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Bildrechte: picture alliance / Zoonar | WIELAND HOLLWEGWieland Hollweg

Blick vom Galgenberg bei Kupferberg zum Fichtelgebirge mit dem Schneeberg (links) und dem Ochsenkopf.

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Fichtelgebirge: Tourismus-Neustart nach Corona-Pause

Der Tourismus im Fichtelgebirge startet mit neuem Elan in die Zukunft. Neben frischen Internetauftritten will sich die Urlaubsregion mit anderen oberfränkischen Erholungsgebieten zusammenschließen – damit die Umsatzahlen wieder steigen.

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Von
  • Markus Feulner

Sie waren nicht untätig in der Tourismuszentrale Fichtelgebirge (TZ) in den langen Monaten des Lockdowns. Von November vergangenen Jahres bis heuer Pfingsten stand der Tourismus im Fichtelgebirge nahezu still – obwohl der Winter in normalen Jahren fast die Hälfte der Jahreseinnahmen bringt.

Gerade im zurückliegenden Winter kamen vor allem an den Wochenenden Tagesausflügler aus allen Teilen Frankens in das Fichtelgebirge zum Wandern, Langlaufen und Schlittenfahren. Doch alle Skilifte und Bergbahnen, alle Lokale und Übernachtungsmöglichkeiten, alle Thermen und Bäder mussten geschlossen bleiben.

Mehr als 300 Vermieter wurden befragt

Dass Tagestouristen kommen, das soll auch künftig so sein. Deswegen setzen sie in der Fichtelberger Tourismuszentrale verstärkt auf die Digitalisierung. In den letzten acht Monaten führten sie einen digitalen "Performance Check" bei der Hälfte der 650 Vermieter durch.

Online-Präsenz von Tourismusangeboten wird modernisiert

Hotels, Gasthäusern und Ferienwohnungen sollen in der digitalen Welt aufgefunden werden. Über 86 Prozent aller Betriebe werden durch Suchmaschinen gefunden, lautet eine Erkenntnis. Die Hälfte der Betriebe habe zumindest einen Business Eintrag, aber nur 35 Prozent hätten eine eigene Webseite.

Ähnlich sieht es bei der Onlinebuchung aus: Bei der Hälfte sei es möglich, bei knapp einem Viertel wiederum gar nicht: Das, so Ferdinand Reb von der Tourismuszentrale Fichtelgebirge, sei heute nicht mehr zeitgemäß. Die Kunden würden sich im Netz nach ihren Urlaubszielen und den Angeboten erkundigen, folglich müssten die touristischen Anbieter die fortschreitende Digitalisierung mitgehen.

Soziale Medien und Reisejournalisten steigern Interesse

Die TZ Fichtelgebirge hat personell aufgestockt, will in den nächsten Wochen und Monaten den Betrieben Hilfe anbieten, wie sie sich im Netz präsentieren können. Auch die zweite Hälfte der noch nicht befragten Gastgeber soll nach ihrem digitalen Stand abgefragt werden.

Dazu solle auch die Darstellung des Fichtelgebirges in den Sozialen Medien weiter verstärkt werden. Das Interesse des Publikums scheint da zu sein: Immer wieder besuchen Influencer, aber auch Reisejournalisten überregionaler Medien das Fichtelgebirge. Erstaunlicherweise seien aber auch die lange totgesagten Prospekte wieder extrem stark nachgefragt, so Reb. Besonders zu den Themen Radfahren, Direktvermarktung, Wohnmobile und Camping.

Oberfrankens Urlaubsregionen wollen sich bündeln

Auch die Vernetzung mit den benachbarten Urlaubsregionen Fränkische Schweiz und Frankenwald soll die Aufmerksamkeit für das Fichtelgebirge steigern. Es freue ihn sehr, das demnächst ein bekannter Reiseführer von "Marco Polo Reisen" über die Gesamtregion Bayreuth-Fränkische Schweiz-Fichtelgebirge erscheinen werde, betonte der Vorsitzende der Tourismuszentrale, der Bayreuther Landrat Florian Wiedemann (FW). Es sei heute schon so, dass Gäste in Oberfranken an einem Tag das Fichtelgebirge und am nächsten die Fränkische Schweiz besuchen würden. Die Region sei entsprechend kleinräumig.

Fichtelgebirge: Urlaubsanfragen zuletzt gestiegen

An die Zahlen von 2019 wolle man gerne wieder anknüpfen, so Ferdinand Reb. Vor Corona wurden rund um Ochsenkopf und Schneeberg 3,7 Millionen Übernachtungen gezählt. Die Gäste sorgten für einen Gesamtumsatz von 609 Millionen Euro - das sind 160 Millionen mehr als noch im Jahr 2008. Bei den Tagesausflüglern waren es im Jahr 2019 über 14 Millionen Menschen, die 392 Millionen Euro in der Region ließen. Das Fichtelgebirge könne vom Trend zum "Urlaub daheim" profitieren, ohne dass es zum gefürchteten Übertourismus komme, so der Tourismusexperte.

Die Gäste legten Wert auf qualitativ hochwertigen Urlaub – auch das ein Ergebnis der Tourismuszentrale Fichtelgebirge. Mit dem letztes Jahr begonnenen Zertifizierungsprozess "Qualitätswanderregion Fichtelgebirge", der neben den Wanderwegen auch die Gastronomie einbezieht, wolle man entsprechende Standards setzen, so Ferdinand Reb.

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