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Flucht vor Kontrolle - Somalier stirbt bei Sprung auf Zug | BR24

© BR/Martin Gruber

Tragischer Zwischenfall am Passauer Hauptbahnhof: Dort ist ein 30-jähriger Mann ums Leben gekommen, als er auf einen vorbeifahrenden Zug springen wollte. Der abgelehnte Asylbewerber wollte sich wohl einer Kontrolle durch die Polizei entziehen.

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Flucht vor Kontrolle - Somalier stirbt bei Sprung auf Zug

Tragischer Zwischenfall am Passauer Hauptbahnhof: Dort ist ein 30-jähriger Mann ums Leben gekommen, als er auf einen vorbeifahrenden Zug springen wollte. Der abgelehnte Asylbewerber wollte sich wohl einer Kontrolle durch die Polizei entziehen.

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Ein Somalier wollte offenbar vor einer Polizeikontrolle fliehen, indem er versuchte, auf einen vorbeifahrenden Zug aufzuspringen. Nach Informationen durch das Polizeipräsidium Niederbayern traf eine Sicherheitsstreife der Bundespolizei den Somalier gegen 7.40 Uhr auf Gleis 1 an. Der Mann, der einen verwirrten Eindruck machte, stellte zunächst seinen Koffer und Rucksack bei den Beamten ab, bat die Polizisten um Hilfe und händigte seinen Ausweis aus.

Sprung auf vorbeifahrenden Güterzug

Während der Funkabfrage der Personalien lief der 30-Jährige plötzlich weg und versuchte auf einen vorbeifahrenden Güterzug aufzuspringen. Dabei blieb er mit seiner Kleidung an einem Waggon hängen, wurde vom Zug mitgeschleift und erlitt dabei tödliche Kopfverletzungen. Der Lokomotivführer hatte davon nichts mitbekommen. Der Zug hielt planmäßig nach etwa eineinhalb Kilometern an.

Die Bundespolizei sperrte daraufhin den Bahnhof und forderte Sprengstoffexperten an, die die Gepäckstücke des 30-Jährigen untersuchten. Entdeckt wurden jedoch nur Bekleidung und Schriftstücke des Verunglückten.

Mann war abgelehnter Asylbewerber

Bei dem Toten handelt es sich um einen abgelehnten Asylbewerber, der zuletzt in Schleswig-Holstein untergebracht war. Laut Polizeipräsidium hatte er eine unwiderrufliche Ausreiseverfügung des Ausländeramtes und eine gültige Bahnfahrkarte von Hamburg nach München bei sich. Die Polizei glaubt deshalb, der Mann habe illegal nach Österreich ausreisen wollen. Sein Tod sei wohl eher ein Unfall als "eine spontane Suizidsituation".

Passauer Bahnhof fast drei Stunden gesperrt

Der Bahnhof war während der Untersuchung der Gepäckstücke wegen der unklaren Sicherheitslage für fast drei Stunden gesperrt. Die kontrollierenden Bundespolizisten und zwei Zeugen des Vorfalls im Bahnhof mussten psychologisch betreut werden.