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Bildrechte: dpa/Matthias Balk

Jetzt nach den Osterferien gilt an Bayerns Schulen die Testpflicht. In der Grund- und Mittelschule in Floß liefen die ersten Tests zwar gut, dennoch waren sie zeitintensiv. Den Präsenzunterricht hingegen bezeichnete der Schulrektor als "Unding".

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Floßer Schulrektor hält Präsenzunterricht für "Unding"

Jetzt nach den Osterferien gilt an Bayerns Schulen die Testpflicht. In der Grund- und Mittelschule in Floß liefen die ersten Tests zwar gut, dennoch waren sie zeitintensiv. Den Präsenzunterricht hingegen bezeichnete der Schulrektor als "Unding".

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Von
  • Margit Ringer
  • BR24 Redaktion

Seit dieser Woche gilt die Testpflicht an den Schulen in Bayern. Auch an der Grund- und Mittelschule in Floß im Landkreis Neustadt an der Waldnaab wurden die Schüler der vierten Klasse und der Notbetreuung am Montagmorgen auf das Corona-Virus getestet.

Schüler informierten sich über Erklärvideos

Das lief insgesamt positiv, resümiert Rektor Gerhard Steiner. Allerdings nur, weil sich die Schüler mit ihren Eltern bereits Erklärvideos im Vorfeld angeschaut hatten. Außerdem wäre großes Engagement der Lehrkräfte gefragt, die statt der Sammelbehälter für die Testfläschchen Halterungen aus Styropor und Wäscheklammern gebastelt hätten. Mit den dazu gelieferten Sammelbehältern "hätte es nicht hingehaut", so der Schulrektor.

Testdauer: Ganze Schulstunde

Zwei Lehrkräfte hätten die 20 Schüler der vierten Klasse unterstützt, der Test habe insgesamt 45 Minuten gedauert, also die komplette erste Schulstunde. Schwer fiel den Schülern das Öffnen der Fläschchen, in die das Teststäbchen deponiert werden müsse. Denn das erfolge erst, nachdem der Test in der Nase gemacht worden sei. Das Teststäbchen dürfe aber nicht abgelegt werden so Steiner, deshalb müssten die Schüler die Fläschchen zum Deponieren mit einer Hand öffnen.

"Tägliche Tests sinnvoller"

Zwei Mal in der Woche zu testen hält der Schulleiter für zu wenig. Er würde einen täglichen Test bevorzugen, um tatsächlich Sicherheit zu bekommen. Der Rektor würde sich allerdings einen sofortigen harten Lockdown wünschen. "Wenn ich die Zahlen sehe, die in die Höhe schnellen und - jetzt muss ich politisch werden - nichts passiert, auf die Wissenschaftler nicht gehört wird, das ist für mich ein Unding", so Steiner.

Erstklässler bräuchten dringender Präsenzunterricht

Außerdem würde er es für besser halten, wenn die Erstklässler in Präsenz unterrichtet würden, statt der Viertklässler. Denn die Kleinsten bräuchten beim Lernen des Lesens und Schreibens den sozialen Kontakt zur Lehrkraft. Der Übertritt für Viertklässler sei auch mit anderen Lösungen machbar, sagt der Rektor.

Rektor selbst ehemaliger Corona-Intensivpatient

Gerhard Steiner erkrankte vor einem Jahr selbst an Covid-19 und lag auf der Intensivstation. Inzwischen gehe es ihm wieder weitgehend gut, sagt er. In der vierten Klasse der Grundschule in Floß befinden sich 21 Schüler, nur ein Kind habe beim Testen nicht mitgemacht.

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