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Nach den Randalen vor zwei Wochen in Regensburg hat die Staatsanwaltschaft nun Anklage gegen einen Tatverdächtigen erhoben. Ihm wird unter anderem versuchte gefährliche Körperverletzung vorgeworfen.

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Flaschenwurf auf Polizisten: Anklage gegen 19-Jährigen

Nach den Randalen vor zwei Wochen in Regensburg hat die Staatsanwaltschaft nun Anklage gegen einen Tatverdächtigen unter anderem wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung erhoben. Die Polizei kündigt für das Wochenende verstärkte Präsenz an.

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Von
  • Sebastian Grosser
  • BR24 Redaktion

Vor zwei Wochen hatten einige junge Männer in der Regensburger Innenstadt randaliert, unter anderem wurden auch Polizeibeamte angegriffen. Die Staatsanwaltschaft Regensburg und die Polizei wollen nun konsequent durchgreifen.

"Strafe soll auf dem Fuße folgen"

Ziel sei, dass "die Strafe der Tat auf dem Fuße folgen" soll, um Nachahmer abzuschrecken, sagt Markus Pfaller, Sprecher der Regensburger Staatsanwaltschaft. "Damit wollen wir sowohl Gewalt gegen Polizei- und Rettungskräfte verhindern, aber auch letztlich die Bevölkerung schützen, die in der Altstadt ja auch die Erleichterungen genießen will."

Laut Pfaller wird derzeit gegen neun Personen wegen Landfriedensbruch, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und versuchter gefährlicher Körperverletzung ermittelt. Bei der Hälfte der Tatverdächtigen handelt es sich um Jugendliche.

Gegen einen 19-Jährigen wurde in einem sogenannten priorisierten Verfahren ermittelt. Das wird angewendet, wenn es sich um eine besonders verwerfliche oder auch schwere Tat handelt, vor allem bei Angriffen gegen Polizei- und Rettungskräfte.

Vorwurf: Flasche nach Polizisten geworfen

In der Regel soll nach 14 Tagen bereits ein Ermittlungsergebnis vorliegen. In dem konkreten Fall soll der 19-jährige Mann eine Flasche nach den Beamten geworfen haben. Bei seiner Festnahme leistete er Widerstand, wodurch eine Polizistin an der Hand verletzt wurde.

Das priorisierte Verfahren ist nun abgeschlossen, bestätigt der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Markus Pfaller. "Wir haben nun Anklage wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte am Landgericht Regensburg erhoben." Im Falle einer Verurteilung muss geprüft werden, ob er nach Erwachsenen- oder Jugendstrafrecht bestraft werden muss.

Ermittlungen gegen weitere Verdächtige

Auch die Ermittlungen gegen die anderen acht Verdächtigen sind noch offen. Die Polizei wertet derzeit Videomaterial aus. Hieraus könnten sich theoretisch weitere Taten ergeben. "Fakt ist: Die weiteren Ermittlungen sind noch nicht beendet und werden noch Zeit Anspruch nehmen", hieß es.

Polizei will verstärkt Präsenz zeigen

Da das kommende Wochenende wieder schön werden soll, verstärkt die Polizei ihre Präsenz an beliebten Plätzen und Orten in Regensburg. "Wir werden unserer Linie treu bleiben: Das erste Mittel der Wahl ist das Gespräch. Wenn es aber zu Gewalt oder Straftaten kommt, werden wir konsequent durchgreifen", sagt Florian Beck, Sprecher des Polizeipräsidiums Oberpfalz.

Polizei appelliert an Vernunft der Menschen

Die Polizei appelliert daher, sich an die noch geltenden Infektionsschutzregeln zu halten. "Obwohl die Maskenpflicht unter anderem in Regensburg aufgehoben ist, gilt es weiterhin, auf Abstände zu achten", so Beck. Zur Unterstützung der Polizei werden am Wochenende auch Kräfte der Bereitschaftspolizei im Einsatz sein.

Auch die Stadt Regensburg wird mit Mitarbeitern des Kommunalen Ordnungsservices (KOS) die Polizeiarbeit unterstützen. So sind unter anderem gemeinsame Kontrollaktionen an verschiedenen Orten, wie zum Beispiel auf der Jahninsel oder am Grieser Spitz, geplant.

Gastronomie im Blick

"Besonders im Blick werden die Vollzugsbediensteten des KOS die Gastronomiebetriebe haben. Diese werden präventiv im Vorfeld angesprochen und an die Einhaltung der gesetzlichen Regelungen erinnert", schreibt die Stadt auf BR-Nachfrage. So soll kein Alkohol an offensichtlich Betrunkene ausgeschenkt und kein Alkohol an Minderjährige ausgegeben werden.

Neben den beliebten Plätzen in der Stadt soll der KOS auch einzelne Schwerpunkte in den städtischen Grünanlagen bestreifen, an denen regelmäßig viele Jugendliche zusammenkommen, so die Stadt weiter.

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