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#fragBR24 đź’ˇ FFP2-Masken und die elektrostatische Ladung | BR24

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An vielen Orten ist sie jetzt Pflicht, die FFP2-Maske. Doch sie ist teuer und sollte optimalerweise nur einmal benutzt werden. Im Privatgebrauch gibt es allerdings Möglichkeiten, sie eigenverantwortlich wiederzuverwenden.

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#fragBR24 đź’ˇ FFP2-Masken und die elektrostatische Ladung

An vielen Orten ist sie jetzt Pflicht, die FFP2-Maske. Doch sie ist teuer und sollte optimalerweise nur einmal benutzt werden. Im Privatgebrauch gibt es allerdings Möglichkeiten, sie eigenverantwortlich wiederzuverwenden.

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Von
  • Maren Hellwege-Beck

FFP2-Masken haben einen besonderen Aufbau. In der Mitte befindet sich ein Filtervlies mit elektrostatischer Ladung. Durch diese elektrostatische Ladung bleiben feinste Aerosole haften, die allein durch die Faserdichte nicht aufgefangen wĂĽrden.

Will man eine FFP2- Maske wiederverwenden, sollte zuvor ihre Belastung mit Viren und Bakterien reduziert werden. Dabei ist wichtig, dass die Schutzwirkung erhalten bleibt. Deshalb sollte die elektrostatische Ladung ebenso wie die Materialstruktur so wenig wie möglich beeinträchtigen werden.

Waschmaschine? Nein! – Backofen? Ja!

Waschmittel oder Seifen fĂĽhren laut der Fachhochschule MĂĽnster zum Verlust der elektrostatischen Ladung.

"Weiterhin können sich in Waschmitteln beispielsweise Tonmineralien befinden, die sich in die Filtervliese setzen und somit zu einem höheren Atemgegendruck führen. Zuletzt beinhalten Seife und Waschmittel Aromen, die potentiell für Allergien sensibilisieren können." Christian Sandten, FH Münster

Ebenso ungeeignet seien die Reinigung in der Mikrowelle, der Spülmaschine oder durch Auskochen. Denn zu große mechanische Belastungen können zu einem Verlust der mechanischen Filterleistung führen.

Was also tun? Eine Möglichkeit ist laut der FH Münster die Backofen-Variante – allerdings nur für Masken ohne Ausatemventil. Hierbei werden trockene Maske im Backofen 60 Minuten bei 80 Grad mit Ober- und Unterhitze erhitzt. Wichtig ist dabei, dass die Temperatur weder über- noch unterschritten wird, denn höhere Temperaturen können die Filterleistung beeinträchtigen. Zu niedrige töten weniger Erreger ab. Deshalb am besten die Temperatur mit einem Backofenthermometer kontrollieren. Laut der FH Münster sollte eine Maske maximal fünf Mal auf diese Art desinfiziert werden.

Eine zweite Variante ist die Lager-Variante. Hierbei werden die eventuell anhaftenden SARS-CoV-2 Erreger durch Zeit inaktiviert, indem nämlich eine trockene Maske bei Raumluft mindestens sieben Tage lang aufgehängt wird. Auch hier gilt: maximal fünf Mal.

Beide Varianten schonen die elektrostatische Ladung und die Gewebestruktur und somit die Filterleistung.

Maske nicht untereinander tauschen

Jeder hinterlässt in einer Maske Erreger der eigenen Nasen-, Rachen- und Hautflora. Diese lassen sich mit einfachen Verfahren nicht vollständig inaktivieren. Deshalb ist wichtig: Eine aufbereitete FFP2-Maske sollte immer nur von derselben Person wiederverwendet werden.

Die Bundesanstalt fĂĽr Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin schreibt zum Thema Wiederaufbereitung:

"Die Wiederverwendung von Einweg-FFP-Masken bzw. von Mund-Nase-Schutz (MNS) nach DIN EN 14683 ist grundsätzlich nicht vorgesehen, kann aber bei akutem Mangel angezeigt sein […]. Beachten Sie, dass eine Dekontamination von nicht wiederverwendbaren Masken dem bestimmungsgemäßen Gebrauch widersprechen kann. Der Hersteller informiert in seinen Produktinformationen über diesen bestimmungsgemäßen Gebrauch. Entsprechende Hinweise zur sicheren Reinigung bzw. Dekontamination von Einwegmasken liegen in der Regel nicht vor." Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin

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