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Am Freitagnachmittag soll im Südwesten Regensburgs eine Fliegerbombe entschärft werden. Im betroffenen Stadtteil Kumpfmühl müssen rund 4.000 Menschen ihre Häuser und Wohnungen verlassen.

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Fliegerbombe in Regensburg: Evakuierung läuft

Im Südwesten Regensburgs müssen derzeit rund 4.000 Menschen ihre Häuser und Wohnungen verlassen. Am Freitagnachmittag soll im betroffenen Stadtteil Kumpfmühl eine Fliegerbombe entschärft werden. Sie wurde bei Bauarbeiten gefunden.

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Von
  • Corinna Ballweg
  • Zara Kroiß
  • Uli Scherr
  • BR24 Redaktion

Im Regensburger Stadtteil Kumpfmühl hat die Evakuierung rund um den Fundort einer Fliegerbombe begonnen. Unter den rund 4.000 betroffenen Menschen sind auch etwa 140 Bewohnerinnen und Bewohner eines Seniorenheims. Sie mussten am Freitagmorgen gegen acht Uhr als erstes ihre Zimmer und Wohnungen verlassen. Die Weltkriegsbombe soll am Freitagnachmittag entschärft werden. Sie war am Donnerstagmorgen bei Baggerarbeiten in einer Baugrube an der Augsburger Straße entdeckt worden.

Corona-Regeln gelten weiterhin

In einem Radius von rund 400 Metern um den Fundort wird alles geräumt. Ein Sperrgebiet ist eingerichtet. Das nahegelegene Von-Müller-Gymnasium wird als Notunterkunft zur Verfügung gestellt. Die Stadt weist auf die auch während der Evakuierung geltenden Corona-Regeln hin. Maximal fünf Personen aus zwei Haushalten dürften zusammenkommen.

Gymnasium als Notunterkunft

Anwohnerinnen und Anwohner, die unter diesen Umständen keine geeignete Anlaufstelle haben, können mit gecharterten Bussen zum Von-Müller-Gymnasium fahren oder zu Fuß dorthin laufen. Dort habe der Rettungsdienst alles coronakonform aufgebaut, so Markus Reitmeier, Sprecher der Polizeiinspektion Regensburg-Süd. Es werde vor Ort Schnelltests geben und die Abstände würden eingehalten.

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Polizei und Rettungskräfte sind bei der Evakuierung in Regensburg-Kumpfmühl im Einsatz.

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Die rund 250 Kilogramm schwere Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg wurde bei Bauarbeiten in der Augsburger Straße in Regensburg gefunden.

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Im nicht weit entfernten Von-Müller-Gymnasium wurde eine Notunterkunft für die Evakuierten eingerichtet.

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Unter anderem rund 140 Bewohnerinnen und Bewohner eines Seniorenheims mussten in der Nähe des Fundorts der Bombe evakuiert werden.

Bürgertelefon eingerichtet

Laut den Beamten wurden die Bewohnerinnen und Bewohner des Seniorenheims in einem Hotel untergebracht. Gut die Hälfte der Personen habe liegend transportiert werden müssen. Vier Buslinien werden den Regensburger Stadtwerken zufolge umgeleitet. Das betroffene Gebiet sollte weiträumig umfahren werden, so die Polizei. Autobahn und Zugverkehr würden durch die Sperrungen aber nicht beeinträchtigt.

Wann die Evakuierungsmaßnahmen genau abgeschlossen sein werden, ist den Beamten zufolge schwer abschätzbar. "Wir rechnen mit dem frühen Nachmittag", sagt Polizei-Sprecher Reitmeier. Die Stadt Regensburg bietet ein Bürgertelefon an, das unter der Nummer 0941-507-2326 erreichbar ist.

250 Kilogramm schwer, Zünder noch intakt

Bei dem Sprengkörper handelt es sich um eine amerikanische, rund 250 Kilogramm schwere Fliegerbombe, einen sogenannten Zerscheller. Das bedeutet: der Sprengkörper ist beim Aufprall aufgerissen, aber eben nicht detoniert. Er enthält nach Angaben der Polizei noch rund 60 Kilogramm Sprengmasse. Der Zünder sei nach wie vor intakt.

Im Dezember 1944 haben die Alliierten einen Angriff auf Kumpfmühl geflogen, große Bereiche des Stadtteils wurden damals zerstört. Seither werden dort immer wieder Blindgänger gefunden – zuletzt im vergangenen November.

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