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Fitnessstudios in Bayern öffnen bald wieder | BR24

© BR/Nicole Schmitt

In den bayerischen Fitnessstudios sind vereinzelt Geräte gesperrt, weil der Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten werden muss.

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Fitnessstudios in Bayern öffnen bald wieder

Rund 11,7 Millionen Menschen in Deutschland sind Mitglied in einem Fitnessstudio. Die traf der Corona-Lockdown und die Schließung der Sportstudios hart. Umso mehr freuen sich Hobbysportler, dass die Studios in Bayern bald wieder öffnen.

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Mitte März zwang die Corona-Krise auch die Fitness-Industrie in die Knie. Alle Sportstudios mussten geschlossen werden. Nach fast drei Monaten dürfen nun die bayerischen Betreiber am Montag (08.06.20) ihre Studios unter bestimmten Voraussetzungen wieder öffnen. Bayern ist damit das letzte deutsche Bundesland, das die Öffnung erlaubt. Das bevölkerungsreichste Bundesland Nordrhein-Westfalen hatte den Anfang gemacht und bereits am 11. Mai Sport in Fitnessstudios wieder zugelassen.

Ein Hygienekonzept für Studios ist Pflicht

Die nordrhein-westfälische Verordnung wurde eine Woche später sogar noch erweitert. Seitdem ist dort auch die Nutzung von Duschen und Umkleidekabinen erlaubt. Das ist in Bayern bis auf weiteres verboten. Die strengen Maßstäbe sind auch in einer speziellen Hygieneverordnung des Bayerischen Ministerialblatts nachzulesen. Das Wichtigste auch hier: Der Mindestabstand von 1,5 Metern muss jederzeit eingehalten werden. Deshalb wurden in vielen Fitnessstudios einzelne Geräte gesperrt.

Sportler müssen auf der Toilette Maske tragen

Die Sportlerinnen und Sportler müssen beim Betreten und Verlassen des Fitnessstudios einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Und auch der Weg zur Toilette ist nur mit Maske gestattet. Zudem mussten die Studiobetreiber neben einem Hygiene- auch ein Lüftungskonzept ausarbeiten, das bei Bedarf der zuständigen Kreisverwaltungbehörde vorgelegt werden muss.

© BR

Nach fast drei Monaten Schließung dürfen ab kommender Woche Bayerns Fitnessstudios wieder öffnen. Was müssen Studios und Mitglieder beim Training in Corona-Zeiten beachten?

Das Ende des Lockdowns bedeutet auch finanzielle Entlastung

Trotz vieler bürokratischer Hürden ist die Freude bei nahezu allen Fitnessstudio-Betreibern in Bayern groß. Schließlich endet mit dem dreimonatigen Öffnungsverbot für die meisten auch eine finanzielle Durststrecke. Das bestätigt auch die Chefin von "Beyers Aktiv-Park", Iris Leibrecht. Das Zirndorfer Fitnessstudio hat seinen mehr als 1.000 Mitgliedern Monatsbeiträge, die kurz vor dem Lockdown abgebucht worden waren, gutgeschrieben. In den anschließenden Monaten wurde überhaupt nichts mehr abgebucht. Zu diesem Schritt entschloss sich die Studiobetreiberin, weil sie aus eigener Erfahrung wusste, dass viele ihrer Mitglieder in Kurzarbeit gehen würden. Auch ihr Unternehmen musste für einige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Kurzarbeit anmelden.

Online-Kurse waren große Motivationshilfe

Um bei ihren Mitgliedern nicht in Vergessenheit zu geraten, boten die Trainer des Aktiv-Parks während der Schließzeit Live-Kurse im Internet an. Drei Mal in der Woche konnten die mehr als 1.000 Mitglieder unterschiedliche Kurse absolvieren, vom Faszientraining bis hin zum Ausdauer-Workout. Neben der reinen Bewegung profitierten viele von dem Angebot auch in persönlicher Hinsicht. Denn die oft langjährig bekannten Trainingspartner nicht mehr zu sehen, war besonders für die Studiogänger jenseits der 60 ein echtes Problem. "Wir haben viele ältere Personen, die halt auch alleine daheim sind. Die sind total froh, dass es wieder weitergeht", erzählt Iris Leibrecht.

Studios dürfen auch wieder Kurse abhalten

Weiter geht es ab Montag im übrigen auch mit dem Kursangebot vor Ort. In abgespeckter Version und natürlich kontaktfrei geht es dem Corona-Speck an den Kragen. Allerdings ist die Teilnahme auf wenige Mitglieder beschränkt, die sich vorher online zum Kurs anmelden müssen. Hochintensive Trainingseinheiten wie Tabata oder Bodycross gibt es vorerst nicht. Oberstes Credo auch hier: Der Mindestabstand muss eingehalten werden.

EMS-Studios durften bereits am 11. Mai wieder öffnen

Mit der Wiedereröffnung der Fitnessstudios setzt Bayern seinen "Breitensport"-Stufenplan um, den Sportminister Joachim Herrmann (CSU) dem Ministerrat Ende Mai vorgelegt hatte. Bereits am 11. Mai durften Studios öffnen, die elektrische Muskelstimulationstrainings, kurz EMS, anbieten. Möglich war dies durch einen Beschluss des Bayerischen Verwaltungsgerichts München. Das Gericht entschied, dass EMS-Trainingseinheiten von einer Person oder zwei Personen aus einem Haushalt durchgeführt werden dürfen, wenn die Übungen kontaktfrei ablaufen und ohne Hilfsmittel, wie zum Beispiel Hanteln oder Gewichte, durchgeführt werden.

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