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Fleisch als Massenprodukt? Das geht auch anders | BR24

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Dass Fleisch kein Massenprodukt sein muss, zeigt Fleischermeister Gregor Singer in Unterauerbach.

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Fleisch als Massenprodukt? Das geht auch anders

Große Schlachthöfe fallen immer wieder auf durch Mängel bei Arbeitsschutz und Tierwohl - und sorgten zuletzt für den Lockdown eines ganzen Landkreises. Geht das auch anders? Ein Beispiel aus dem Unterallgäu.

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Lebensmittelsicherheit, Tierwohl und Arbeitssschutz: Die Fleischindustrie steht nicht erst in der Kritik, seit es in großen Schlachthöfen vermehrt zu Corona-Ausbrüchen kommt. Laut der Kontrollbehörde für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (KBLV) lässt sich das zwar nicht verallgemeinern, doch es sind erst solche Skandale, die die Zustände in der Branche sichtbar machen und eine Frage aufwerfen: Ginge das auch anders?

In der Landmetzgerei wird zu zweit geschlachtet

Vom Industriebetrieb in Gütersloh nach Unterauerbach bei Mindelheim. Hier hat Gregor Singer vor 25 Jahren seine Metzgerei eröffnet. Der ehemalige Landwirt aus dem Unterallgäu verkauft nur Fleisch von Tieren, die er selbst geschlachtet hat. Hilfe kommt von seinem Sohn, der seinen Fleischer-Meister kürzlich abgeschlossen hat.

Verarbeitet werden nur Tiere aus der Region

Gregor Singer legt Wert darauf, wo die Tiere herkommen, die er in seinem Familienbetrieb zu Steaks oder Wurst verarbeitet. 15 Kilometer sind die Grenze: Keiner der Bauern, von dem Singer sein Schlachtvieh bezieht, liege weiter entfernt.

"Ich hab zehn Minuten zum Fahren und muss nicht durch ganz Europa. Entweder bringt's der Bauer oder ich fahr's selber." Fleischermeister Gregor Singer.

Das verhindert, dass die Tiere bei langen Transporten mehr Stresshormone ausschütten - und das wiederum schmecke man dann auch am Steak, an der Wurst oder am Leberkäse, so die Überzeugung des Fleischermeisters.

Kein Massenprodukt

Klar ist aber auch: Fleisch in dieser Qualität gibt es nicht zum Billigpreis wie manches Massenprodukt im Supermarkt. Wie kommt das bei den Kunden an? "Das, was es dann kostet, das kostet's einfach auch, weil's qualitativ passt", so eine Kundin.

Weniger Fleisch gleich bessere Qualität

Hinter dem bewussten Konsum steckt eine einfache Rechnung: Wer nicht täglich Fleisch isst, hat mehr Budget pro Fleischmahlzeit. Dieses Prinzip findet immer mehr Anhänger, zumindest bei den Kunden der Landmetzgerei in Unterauerbach. Der kleine Familienbetrieb mit eigener Schlachtung ist also kein Auslaufmodell.