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Flüchtlinge helfen Flüchtlingen: Gesundheitskurse in Donauwörth | BR24

© BR/Judith Zacher

Wer neu nach Deutschland kommt, hat oft mit bürokratischen Hürden zu kämpfen - das gilt auch für Flüchtlinge und vor allem, wenn es um das deutsche Gesundheitssystem geht. Zwei Flüchtlinge aus Donauwörth wollen Abhilfe schaffen.

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Flüchtlinge helfen Flüchtlingen: Gesundheitskurse in Donauwörth

Krankenkasse, Rezept, Impfschutz - Flüchtlingen sind die Begriffe im deutschen Gesundheitssystem oft unbekannt, und sie wissen nicht, wie es funktioniert. In Donauwörth gibt es jetzt dazu Kurse, von Flüchtlingen für Flüchtlinge.

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Familienplanung, Impfung, Impfschutz – das sind die Themen, um die es in den Kursen für Flüchtlinge geht. Selbst wenn die Migranten noch nicht wirklich gut Deutsch können – bei diesen Worten sollen sie beim Arzt wissen, worum es geht, erklären die beiden Syrer Basel und Noori.

Was ist eine Krankenkasse?

Basel und Noori sind beide Mitte 20 und kamen 2015 nach Donauwörth. Ihnen hat man damals geholfen und gesagt, wohin sie sich in Gesundheitsfragen wenden können.

Jetzt wollen sie davon etwas ihren Kursen an andere Flüchtlinge weitergeben. Dazu haben sie in München eine Fortbildung zum Gesundheitswesen besucht, jetzt sind die beiden "Gesundheitsmediatoren".

Vermittler zwischen den Kulturen

Dabei erklären sie anderen Flüchtlingen Begriffe wie etwa "Milchpumpe". Über viele Inhalte sprechen sie aber auf arabisch. Etwa, dass es erwünscht ist, dass Kinder in Deutschland zum Kinderarzt gehen. Das ist in vielen arabischen Ländern nicht üblich. Dort kurieren oft Omas und Uromas die Kinder, wenn sie krank sind.

Die Gesundheitskurse sind gefragt bei den Flüchtlingen

Die Kurse zum deutschen Gesundheitssystem kommen gut an bei den Flüchtlingen, wie Basel und Noori sagen. Zu den wöchentlichen Kursen kommen jeweils zehn bis fünfzehn Flüchtlinge. Und sie haben viele Fragen: zur Schwangerschaft, zu Impfungen oder zu einer Psychotherapie für Traumatisierte.

Basel und Noori wollen noch mehr Themen aufnehmen und werden deshalb selbst noch weitere Fortbildungen besuchen, um ihr Wissen dann weiterzugeben - beispielsweise zur Sucht und zur seelischen Gesundheit.