot sie in den vergangenen Jahren Schutz. Jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft. Der Verdacht: Beihilfe zum unerlaubten Aufenthalt in drei Fällen.

Kirchenasyl in Kirchschletten: Äbtissin will Geldstrafe nicht zahlen

Thürmer muss demnach vor Gericht. Von einer "empfindlichen Freiheitsstrafe" ist die Rede. Zuerst war von einem einfachen Strafbefehl die Rede. 2.500 Euro sollte die Klosterchefin zahlen, weil sie eine Eritreerin vor der Abschiebung bewahrte. Diesen Strafbefehl akzeptierte die Äbtissin aber nicht. Sie gehe lieber ins Gefängnis, als eine Strafe dafür zu zahlen, dass sie jemandem in Not geholfen habe, sagte Thürmer.

Für ihre Zivilcourage erhält die 63-Jährige den Göttinger Friedenspreis 2021, der ihr im September verliehen werden soll.

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