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Fisch im Reisebüro - Ungewöhnliche Idee in Zeiten von Corona | BR24

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In Zeiten von Corona liegen viele Branchen am Boden. Die Besitzer eines Münchner Reisebüros haben sich da etwas Besonderes einfallen lassen: Sie verkaufen nun neben Reisen auch Fisch und Wein!

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Fisch im Reisebüro - Ungewöhnliche Idee in Zeiten von Corona

Corona trifft die Reisebranche hart. Um über die Runden zu kommen, verkauft ein Münchner Reisebüro nun frisch geräucherten Fisch vom Tegernsee. Eine ungewöhnliche Geschäftsidee, die funktioniert.

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Von
  • Dagmar Bohrer-Glas

Wenn ein Großteil der Welt Risikogebiet ist in der Corona-Pandemie, dann bricht den Menschen aus der Reisebranche das Geschäft weg - also müssen sie sich etwas einfallen lassen.

Statt einer Fernreise auf die Seychellen oder einem langen Wochenende in Paris gibt es im Reisebüro von Hans Götschl in München-Harlaching frisch geräucherten Saibling oder saftigen Stremel-Lachs.

Am Anfang war es ein Jux

"Wenn du schon keine Reisen verkaufst, dann verkaufst' wenigstens meinen Fisch!" Was vom Tegernseer Fischzüchter, ein Freund von Hans Götschl, eher im Spaß gesagt wurde, entwickelte sich schnell zu einem neuen Geschäftsmodell: Fisch im Reisebüro.

Ein Kühlschrank im Reisecenter

Donnerstagabend werden die Bestellungen der Münchner Kunden in der Tegernseer Fischerei zusammengestellt. Das machen Hans Götschl und sein Geschäftspartner Helmut Lang selbst. Etwa zwei Stunden lang wiegen sie Fisch und zeichnen ihn aus. Transportiert wird er in Kühlboxen, und am Ende landet der Fisch in einem großen Kühlschrank im Harlachinger Reisebüro. Dort wird er Freitagvormittag verkauft. Vom Gewerbeamt ist die Aktion abgesegnet, und die Firma wurde bereits umfirmiert.

Fisch und Wein helfen beim Überbrücken

Der Fischverkauf bessert die Kasse des Reisebüros deutlich auf, denn Personal und Miete müssen ja weiterhin bezahlt werden. Deswegen wurde das Sortiment um Wein erweitert. Darum kümmert sich Götschls Geschäftspartner Helmut Lang. Wenn am Freitag Fisch und Wein weg und die Kasse voll sind, dann sei das motivierend. Den Kopf wolle man wegen der Krise nicht in den Sand stecken, betonen beide.

Nicht nur die Stammkundschaft kauft Fisch

Das neue Angebot des Reisebüros hat sich herumgesprochen. Deswegen kommt nicht nur Stammkundschaft, sondern auch spontane Käufer schauen vorbei. Neben dem Reisebüro befindet sich eine Bäckerei und ein Gemüsehändler. Lebensmittel funktionieren in dieser Krise einfach, das ist das Fazit von Hans Götschl.

Fisch und Wein auch nach der Pandemie

Auch nach Corona soll das Lebensmittelangebot ein Standbein des Reisebüros bleiben. Dann wollen die beiden findigen Geschäftspartner auch Weinreisen anbieten.

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