| BR24

 
 

Bild

Der ehemalige Chef des Festspielhauses Füssen ist wegen Insolvenzverschleppung zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden.
© Bayerischer Rundfunk

Autoren

Christine Kellermann
René Kirsch
© Bayerischer Rundfunk

Der ehemalige Chef des Festspielhauses Füssen ist wegen Insolvenzverschleppung zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden.

Die Verhandlung am Amtsgericht Augsburg gegen den früheren Geschäftsführer geriet zur persönlichen Tragödie. In der Hoffnung auf einen potenten Investor war der Angeklagte immer tiefer in den Schlamassel geraten und hatte die längst unabwendbare Insolvenz zwischen 2014 und 2016 verschleppt und verzögert.

Privatinsolvenz mit 72 Jahren

Um "Finanzlöcher zu stopfen" steckte der Angeklagte letztlich sein gesamtes Privatvermögen von rund fünf Millionen Euro in das Festspielhaus am Forggensee. Bei seinem Geständnis vor Gericht stockte ihm immer wieder die Stimme - es flossen auch Tränen. Was bleibt ist die Privatinsolvenz mit 72 Jahren und eine Bewährungsstrafe von einem Jahr und zwei Monaten wegen Insolvenzverschleppung.

Durch Verkauf alle Gläubiger bedient

Die Betrugs- und Bankrottvorwürfe wurden fallen gelassen. Der Richter bezeichnete den Angeklagten als "grundehrlichen Mann der niemand betrügen wollte" und nun vor den "Scherben seiner wirtschaftlichen Existenz" stehe. Durch den Verkauf des Festspielhauses für sechs Millionen Euro konnten immerhin alle Gläubiger bedient werden. Auch das wertete der Richter als strafmildernd.

Autoren

Christine Kellermann
René Kirsch

Sendung

Mittags in Schwaben vom 14.01.2019 - 12:05 Uhr