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Flächenfraß am Beispiel Dinkelscherben | BR24

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Eine Fläche, so groß wie sieben Fußballfelder: so viel soll pro Tag in Bayern künftig maximal verbaut werden dürfen.

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Flächenfraß am Beispiel Dinkelscherben

Die Grünen stellen heute ihren Gesetzentwurf zum Flächensparen vor. Wirtschaftsminister Aiwanger wirbt für max 5 ha Flächenverbrauch pro Tag mit freiwilligen Maßnahmen. Der Bund Naturschutz ist skeptisch. Ein konkreter Fall in Dinkelscherben.

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Eine zwei Hektar große Wiese am Ortsausgang von Dinkelscherben. Hier könnten schon bald ein Drogerie- und ein Supermarkt samt Parkplätzen gebaut werden. Eigentlich fehlte der Marktgemeinde nur ein Drogeriemarkt. Aber der Investor besteht offenbar auf dem Supermarkt, damit der vor Ort für entsprechend Kundschaft sorgt, erfahren wir. Für Kathrin Flinspach vom Bund Naturschutz Ortsgruppe Dinkelscherben kein guter Deal:

"Der Preis, den man für diesen Drogeriemarkt bereit ist zu zahlen, ist unter Umständen sehr hoch. Zwei Hektar Grünfläche gehen verloren, auf der ist die Köcherfliege nachgewiesen, die auf der Roten Liste steht. Boden geht verloren, der für den Hochwasserschutz wichtig ist. Dinkelscherben hat viele Probleme mit dem Hochwasser." Kathrin Flinspach , Bund Naturschutz

Gemeinde will Supermarkt

Dinkelscherbens Bürgermeister Edgar Kalb kann die Sorgen um den Flächenverbrauch verstehen, sagt er im BR-Interview. Aber die Gemeinde müsse eben auch dafür sorgen, dass die Menschen vor Ort alles bekommen, was sie zum Leben brauchen und befürchtet, dass der Investor einfach in einem Nachbarort bauen würde und die Menschen dann dort einkaufen würden.

Umgehungsstraße ist Bund Naturschutz ein Dorn im Auge

Auch Dinkelscherbens angedachte Umgehungsstraße ist dem Bund Naturschutz ein Dorn im Auge. Bis zu acht Hektar Land würde sie verbrauchen, rechnet Verena Fischer vom Bund Naturschutz Dinkelscherben vor:

"Es wird ja nicht nur die Fläche versiegelt, sondern auch zerschnitten in kleinere Teile. Wir haben hier die Ausgleichsfläche von Dinkelscherben mit Feuchttümpeln und einem ganz großen Vorkommen von Vogelarten. Wir freuen uns auch ganz besonders, dass seit einigen Jahren hier auch wieder Kiebitze brüten, vor allem erfolgreich brüten." Verena Fischer, Bund Naturschutz

Umgehungsstraße oder Umleitung im Ort?

Und welche Entlastung eine Umgehungsstraße für Dinkelscherben tatsächlich bringen würde, das werden erst die Untersuchungsergebnisse im Herbst zeigen. Eine innerörtliche Umleitung des Verkehrsstromes, so wie das der Bund Naturschutz anregt, ist für Bürgermeister Kalb keine Lösung. Auch weil - im Gegensatz zur Umgehungsstraße - dafür die Gemeinde die finanziellen Mittel bereitstellen müsste

"Wenn, dann soll der Verkehr wirklich raus aus dem Ort. Und das schafft man eben nur mit einer kompletten Umfahrung und nicht mit einer partiellen Ausleitung. Und diese partiellen Ausleitungen, die wären eh nicht förderfähig. Das heißt, das wäre dann eh ein Projekt, was die Kommune mit Eigenmitteln finanzieren müsste." Edgar Kalb, Dinkelscherbens Bürgermeister