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Wände gegen Gaffer: Feuerwehren wehren sich | BR24

© BR/Sarah Beham

Den Feuerwehren im Landkreis Straubing-Bogen reicht es: Sie kämpfen gegen Gaffer und haben jetzt vier Gafferwände für die Feuerwehren Schwarzach, Niederwinkling, Steinach und Hunderdorf angeschafft. Damit sollen vor allem Opfer geschützt werden.

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Wände gegen Gaffer: Feuerwehren wehren sich

Den Feuerwehren im Landkreis Straubing-Bogen reicht es: Sie kämpfen gegen Gaffer und haben jetzt vier Gafferwände für die Feuerwehren Schwarzach, Niederwinkling, Steinach und Hunderdorf angeschafft. Damit sollen vor allem Opfer geschützt werden.

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Sie sind weiß-rot, aufblasbar und zwei Meter hoch: die Gafferwände der Feuerwehren im Landkreis Straubing-Bogen. Auf den Wänden steht der Slogan: "Nicht gaffen, Weg frei machen!" Die Wände sollen nicht nur Opfer, sondern auch Rettungskräfte von sensationsgierigen Blicken abschirmen.

Feuerwehren haben genug von Gaffern

Seit Montagabend sind die Feuerwehren Schwarzach, Niederwinkling, Steinach und Hunderdorf mit den Gafferwänden ausgestattet. Denn es reiche ihnen jetzt endgültig, dass Menschen Blut oder Verletzte abfotografierten oder filmten, sagt Kreisbrandrat Albert Uttendorfer im BR-Gespräch.

Unfallopfer klagen über Hilflosigkeit gegenüber Gaffern

Die Idee für die Anschaffung der Gafferwände hatte Uttendorfer nach einem Unfall: "Wir betreuen 60 Kilometer Autobahn von Wörth an der Donau bis nach Metten - diese Strecke gehört zu den unfallreichsten Autobahnstrecken Bayerns." Nach einem schweren Unfall Anfang Juni sprach der Kreisbrandrat mit zwei Opfern. Das Schlimmste für die zwei Frauen waren nicht die zahlreichen Brüche, sondern die Hilflosigkeit gegenüber den Gaffern.

Gaffer: Bedrohung für das Ehrenamt

Uttendorfer kritisiert diese Menschen - er spricht von Respektlosigkeit, Pietätlosigkeit und der verloren gegangenen Würde des Menschen. "Ich würde diesen Menschen gerne sagen: Wie ist das, wenn Sie da liegen und begafft werden?" Gaffer machten zudem den Ehrenamtlichen die Arbeit schwer und bedrohten sogar das Ehrenamt: "Wer will bei aller Kritik und dem ständigen Gaffen noch Verantwortung und Posten im Ehrenamt übernehmen?", sagt Uttendorfer.

Gafferwand für 4.000 Euro

Deswegen haben vier Feuerwehren im Landkreis jetzt Gafferwände - aufblasbare Sichtschutzwände. Sie sind 20 Meter lang und 2,10 Meter hoch. Zwei Einsatzkräfte bauen die Wand in zwei Minuten auf, wie Uttendorfer sagt. Die Wände seien platzsparend und passten in eine Aluwanne im Kofferraum. Eine Gafferwand kostet 4.000 Euro. Uttendorfer hat vier Wände für insgesamt 16.000 Euro über Spenden von Firmen finanziert.

© Irmgard Hilmer/KFV

Die Übergabe der Gafferwände an die Feuerwehren im Landkreis Straubing-Bogen.

Fazit: Gafferwand lässt den Verkehr wieder fließen

Die Einsatzzeiten der Ehrenamtlichen werden durch das Aufstellen nicht verlängert: Mit der Autobahnmeisterei Kirchroth habe man vereinbart, dass sie die Betreuung der Wand nach Einsatzende übernehmen - die Wände werden den Feuerwehren dann von der Autobahnmeisterei zurückgebracht.

Nicht bei jedem Einsatz sollen sie aufgestellt werden. "Man beobachtet den Verkehr - wenn sich Stau bildet, werden sie sofort aufgestellt", so Uttendorfer. Die Feuerwehr in Köln habe diese aufblasbaren Gafferwände bereits getestet. Ihr Fazit: Sobald die Wände aufgestellt sind, fließt der Verkehr wieder.