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Fichtelgebirge: Dank Julchen könnten Luchse heimisch werden | BR24

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Seit den 70er Jahren gibt es in Bayern wieder Luchse. Die meisten von ihnen im Bayerischen Wald. Nun gibt es auch im Fichtelgebirge begründete Hoffnung, dass der Luchs wieder heimisch wird.

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Fichtelgebirge: Dank Julchen könnten Luchse heimisch werden

Im Fichtelgebirge wächst die Hoffnung, dass der Luchs nach langer Zeit wieder heimisch werden könnte. Im vergangenen Sommer wurde eine junge Luchsdame ausgewildert. Nun sollen Fotofallen kontrollieren, wie es dem Tier in der neuen Freiheit ergeht.

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Von
  • Marc Neupert

Seit den 70er Jahren gibt es in Bayern wieder Luchse, inzwischen gibt es geschätzt 80 Tiere in den Wäldern des Freistaats. Die meisten von ihnen leben im Bayerischen Wald. Nun gibt es auch im Fichtelgebirge begründete Hoffnung, dass der Luchs wieder heimisch wird.

Julchen wird im Fichtelgebirge ausgewildert

Denn im August vergangenen Jahres war mit Julchen ein Luchs im Fichtelgebirge ausgewildert worden. Als Naturpark-Ranger beobachtet Ronnie Ledermüller die junge Luchsdame schon seit Monaten. "Julchen wurde von Spaziergängern gefunden", so Ledermüller. "Die dachten wohl zuerst, das ist ein alleingelassenes Katzenbaby und brachten es zum Tierarzt." Ein Luchs-Experte hat das Tier dann groß gepäppelt, anschließend kam Julchen in ein spezielles Gehege. Im April 2020 wurde Julchen den Naturpark-Rangern und Förstern im Fichtelgebirge übergeben. In einem geräumigen Käfig, weit weg von Wanderern, konnte sich die Luchsdame drei Monate an ihre neue Heimat gewöhnen.

Luchs geht wieder selber auf die Jagd

Nach ihrer Auswilderung musste Julchen zunächst lernen, sich zu ernähren und zu jagen. Es sei zunächst auch noch Futter in dem Käfig ausgelegt worden. Die Fotofallen hätten allerdings gezeigt, dass der einzige, der sich darüber gefreut hat, der Fuchs war, erklärt Ledermüller. Die Luchsdame Julchen kehrte indes nicht mehr wieder zurück zum Käfig. Mithilfe von Fotofallen, die im Wald hängen, hatte sich Ledermüller Informationen erhofft, wie es dem Luchsmädchen geht. Zwei Wochen, nachdem sie freigelassen worden ist, tappte sie das erste Mal in die Falle.

"Man weiß eben nicht: Schafft sie es? Weil sie hatte keine Mutter, die ihr lernte, wie man ein Reh fängt." Ronnie Ledermüller, Naturpark-Ranger im Fichtelgebirge

Wildkamera ertappt Luchsdame

Es ist nun schon einige Wochen her, seitdem Ledermüller die letzten Spuren von Julchen im Wald entdeckt hat. Zuletzt erwischte eine Wildkamera jedoch erneut die Luchsdame. Das Foto zeigt, dass die junge Raubkatze offenbar nicht abgewandert ist. Es deutet momentan alles darauf hin, dass Julchen ihr Leben im Fichtelgebirge gut meistert. Der Naturpark-Ranger Ledermüller will Julchen weiterhin im Blick behalten. Er hofft, dass sie bald einen Gefährten findet und vielleicht in ein paar Jahren eine stolze Luchs-Mama wird.

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