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Finanzspritze: Augsburger Zoo kann Schimpansen-Anlage umbauen | BR24

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Die Finanzierung ist gesichert - das Schimpansengehege des Augsburger Zoos kann umgebaut werden. Bis zu den Osterferien 2021 sollen die Affen ihr neues Zuhause mit mehr Kletter- und Spielmöglichkeiten beziehen können.

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Finanzspritze: Augsburger Zoo kann Schimpansen-Anlage umbauen

Zu klein und in puncto Tierschutz nicht mehr auf dem aktuellen Stand ist die Schimpansen-Anlage im Augsburger Zoo. Dem Zoo selbst fehlten die Mittel für eine Modernisierung. Dank einer größeren Geldspritze soll der Umbau jetzt dennoch kommen.

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Von
  • Barbara Leinfelder
  • Kilian Geiser

800.000 Euro und damit die kompletten Kosten für den Umbau der Schimpansen-Anlage übernimmt der "Freundeskreis des Augsburger Zoo e.V.". Das bestätigte Zoochefin Barbara Jantschke. "Das hilft dem Zoo natürlich unglaublich", sagte Jantschke dem Bayerischen Rundfunk und erklärte, das sei "eine tolle Fortführung der langjährigen Unterstützung durch den Freundeskreis."

Tierschützer forderten Abgabe nach Wales

Tierschützer des Great Ape Projects hatten jüngst gefordert, die Zooleitung solle prüfen, ob die drei Schimpansen Coco, Akemo und Niki in eine Tierpflegestation nach Wales vermittelt werden können. Jantschke betonte in diesem Zusammenhang, sie habe selbst mehrfach versucht, die Schimpansen in anderen Tierparks unterzubringen. Unter anderem sei eine Abgabe in die Schweiz an einer Exportgenehmigung gescheitert. Die Bedingungen in der Einrichtung in Wales kenne sie allerdings nicht und eine Reise dorthin sei wegen Corona im Moment kaum möglich.

Veterinäramt besteht auf Umbau der Schimpansen-Anlage

Die Schimpansen-Anlage in Augsburg hat einen Innenbereich, in dem die Affen vor Wind und Wetter geschützt sind, und ein Freigehege mit fünf Kletterbäumen. Das Veterinäramt fordert einen Umbau der Anlage, um aktuelle Tierschutz-Standards einzuhalten. Unter anderem müsste das 84 Quadratmeter große Gehege mehr als doppelt so groß sein. Im Sommer machen auch die gläsernen Trennwände zwischen dem Gehege und den Besuchern Schwierigkeiten, weil sie die Luftströmung unterbrechen und sich der Bereich dahinter dadurch stark aufheizt. "Das ist wie in einem Aquarium", erklärte Zoochefin Jantschke vor einigen Wochen.

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Zoochefin Barbara Jantschke freut sich über Finanzspritze für neue Schimpansen-Gehege

Bis Ostern soll das neue Gehege fertig sein

Die Baugenehmigung für das neue Gehege liegt vor, im Januar soll es losgehen mit den Bauarbeiten und bis zu den Osterferien soll der Bau fertig sein. Ein Großteil der bisherigen Glaswände wird entfernt und durch Netze ersetzt. Weil das Gehege auch nach oben hin mit Netzen abgedeckt wird, bekommen die Affen mehr Kletter- und Spielmöglichkeiten.Eine weitere Neuerung: Das Außengelände soll länger als früher geöffnet sein. Mit einer Art Wintergarten mit Heizelementen will man die Affen locken, länger draußen zu bleiben.

Corona-Pandemie bringt Zoo in finanzielle Bedrängnis

Wegen der Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie ist Augsburgs Zoo derzeit geschlossen. Dem Tiergarten fehlen damit die Gelder aus dem Ticketverkauf. Nach Angaben des Zoos geht es um monatliche Umsatzeinbußen von rund 250.000 Euro, während die Kosten für Personal und Tierfutter weiterlaufen. Der Umbau für die Schimpansen scheint nun dank der Finanzierungszusage durch den Freundeskreis aber gesichert.

Freundeskreis fördert Zoo seit 1995

Der "Freundeskreis des Augsburger Zoo" ist ein eingetragener Verein und hat nach eigenen Angaben etwa tausend Mitglieder. Ziel des 1995 gegründeten Vereins ist es, den Zoo ideell und finanziell zu fördern.

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  • Barbara Leinfelder
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