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Festmeter, Ster oder Schüttraummeter? Was beim Brennholz gilt | BR24

© picture alliance/Zoonar

Ein Stapel Brennholz.

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    Festmeter, Ster oder Schüttraummeter? Was beim Brennholz gilt

    Damit es im Kachelofen gemütlich knistert, braucht es Brennholz. Doch bei den Preisen heißt es aufgepasst: Denn für das Holz gelten verschiedene Maßeinheiten. Worin sie sich unterscheiden und worauf man achten sollte.

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    Von
    • Christine Schneider
    • Johannes Hofmann

    Heizen mit Holz gilt als nachhaltig, doch nicht jeder Kachelofenbesitzer hat ein Waldgrundstück, um sein Brennholz selbst zu machen. Die meisten suchen im Internet oder in der Tagespresse nach Anbietern, die das Holz frei Haus gut und günstig liefern. Doch wenn ein Händler oder Waldbauer zum Beispiel 65 Euro für Fichtenbrennholz verlangt, dann ist das alles Entscheidende: Auf welche Maßeinheit bezieht sich dieser Preis?

    Für Stammholz gilt die Maßeinheit Festmeter

    Wenn bei den Bayerischen Staatsforsten im Ebersberger Forst Holz verkauft wird, dann sind es meist vier oder fünf Meter lange Fichtenstämme, die in Sägewerken landen. Abgerechnet wird nach Festmeter, das ist das gängigste Holzmaß und entspricht einem Kubikmeter. Ein Meter breit, tief und hoch — ohne Luft!

    Was ist ein Ster?

    Und wie ist das bei Brennholz? Das wird selten in Festmeter verkauft. Häufiger ist ein Schätzmaß, der Raummeter, in Süddeutschland auch Ster genannt. Den Unterschied zum Festmeter erklärt Forstbetriebsleiter Heinz Utschig so: "In einem Stapel, in dem das Holz geschlichtet ist, ist Luft drin. Im Gegensatz zum Festmeter, der kompaktes Holz darstellt, hat der Raummeter oder Ster eine bestimmte Luftmenge mit dabei."

    Entscheidend ist die Luft dazwischen

    Wie viel Luft bzw. Hohlraum, hängt davon ab, wie das Holz geschlichtet ist. Ein Festmeter wird bei ein Meter langem Rundholz zu 1,4 Raummeter. Ist das ein Meter lange Rundholz gespalten und wird dann zu einem Stapel geschlichtet, werden sogar 1,6 Raummeter daraus. Geschnitten in 33 Zentimeter lange Scheite lässt es sich wieder mit weniger Hohlräumen schlichten, dann sind es wieder 1,4 Raummeter.

    Wer von einem Waldbauern oder Händler Holz geliefert bekommt, kann nur grob schätzen, ob auf dem Hänger wirklich die bestellte und bezahlte Menge ist. Aber wenn die Scheite angerichtet sind, lohnt es sich, nachzumessen.

    Händler verkaufen oft Schüttraummeter

    Jetzt wird’s noch komplizierter: Viele Händler liefern Brennholz in Gitterboxen oder Säcken, in der Maßeinheit Schüttraummeter. Beim Schüttraummeter liegt das Holz kreuz und quer. Das heißt: zwischen den Scheiten ist viel Hohlraum.

    Die Formel: 1 Festmeter Fichtenholz ordentlich in 33 Zentimeter-Scheite aufgeschichtet wird zu 1,4 Ster bzw. Raummetern - und lose in Gitterboxen zu 2,2 Schüttraummetern.

    Wo gibt es seriöse Umrechnungstabellen?

    Über die Maßeinheiten bei Holz wird oft kontrovers diskutiert und manchmal auch gestritten, vor allem dann, wenn ein Kunde das Gefühl hat, zu wenig Holz für sein Geld zu bekommen. Seriöse Umrechnungstabellen und Tipps zum Brennholzkauf bieten die Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft und das Kompetenzzentrum für Nachwachsende Rohstoffe in Straubing an.

    Brennholz kaufen nach Gewicht

    Am "Biomassehof Allgäu" in Kempten gibt es "Holz to go". Die Kunden holen es selbst ab und laden ein, was sie brauchen. Abgerechnet wird nach Gewicht. Für Vorstand Helmut Müller ist das am fairsten: "Der eine schichtet es ins Auto, der andere schmeißt es lose rein. Wie soll man da ein genaues Maß ermitteln? Am besten geht es über Kilogramm."

    Der Preis richtet sich grundsätzlich immer nach der Holzart: Hartholz, also Buche, Esche oder Ahorn ist umgerechnet immer teurer als Weichholz wie zum Beispiel Fichte.

    Entscheidend beim Gewicht ist der Wassergehalt

    Entscheidend bei der Abrechnung nach Kilogramm ist der Wassergehalt im Holz, nach dem sollte der Kunde unbedingt fragen. Grundsätzlich gilt: Alles, was unter 20 Prozent Wassergehalt hat, ist ordentliches Brennholz. Und auch gesetzliche Vorgabe.

    Dass bald alle Brennholzverkäufer nach Gewicht abrechnen, ist eher unwahrscheinlich, für viele ist es zu aufwändig. Wichtigste Regel bleibt: Erst genau rechnen, dann kaufen!

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