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Bildrechte: pa/dpa/Peter Kneffel

Angesichts sinkender Corona-Zahlen hat das bayerische Kabinett weitere Erleichterungen auf den Weg gebracht: für Sport- und Kulturveranstaltungen, für Fitnessstudios, Schulen und Kitas. Die wichtigsten Beschlüsse im Überblick.

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Bayern lockert weiter: Das sind die neuen Corona-Beschlüsse

Angesichts sinkender Corona-Zahlen hat das bayerische Kabinett weitere Erleichterungen auf den Weg gebracht: für Sport- und Kulturveranstaltungen, für Fitnessstudios, Schulen und Kitas. Die wichtigsten Beschlüsse im Überblick.

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Von
  • Petr Jerabek
  • Vera Cornette

Die Corona-Lage in Bayern entspannt sich laut Ministerpräsident Markus Söder (CSU) weiter. Der "positive Trend" mache ein "gut ausbalanciertes vorsichtiges Öffnen" möglich, sagte Söder nach einer Kabinettssitzung in München. In Regionen mit einer 7-Tage-Inzidenz über 100 greife die Bundes-Notbremse, bei Werten unter 100 nutze Bayern die Freiräume. Das Kabinett brachte daher weitere Lockerungen auf den Weg.

Ab Freitag "Click & Fit"

Ab Freitag dürfen in Bayern auch Fitnessstudios wieder öffnen - in Landkreisen und kreisfreien Städten mit einer stabilen Inzidenz unter 100. "Mit Test und Buchungen und Maske bis zum Gerät", erläuterte Söder, "unter dem Motto Click & Fit". Sinkt die Inzidenz unter 50, entfällt für die Besucher die Pflicht, einen negativen Corona-Test vorzulegen.

Kultur und Sport im Freien mit Zuschauern

Ebenfalls von Freitag an werden in Landkreisen und kreisfreien Städten bei einem Wert unter 100 auch Kulturveranstaltungen im Freien möglich: Erlaubt werden Laut Söder maximal 250 Zuschauer - "mit Test, mit Maske und festem Sitzplatz". Die gleichen Voraussetzungen sollen dann auch für Zuschauer bei Sportveranstaltungen im Freien gelten.

Freibäder dürfen öffnen

Wie vergangene Woche bereits angekündigt, beschloss der Ministerrat auch die Öffnung der Freibäder in Kommunen mit einer 7-Tage-Inzidenz unter 100 ab Freitag. Besucher müssen einen Termin buchen und Mindestabstände einhalten. Liegt die Inzidenz zwischen 50 und 100 müssen sie außerdem einen negativen Corona-Test vorlegen, unter 50 entfällt diese Testpflicht.

Tourismus am Pfingstwochenende

Öffnungen für den Tourismus waren bereits in den vergangenen beiden Wochen beschlossen worden: Wo der Inzidenzwert von 100 stabil unterschritten wird, dürfen pünktlich zum Start der Pfingstferien ab Freitag Hotels, Pensionen, Ferienwohnungen und Campingplätze wieder Gäste empfangen.

Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) kündigte an, bei der Beurteilung der "stabilen Inzidenz unter 100" werde sein Haus "großzügig" vorgehen. "Wir werden jetzt sagen: Fünf Tage stabile Inzidenz und am siebten Tag - in Richtung jetzt auf das Pfingstwochenende - kann geöffnet werden". Bisher waren Öffnungen am achten Tag vorgesehen.

Messen ab 1. September geplant

Söder kündigte zudem an, dass ab 1. September wieder Messen erlaubt werden. Als "Pilotmesse" soll nach Angaben von Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) bereits vom 10. bis 12. Juli eine Fachmesse für Interior-Design in München stattfinden. Er zeigte sich optimistisch, dass im September erstmals die Internationale Automobil Ausstellung (IAA) in München veranstaltet werden kann.

Noch kein Termin für Innengastronomie

Während Biergärten und Außenbereiche von Restaurants und Cafés in einigen Regionen Bayerns bereits geöffnet sind, gibt es nach wie vor keinen Termin für die Innengastronomie. Söder kündigte an, die Staatsregierung werde Anfang Juni über das weitere Vorgehen beraten. "Wir gehen jetzt einfach Schritt für Schritt sauber vor", sagte Söder. "Je besser es wird, desto mehr ist möglich."

Erleichterungen für Schulen und Kitas

Nach den Pfingstferien wird es laut Söder es an allen Schularten nur noch in Regionen mit einer Inzidenz über 165 Distanzunterricht geben. Zwischen 50 und 165 würden Schüler im Wechsel zu Hause und in der Schule unterrichtet. Bei einer Inzidenz unter 50 sei für alle Schüler voller Präsenzunterricht geplant. Bisher war dies nur an Grundschulen möglich.

Damit werde nach Pfingsten der ganz überwiegende Teil der Schülerinnen und Schüler bis zum Sommer im Wechsel- oder Präsenzunterricht sein. Unabhängig von der örtlichen Inzidenz wird es laut Söder bei der Masken- und Testpflicht in Schulen bleiben. "Weil die Inzidenz der Jüngeren höher ist und weil wir die Stabilität der Schule auf jeden Fall gewährleisten wollen", sagte er.

Die gleichen Schwellenwerte gelten ab 7. Juni für Kinderbetreuungseinrichtungen: Bei einer Inzidenz unter 50 werde es ganz normalen Regelbetrieb geben, sagte der Ministerpräsident. In Regionen mit Werten zwischen 50 und 165 sollten Kinder in festen Gruppen betreut werden, bei einer höheren Inzidenz gebe es nur eine Notbetreuung.

Was sagt die Opposition?

Der Fraktionsvorsitzende der AfD im Landtag, Ingo Hahn, kritisierte im BR24Live, dass trotz sinkender Inzidenzzahlen die Bevölkerung ihre Rechte nicht zurückbekomme. Zudem äußerte er die Befürchtung, dass nach der Bundestagswahl "die Zügel wieder stärker angezogen werden."

FDP-Fraktionschef Martin Hagen zeigte sich enttäuscht. Er hatte sich gewünscht, dass die Gastronomie und Hotellerie inzidenzunabhängig öffnen darf. Die jugendpolitische Sprecherin seiner Fraktion, Julika Sandt, mahnte, dass "schnellstmöglich Kita, Schule, Jugendarbeit und der gesamte Sport inzidenzunabhängig öffnen müsse".

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