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Finanzamt München: 300 Stellen werden nach Schweinfurt verlagert | BR24

© BR Fernsehen

Die "Bearbeitungsstelle des Finanzamts München" zieht nach Schweinfurt um. Finanzminister Albert Füracker ist heute zum Informationsaustausch am zukünftigen Standort. 300 Stellen werden so von München nach Schweinfurt verlagert.

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Finanzamt München: 300 Stellen werden nach Schweinfurt verlagert

In den kommenden Jahren würden 300 Arbeitsplätze des Finanzamts München nach Schweinfurt verlagert, so Bayerns Finanzminister Albert Füracker. Die Entscheidung sei auf Schweinfurt gefallen, da die Stadt den Abzug der US-Armee habe verkraften müssen.

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Am Donnerstag teilte Bayerns Finanzminister Albert Füracker bei einem Besuch in Schweinfurt mit, dass in den kommenden fünf bis zehn Jahren 300 Arbeitsplätze des Finanzamts München nach Schweinfurt verlagert würden. Nachdem die Stadt vor sechs Jahren den Abzug der US-Armee habe verkraften müssen, sei die Entscheidung auf Schweinfurt gefallen, sagte Füracker. Der Freistaat Bayern macht sich nun auf die Suche nach einer passenden Immobilie oder einem Grundstück, auf dem dann ein neues Gebäude entsteht.

Chance für Schweinfurt

Der Schweinfurter Oberbürgermeister Sebastian Remelé (CSU) sagte, er sei außerordentlich dankbar für diese Entscheidung. Die Stadt werde für die künftige Bearbeitungsstelle des Finanzamts München Gebäude auf dem Gelände der ehemaligen US-Ledward-Kaserne beziehungsweise Grundstücke der Stadt auf dem einstigen Kasernengelände anbieten, der Freistaat Bayern verfüge auf dem Gelände aber selbst über Grundstücke, sagte Remelé.

Einsatzbeginn in frühestens zwei Jahren

Die ersten 80 Mitarbeiter des Finanzamts München sollen bereits in zwei bis drei Jahren ihre Arbeit in Schweinfurt aufnehmen. Niemand werde gegen seinen Willen nach Schweinfurt versetzt, wenn aber in München Stellen frei würden, würden sie nach Schweinfurt verlagert und hier nach passenden Bewerbern gesucht, sagte Füracker.

© Norbert Steiche/BR-Mainfranken

Finanzamt München: 300 Stellen werden nach Schweinfurt verlagert

Schweinfurter Landrat "äußerst irritiert" über Entscheidungsfindung

Der Schweinfurter Landrat Florian Töpper (SPD) zeigt sich ein einer Pressemitteilung "äußerst irritiert" über die Entscheidungsfindung und -verkündung zur Verlagerung von rund 300 Arbeitsplätzen des Finanzamts München nach Schweinfurt. Töpper fühlt sich bei der Entscheidungsfindung "komplett übergangen".

Der Grund dafür: Im Januar stand auf der Internetseite des Bayerischen Finanzministeriums, dass die Bearbeitungsstelle des Finanzamts München "in den Raum Schweinfurt" gehen sollte. Töpper bot damals unter anderem das leerstehende Gerichtsgebäude in Gerolzhofen oder die ehemaligen US-Conn-Kasernen bei Geldersheim als mögliche Immobilie für die Behördenverlagerung an. "Es war eine substantielle Bewerbung, auf die wir außer einer Eingangsbestätigung vom 4. Februar 2020 mit dem Hinweis, wir werden so schnell wie möglich dazu Nachricht erhalten, bis zum heutigen Tag keinerlei Reaktionen bekommen haben", berichtet der Landrat.

Nach der heutigen Standortentscheidung für Schweinfurt schreibt Töpper nun: "Die Region hätte auch aus dem Landkreis heraus gestärkt werden können."

Behördenverlagerung: Eröffnung der Außenstelle des LSI in Bad Neustadt

In Bad Neustadt an der Saale eröffnete Füracker zuvor die Außenstelle des Landesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (LSI). Im Rahmen des Konzepts "Regionalisierung von Verwaltung - Behördenverlagerung" wurden in Bad Neustadt 15 hochqualifizierte Arbeitsplätze geschaffen. Wichtigste Aufgabe des LSI ist der Schutz des staatlichen Behördennetzes. "Der aktive Schutz der staatlichen IT-Systeme wird damit spürbar auch aus Bad Neustadt a.d.Saale gewährleistet", erklärte der Finanz- und Heimatminister. Füracker nannte die Außenstelle des LSI einen wichtiger Meilenstein zur Stärkung des Behördenstandorts und ein Gewinn für das nördliche Unterfranken.

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