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Filmdreh im Corona-Jahr: Plexiglas, Mundschutz und Set-Cleaner | BR24

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Corona hat die Filmbranche erst ganz lahmgelegt, nun sind die Künstler froh, wieder arbeiten zu dürfen. Bloß nicht wieder aufhören müssen, so lautet das Motto. Deshalb nimmt man es am Set besonders ernst mit den Regeln.

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Filmdreh im Corona-Jahr: Plexiglas, Mundschutz und Set-Cleaner

Corona hat die Filmbranche erst ganz lahmgelegt, nun sind die Künstler froh, wieder arbeiten zu dürfen. Bloß nicht wieder aufhören müssen, so lautet das Motto. Deshalb nimmt man es am Set besonders ernst mit den Regeln.

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Es wird wieder gedreht, doch vieles ist anders als sonst: Die Kameraleute haben Schutzmasken auf, die Film-Crew steht im Sicherheitsabstand zueinander. Am Drehort, einer Seitenstraße nicht weit vom Regensburger Hauptbahnhof, ist für alles gesorgt: ausreichend Desinfektionsmittel und Schutzmasken stehen bereit.

Für alle Teilnehmer am Set: Tägliches Fiebermessen

Gedreht wird der Fernsehfilm "Geliefert", eine Produktion im Auftrag des BR und in Koproduktion mit ARTE. Der Film handelt von einem alleinerziehenden Vater, der sich als Paketzusteller durchschlägt. Kein leichter Job, genauso wenig wie in Corona-Zeiten einen Filmdreh zu managen. Der Hauptdarsteller des Films, Bjarne Mädel, schildert, was jetzt anders läuft: "Der Unterschied ist, dass man noch mehr Sicherheitsvorkehrungen treffen muss. Das Team trägt fast durchgängig Masken. Die Temperatur wird jeden Tag gemessen, bei jedem, der ans Set kommt. Das ist morgens das Erste was man zu tun hat. Die Sachen, die angefasst werden, werden ständig desinfiziert.“

Neue Jobs durch Corona: Set-Cleaner und Hygieneberater

Fürs Desinfizieren gibt es am Filmset extra einen neu geschaffenen Posten: Den Set-Cleaner. Er ist von früh bis spät nur dafür da, alles regelmäßig abzuwischen: Zum Beispiel die Toilette, die Türgriffe und die Esstische. Wird in einer Filmszene ein Gegenstand ausgetauscht, wird der ebenfalls desinfiziert.

Außerdem wurde extra ein Farbsystem mit bunten Schweißbändern eingeführt. Jeder der Filmcrew trägt eins am Handgelenk: in grün, orange oder blau. Das zeigt sofort, wer wie viel Kontakt mit anderen haben darf - und wer regelmäßig auf Corona getestet wird. Über diese Abstandsregelung per Schweißband wacht mit Argusaugen ein Hygieneberater. Auch dieser Job ist neu.

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Mittagessen mit Plexiglasscheibe dazwischen.

Mittagspause mit Plexiglasscheibe

In der Mittagspause teilen Plexiglasscheiben den Esstisch. Das Gegenüber und der Nebensitzer sind so nur noch milchig zu erkennen, aber immerhin passen auf diese Weise wieder sechs Personen auf eine Bank. Wer dort nicht mehr hinpasst, sucht sich ein isoliertes Plätzchen zum Essen - vor einem der vielen Aufenthaltsmobilen. Auch davon wurden jetzt deutlich mehr aufgestellt.

"Ansonsten sind die Abläufe so wie sonst auch“, sagt Schauspieler Bjarne Mädel. "Man geht in die Maske, man geht ins Kostüm. Aber die Garderobieren dürfen einem nicht mehr helfen sich anzuziehen, das müssen wir jetzt selbst hinkriegen. Das ist ein wenig schade, weil das der Moment ist, wo man sonst immer ein bisschen Quatsch miteinander macht." Die strengen Regelungen findet Bjarne Mädel gut - besser so, als zu sorglos mit der Pandemie umzugehen.

Filmbranche ist auf strikte Maßnahmen angewiesen

Es ist alles anders, unfreier, aufwändiger und auch teurer geworden, meint auch der Produzent des Films, Andreas Schneppe. Trotzdem seien all diese Vorkehrungen sehr wichtig: "Wir achten da sehr stark darauf, die ganze Filmbranche ist darauf angewiesen. Dass kann man sich nicht leisten, dass Filmdrehs wieder eingestellt werden, das wäre echt eine Katastrophe. Jeder ist natürlich daran interessiert, seinen Job machen zu können."

Am Drehbuch musste bei diesem Film glücklicherweise nichts wegen Corona geändert werden, sagt Schneppe. Massen- oder viele Kussszenen seien sowieso nicht vorgesehen, das mache die Handlung recht Coronakompatibel. Corona-Maßnahmen hin oder her - ist der Film erst mal fertig, werden die Fernsehzuschauer nachher wohl kaum erkennen, dass dieser Filmdreh nicht ganz so ablief wie vor der Corona-Pandemie. Die Ausstrahlung ist für 2021 geplant.

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Dreh am Abend, Kameraleute haben immer Masken auf

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Es gibt jetzt mehr Aufenthaltsmobile als sonst beim Film-Dreh, damit die Abstände eingehalten werden können.

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Klappe des Films (der Filmtitel lautet "Geliefert")

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