Ein toter Fisch liegt im flachen Wasser

Trockenheit und Hitze führt zu Fischsterben (Symbolbild)

Bildrechte: dpa-Bildfunk/Patrick Pleul
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    Fischsterben in Unterfranken: Experte befürchtet weitere Fälle

    Fischsterben in Unterfranken: Experte befürchtet weitere Fälle

    In Unterfranken gab es innerhalb einer Woche zwei massive Fischsterben. Bei einem der Fälle sei die Ursache eindeutig die anhaltende Hitze und Trockenheit. Ein Fischereifachberater vom Bezirk Unterfranken befürchtet, dass es zu weiteren Fällen kommt.

    Die Trockenheit und Hitze aus diesem Sommer haben bereits jetzt drastische Auswirkungen auf verschiedenste Lebensbereiche. Probleme gibt es zum Beispiel in den Gewässern Unterfrankens, dem "Hotspot" Bayerns. Innerhalb dieser Woche gab es in der Region zwei massive Fischsterben: im Königmarksee bei Röthlein im Landkreis Schweinfurt sowie am Unterlauf des Flüsschens Kahl im Landkreis Aschaffenburg.

    Königsmarksee: Wasserqualität durch Trockenheit und Hitze verschlechtert

    Für das Sterben im Königmarksee sei laut Michael Kolahsa von der Fischereifachberatung beim Bezirk Unterfranken die langanhaltende Hitze und Trockenheit ursächlich. Das Klima hätte hier im Laufe der Zeit zu einer Verschlechterung der Wasserqualität geführt und die Fische unter langanhaltenden Stress gesetzt. Durch die hohen Wassertemperaturen und die teils sehr schlechten Sauerstoffwerte seien sie eingegangen. Mithilfe der Feuerwehr, die mit Pumpen das Wasser umwälzte, sei der Sauerstoffgehalt mittlerweile etwas verbessert worden. Damit bestehe für die verbliebenen Fische derzeit keine Gefahr, so Kolahsa.

    Genaue Ursache für Fischsterben in der Kahl noch unklar

    Im Fall der Kahl sei die Ursache jedoch nicht allein auf Hitze und Trockenheit zurückzuführen. Hier lägen sowohl die angegebenen Wassertemperaturen als auch die Sauerstoffgehaltswerte eigentlich in einem für Fische "grünen Bereich", meint der Fischereifachberater. Derzeit überprüfe das Wasserwirtschaftsamt die genauen Hintergründe des Fischsterbens.

    Fest stehe jedenfalls, dass an fließenden Gewässern wie der Kahl durch die langanhaltende Niedrigwassersituation die Gefahr groß sei, dass das Gewässersystem schnell überfordert wird. Zum Beispiel durch externe, punktuelle Einflüsse wie sie zum Teil bei normalen üblichen gewässerbaulichen Maßnahmen vorkommen.

    Fischsterben in der Kahl hängt wohl nicht mit Kläranlage zusammen

    Nach Angaben von Matthias Roth, dem Sachgebietsleiter Umwelt bei der Stadt Alzenau, gab es in der Kahl im Umkreis einer Grenze von etwa 300 Metern unterhalb der Kläranlage im Meerhofseebereich wieder lebende Fische. Auf den Kläranlagenabfluss sei das Sterben aber nicht zurückzuführen, da hier die Einleitungswerte laufend überprüft worden seien und zu keinem Zeitpunkt auffällig gewesen seien, meint Kolahsa.

    Fischereifachberater hält weitere Fälle für möglich

    Aufgrund der derzeitigen Wetter-Ausnahmesituation sei allerdings mit weiteren Fällen wie am Königmarksee zu rechnen – insbesondere in Stillgewässern. Eine Besserung sei nur bei Abkühlung der Gewässer und mehr Niederschlag in Sicht, so Kolahsa.

    Gefahr bestehe auch überall dort, wo die Gewässer aufgrund mangelnder Niederschläge und hoher Temperaturen abschnittsweise oder komplett trockenfallen. Wenn die Fische nicht in dauerhaft wasserführende Bereiche ausweichen können, komme es wieder zum Fischsterben, sagt Michael Kolahsa vom Bezirk Unterfranken, und ergänzt: "Das betrifft vor allem Gewässer dritter Ordnung." Dazu gehören alle kleinen Gewässer und Bäche.

    Feuerwehr verhindert Fischsterben in Würzburg

    Erst am Freitag-Nachmittag wurde die Integrierte Leitstelle Würzburg über ein mögliches Fischsterben in einem großen Teich im Stadtteil Lindleinsmühle informiert. Messungen des Bezirks bestätigten dann die Vermutung, dass der Sauerstoffgehalt im Teich zu gering war.

    Um kurzfristig das Wasser mit Sauerstoff anzureichern, seien die Einsatzkräfte der Feuerwehr angerückt: Mit mehreren Pumpen saugten sie zunächst Wasser aus dem Teich an und verwirbelten es dann in der Luft. Durch das Aufwirbeln und Zerstäuben an der Luft wird der Teich kurzfristig mit Sauerstoff angereichert. Die Feuerwehr soll mit ihren Pumpen aushelfen, bis sich die Wasserbedingungen stabilisieren.

    Um Fische vor dem Tod zu bewahren, musste die Feuerwehr Würzburg zu einem großen Teich in die Lindleinsmühle ausrücken und den Teich bewässern.

    Bildrechte: Stadt Würzburg/Alfred Schubert

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