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Grabkreuze sollen langjährige Feuerwehrler auch nach dem Tod ehren
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Veronika Meier
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Grabkreuze sollen langjährige Feuerwehrler auch nach dem Tod ehren

Die 84-jährige Sofie Buchberger besucht regelmäßig das Grab ihres Mannes und Sohns. Beide waren lange Jahre bei der Freiwilligen Feuerwehr in Lappersdorf aktiv.

Für ihre Zeit bei der Feuerwehr haben Vater und Sohn eine letzte Ehrung bekommen - zwei etwa 25 Zentimeter große, rotbraune Feuerwehrkreuze stehen vor dem dunklen Grabstein. Für Sofie Buchberger sind diese Kreuze eine Hilfe bei ihrer Trauer:.

"Da denkt man schon gern dran, was er vollbracht hat." Sofie Buchberger

Ein Besuch in den USA brachte die Idee

Die Idee der Feuerwehr-Grabkreuze hatte ebenfalls ein passionierter Feuerwehrler: Manfred Hornung ist schon seit über 60 Jahren Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr. Im Haus des 83-Jährigen Lappersdorfers stapeln sich die Feuerwehrhelme aus aller Welt in Vitrinen - Geschenke zum Andenken an seine aktive Zeit. Ein Besuch in den USA war es dann auch, bei dem Hornung vor fast 40 Jahren auf einem Friedhof eine besondere Entdeckung gemacht hat.

"Da hab ich so Bronzekreuze gesehen mit Feuerwehremblem drauf. Da hab ich die Tante gefragt, was das ist und sie sagte, überall, wo du diese Kreuze siehst, da liegt ein Feuerwehrmann begraben. Und das ist die letzte Ehre und das hat mich so gerührt als Feuerwehrmann, dass ich gesagt hab', diese Idee muss ich nach Deutschland bringen."

Schon 5.000 Grabkreuze für Feuerwehrler

Hier hat der gelernte Bäckermeister das Kreuz komplett neu entworfen. Erst aus Marzipan, später hat er es von einem Künstler aus Messing fertigen lassen. Inzwischen lässt er sie im Rheinland in einer Fabrik gießen. Schon auf 5.000 Gräbern in ganz Deutschland stehen die Ehren-Grabkreuze. Für Urnen-Bestattungen gibt es eine kleinere Version. Für Daniel Edlbauer, dem Jugendwart der Freiwilligen Feuerwehr in Lappersdorf, sind die Kreuze etwas ganz Besonderes. "Ich halte das für eine sehr würdige Geste", sagt er.

Auch den Grabkreuz-Erfinder Manfred Hornung freut es, dass seine Kreuze so beliebt sind. Seitdem er 60 ist, darf Hornung zwar nicht mehr aktiv bei der Feuerwehr mitwirken. Seine Kreuze sieht er aber als sein Vermächtnis.

"Von meinem Feuerwehrleben find' ich das die schönste Sache, dass ich diesen Brauch, den es nur in Amerika gab, in Deutschland eingeführt hab'. Und da kann jetzt jeder Feuerwehrler sehen: Da ist einer von uns. Das Feuerwehrgrabkreuz ist das höchste, was ich geschaffen hab'." Manfred Hornung

Manfred Hornung - er brachte die Idee der Grabkreuze für Feuerwehrler von Amerika nach Deutschland

Manfred Hornung - er brachte die Idee der Grabkreuze für Feuerwehrler von Amerika nach Deutschland