BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

NEU

Fliegerangriff auf Oettingen: Gedenken an die Opfer von 1945 | BR24

© BR

Die Stadt Oettingen erinnert an den verheerenden Luftangriff, bei dem am 23. Februar 1945 rund 200 Menschen getötet wurden. Rund hundert Bomben schlugen damals in der Stadt ein.

2
Per Mail sharen
  • Artikel mit Audio-Inhalten
  • Artikel mit Video-Inhalten

Fliegerangriff auf Oettingen: Gedenken an die Opfer von 1945

Vor 75 Jahren werfen zahlreiche US-Bomber ihre Last über Oettingen ab. 200 Menschen sterben bei den Luftangriffen. Viele Jahre herrscht Unklarheit über die wahren Hintergründe. Das Heimatmuseum erinnert mit Bildern und Exponaten an den 23.02.1945.

2
Per Mail sharen

Vor 75 Jahren wurde Oettingen, am gleichen Tag wie Ellingen und Treuchtlingen, Ziel eines alliierten Luftangriffs. Weite Teile der sogenannten Mittleren Vorstadt wurden zerstört, rund 200 Menschen verloren ihr Leben. Zur Erinnerung an die Oettinger Ereignisse werden im Heimatmuseum eigens Objekte, Bilder und Informationen ausgestellt.

Rückblick im Heimatmuseum Oettingen

In den Morgenstunden des 23. Februar 1945 starteten von Flugplätzen in Südengland zwölf Bombergruppen der 1. Air Division. Angriffsziele waren unter anderem Eger, Bamberg, Bayreuth, Plauen und Zwickau. Eine geschlossene Wolkendecke war jedoch der Grund, dass sich die amerikanischen Bomberverbände nicht zum Angriff auf die vorgesehenen Ziele entschlossen.

Gegen Mittag brach die Katastrophe über Oettingen herein

Von den Flugzeugen wurden rund 100 Bomben abgeworfen. Der verheerende Angriff forderte an die 200 Menschenleben. Zeitzeuge Gustav Schneider, heute 88 Jahre alt, damals ein 14-jähriger Schüler, erinnert sich:

„ Da kamen Flieger von Osten her und plötzlich gab es ein Luftrauschen, da habe ich mich schon geduckt und bin vom Fenster weg an die Wand und da hat es schon geknallt.“ Gustav Schneider, Zeitzeuge

Eine Bombe schlug direkt neben seinem Elternhaus ein und brachte es zum Einsturz. Schneider wurde unter den Trümmern begraben, konnte sich aus eigener Kraft befreien und suchte mit bloßen Händen nach seiner Familie. Die Großmutter starb an diesem Morgen, die Mutter und seine Schwester überlebten den Angriff schwer verletzt. Das sind Erlebnisse, sagt er, die man nicht vergisst.

Bomben fallen nicht aus heiterem Himmel

In der Ausstellung im Heimatmusem erinnern Fotos an diese Zerstörung. Viele Jahre herrschte Unklarheit über die wahren Gründe für diesen Angriff. Erst 30 Jahre später wurden die alliierten Militärarchive zugänglich gemacht. Petra Ostenrieder, Leiterin des Oettinger Heimatmuseums, ist es ein Anliegen, die Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg und die Zerstörung Oettingens vor 75 Jahren wach zu halten.

„Ich denke, es ist wichtig, auch zu erinnern, was aus diesem nationalsozialistischen System hier erwachsen ist. Es war ja auch so, dass natürlich der Krieg von Deutschland ausging und nicht diese Bomben aus heiterem Himmel auf eine friedliche Stadt hernieder prasselten.“ Petra Ostenrieder, Heimatmuseum Oettingen

Noch bis zum 01. März zeigt die Ausstellung die Auswirkungen und die Hintergründe des Angriffs auf die Stadt Oettingen am 23. Februar 1945.

© Tobias Chmura / BR

Erinnerung an den Fliegerangriff auf Oettingen