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Fliegerhorst Kaufbeuren bleibt erhalten: Künftig 1.200 Soldaten | BR24

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Seit Jahren herrscht Ungewissheit über die Zukunft des Bundeswehr-Standorts Kaufbeuren. Generalinspekteur Zorn brachte heute Klarheit mit. Der Beschluss von 2011 sei hinfällig, der Standort wird doch nicht geschlossen.

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Fliegerhorst Kaufbeuren bleibt erhalten: Künftig 1.200 Soldaten

Gute Nachrichten für Kaufbeuren: Der Bundeswehrstandort dort bleibt erhalten. Mit der Bundeswehrreform hätte der Fliegerhorst eigentlich geschlossen werden sollen, jetzt ziehen dort Sanitäter und Feldjäger ein. Für die Region ist das ein Erfolg.

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Vor acht Jahren schien das Schicksal des Bundeswehrstandortes in Kaufbeuren besiegelt zu sein: Mit der großen Bundeswehrreform sollte der Fliegerhorst im Allgäu dicht gemacht werden. Seitdem haben sich Politiker aus der Region für den Erhalt des Standortes eingesetzt – mit Erfolg, wie sich jetzt zeigt: Heute gab der oberste militärische Vertreter der Bundeswehr, Generalinspekteur Eberhard Zorn, bei einem Truppenbesuch in Kaufbeuren bekannt, dass die Schließung vom Tisch ist.

Luftwaffe wird abgezogen, dafür kommen Sanitäter und Feldjäger

Zwar soll die Luftwaffe bis voraussichtlich 2028 vom Fliegerhorst Kaufbeuren abgezogen werden. Dafür sollen in Kaufbeuren ein Sanitätsregiment und eine Feldjägerkompanie mit insgesamt 1.200 Soldaten stationiert werden. "Das ist eine unglaublich tolle Nachricht!", sagte Kaufbeurens Oberbürgermeister Stefan Bosse (CSU). Denn die Bundeswehr ist mit ihren aktuell knapp 700 Beschäftigten, davon 300 zivile Kräfte, einer der größten Arbeitgeber der Stadt. Eigentlich hätte der Standort mit der Technikerschule der Luftwaffe schon bis Ende 2017 aufgelöst werden sollen.

Bis zu 1.200 Soldaten ab 2024 in Kaufbeuren

Nun ist klar: Der Standort bleibt – und wird sogar noch ausgebaut. Die Ausbildung der Techniker am Eurofighter und dem Tornado wird bis 2028 verlegt beziehungsweise auslaufen. Parallel dazu wird ab 2024 die Infrastruktur für das Sanitätsregiment und die Feldjägerkompanie mit insgesamt 1.200 Soldaten in Kaufbeuren aufgebaut.

Die Kehrtwende beim Schließungsbeschluss begründete Generalinspekteur Zorn mit aktuellen Entwicklungen in der Bundeswehr, nach denen Personal und Material aufgebaut werden soll. Alle zu schließende Standorte seien deshalb noch einmal untersucht worden und Kaufbeuren sei in diesem Zusammenhang als Standort für das neu zu bildende Sanitätsregiment ausgewählt worden.

Standort hat über 70 Jahre Tradition

Der Kaufbeurer CSU-Bundestagsabgeordnete Stephan Stracke sprach von äußerst erfreulichen Nachrichten. "Das ist ein historischer Tag für Kaufbeuren", so Stracke.

Trotz aller Freude in Kaufbeuren: Für viele Soldaten ist der Entschluss mit etwas Wehmut verbunden. Wenn die Luftwaffe bis 2028 komplett abgezogen sein wird, geht an dem Traditionsstandort eine 70-jährige Ära zu Ende. Über Jahrzehnte hinweg sind hier alle Flugzeugtechniker der Bundeswehr – unter anderem am Eurofighter, am Tornado und der Phantom - ausgebildet worden.