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FFF sind wieder laut: 1.500 Menschen bei Klima-Demo in Nürnberg | BR24

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Seit Monaten haben sie nicht mehr demonstriert. Die Corona-Pandemie bremste Fridays For Future aus. Mit 1.500 Teilnehmern fand in Nürnberg eine der größten Klima-Demonstration in Bayern statt.

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FFF sind wieder laut: 1.500 Menschen bei Klima-Demo in Nürnberg

Seit Monaten haben sie nicht mehr demonstriert. Die Corona-Pandemie bremste Fridays For Future aus. Beim globalen Klimastreik waren sie wieder laut. Mit 1.500 Teilnehmern fand in Nürnberg eine der größten Klima-Demonstration in Bayern statt.

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Von
  • Michael Reiner
  • Tina Wenzel

Demonstrieren in Zeiten von Corona heißt vor allem erst einmal organisieren. Es gibt viele Auflagen, Maskenpflicht sowieso. Das Handy am Ohr, Klebeband in der Hand – mehrere Dutzend Fridays For Future-Aktivisten mit gelben Warnwesten versuchen das Chaos in den Griff zu bekommen. Es ist die erste große Demo seit Monaten: "Es ist Zeit, dass wir wieder auf die Straße gehen und Präsenz zeigen und der Politik wieder auf die Finger klopfen und sagen, es ist Zeit, dass ihr handelt", sagt Pressesprecherin Fabia Klein. Sie hofft, dass viele kommen.

Abstand halten und Maske tragen ist Pflicht

Der Frauentorgraben in Nürnberg Richtung Opernhaus ist abgesperrt. Auf dem Grünstreifen stehen Ordner. Sie achten darauf, dass alle eine Maske tragen und die Abstände eingehalten werden. Eineinhalb Meter mindestens. Bunte Kreidekreuze auf dem Asphalt zeigen an, wo sich die Demonstranten hinstellen dürfen.

Fridays for Future: "Klima bleibt auf der Strecke"

Mit dem globalen Klimastreik wollen die Demonstrantinnen und Demonstranten ein Zeichen setzen. "Damit die da oben mitbekommen, was uns stört", sagt Petra Matousek. Ralph Rink hat das Gestell eines alten Sonnenschirms dabei. Am Draht-Skelett hängt ein Schild: "Wo bleibt der Rettungsschirm für die Erde?" Das Geld, das etwa in die Rettung von Banken investiert werde, wäre besser für den Klimaschutz ausgegeben worden, meint er. "Aber ich habe leider das Gefühl, das Klima bleibt auf der Strecke."

Stop and Go auf dem Altstadtring

Immer mehr Demonstranten kommen. Schüler, Großeltern for Future, Eltern mit ihren Kindern. Vom Färbertor bis zum Opernhaus sind die gesperrten Fahrspuren schnell belegt. Für die Autofahrer in der Gegenrichtung heißt das Stop and Go auf dem Altstadtring.

Fridays for Future fordert bessere Klimapolitik

Den Demonstranten geht es beim globalen Klimastreik um die Einhaltung des Pariser Klima-Abkommens. Die Erderwärmung darf 1,5 Grad Celsius nicht überschreiten, mahnen sie. Um das zu erreichen müsse Deutschland unter anderem bis 2030 den Kohleausstieg schaffen. Die Zeit drängt und die Geduld der Aktivisten nimmt ab, sagt Fabia Klein. Für Nürnberg fordern die Redner eine bessere Verkehrspolitik und den Stopp aller Pläne zum Ausbau des Frankenschnellwegs. Stattdessen sollte das Radwegenetz besser und schneller als bislang geplant erweitert werden.

FFF-Demo läuft reibungslos

Der Protestzug setzt sich in Bewegung. Rund 1.500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben die Organisatoren gezählt. Mehr als sie nach ihrer Demo-Pause erwartet haben. "Es ist super, dass wir so viele Leute begeistern konnten, dass sie endlich wieder für das Klima auf die Straße gehen. Die Politik muss jetzt handeln", sagt Aktivistin Fabia Klein. Die Polizei zieht ein positives Fazit der Nürnberger Veranstaltung. Alle Regel seien eingehalten worden.

Menschenkette in München

In München bildeten hunderte Aktivisten auf der Theresienwiese eine Menschenkette. Sie formten den Schriftzug des Mottos “Kein Grad weiter”. Die Demonstranten wollen ein sichtbares Signal setzen, nachdem sie aufgrund der gestiegenen Corona-Zahlen in München, die Groß-Demo wieder absagen mussten. In Augsburg radelten Aktivisten durch die Stadt. In Regensburg fanden mehr als 20 kleinere Demos verteilt über die gesamte Stadt statt. Insgesamt gab es in Bayern in mehr als 40 Städten Proteste für mehr Klimaschutz. Dem Globalen Klimastreik haben sich unter anderem auch Greenpeace, der Bund Naturschutz und Parents for Future angeschlossen.

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