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Bildrechte: Sea-Eye

Das Seenotrettungsschiff "Alan Kurdi" im Meer

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    Festgesetztes Seenotrettungsschiff "Alan Kurdi" wieder frei

    Das seit über einem halben Jahr in Italien festgesetzte Rettungsschiff "Alan Kurdi" der Regensburger Organisation Sea-Eye darf wieder fahren. Wie die Betreiber mitteilen, hat dies ein Richter in Sardinien entschieden.

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    Von
    • Kathrin Unverdorben
    • BR24 Redaktion

    Das seit Oktober 2020 in Italien festgesetzte Seenotrettungsschiff "Alan Kurdi" ist wieder frei. Das teilte die Betreiberorganisation Sea-Eye aus Regensburg mit. Ein Richter des Verwaltungsgerichts von Sardinien habe entschieden, dass das Schiff nicht länger festgehalten werden dürfe.

    Schiff muss zur Wartung nach Spanien

    Die Begründung des Gerichts: Sea-Eye würde schwere finanzielle Schäden durch die Festsetzung erleiden. Außerdem würden weitere Schäden komplexer Art entstehen, wenn das Schiff nicht rechtzeitig zu seiner zweijährigen Inspektion und geplanten Wartung nach Spanien käme. Endgültig über die Rechtmäßigkeit der Festsetzung werde am 3. November verhandelt, so Sea-Eye. Die "Alan Kurdi" wird nun auf die Überfahrt nach Spanien vorbereitet.

    Sea-Eye: Italien behindert zivile Seenotrettung

    Die Regensburger Organisation geht von einer politischen Motivation für die Festsetzung aus: Die Diskussionen um Zertifikate oder technische Ausstattung würden nur dem Zweck dienen, die zivile Seenotrettung zu behindern, so Sea-Eye. Die italienische Küstenwache hatte die "Alan Kurdi" nach mehreren Einsätzen zur Rettung von Bootsmigranten am 9. Oktober 2020 in Olbia auf Sardinien festgesetzt. Italien hat bereits mehrere private Schiffe in Häfen kontrolliert und wegen angeblicher Sicherheitsmängel länger gestoppt.

    Sea-Eye seit sechs Jahren aktiv

    Der Verein Sea-Eye e. V. wurde 2015 in Regensburg gegründet. Nach eigenen Angabe hat die Organisation bereits rund 15.200 Menschen in Seenot aus dem Mittelmeer gerettet. Kritiker werfen Sea-Eye vor, Beihilfe zur illegalen Einreise zu leisten. Gäbe es die Seenotrettung nicht - so der Vorwurf - würden sich die meisten Menschen gar nicht erst auf den Weg nach Europa machen und Schlepper würden ihre Geschäftsgrundlage verlieren.

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