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Feste feiern in Corona-Zeiten: Verwirrung um Regeln | BR24

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Feste zu feiern war wegen Corona monatelang verboten. Welche Regeln gelten jetzt fürs Feiern in Bayern?

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Feste feiern in Corona-Zeiten: Verwirrung um Regeln

Obwohl es für private Treffen inzwischen keine Beschränkung mehr gibt, dürfen Feste in Bayern offiziell derzeit nur mit 50 Gästen innen oder 100 Gästen draußen gefeiert werden. Das Gesundheitsministerium versucht, die Unklarheiten aufzulösen.

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Anmerkung (28.07.2020): Nicht alle Informationen in diesem Text geben den derzeitigen Stand wieder - da die Staatsregierung die Regeln für Feiern in Corona-Zeiten regelmäßig anpasst. Hier finden Sie einen aktuelleren Artikel vom 22.07.2020.

Feste feiern in Corona-Zeiten - das ist ohne Frage eine Herausforderung. Als Gastgeber hat man neben den eigentlichen Vorbereitungen aktuell besonders viel zu tun. Laut dem bayerischen Gesundheitsministerium sollte man in jedem Fall eine Gästeliste führen. Bei Live-Musik müssen alle auf den Abstand zwischen Gästen und Musikern achten. Und wer in geschlossenen Räumen feiert, muss gut und regelmäßig lüften.

Dazu kommt: Wer nicht in einer Gaststätte feiert, braucht als Gastgeber ein Hygienekonzept, das man auf Verlangen der zuständigen Kreisverwaltungsbehörde zeigen muss. Zudem muss die Feier geschlossen sein, darf also nicht für jedermann zugänglich sein.

Coronavirus: Alles Wissenswerte finden Sie hier.

Auch die Zahl der Gäste ist in Bayern laut der aktuell gültigen Verordnung begrenzt - erlaubt sind "bis zu 50 Teilnehmer in geschlossenen Räumen oder bis zu 100 Teilnehmer unter freiem Himmel". Allerdings gibt es hier einen Widerspruch zu einer Lockerung der Kontaktbeschränkungen vor gut zwei Wochen. Seitdem gilt für private Treffen zu Hause keine grundsätzliche Beschränkung auf einen bestimmten Personenkreis oder eine bestimmte Anzahl von Menschen mehr. Entscheidend ist stattdessen, wie viele Menschen sich unter Wahrung des Mindestabstands im jeweiligen Raum aufhalten können.

Gilt die Beschränkung auch für Feiern im privaten Raum?

Können also Feiern in privaten Räumen - etwa einem Garten mit ausreichend Platz - doch mit so vielen Gästen gefeiert werden, wie man möchte? Und was ist mit Hochzeiten oder Geburtstagen in Gaststätten oder Restaurants: Gilt dort weiter die Begrenzung auf 50 Gäste innen und 100 draußen, weil es sich dort gerade nicht um einen privaten Raum oder ein privates Grundstück handelt?

Nach mehrmaliger BR-Nachfrage teilte ein Sprecher des bayerischen Gesundheitsministeriums am Donnerstagabend mit: "Bei Feiern in privaten Räumen gibt es formell keine strikte Begrenzung mehr." Der Sprecher betonte aber, dass auf privatem Grund kein öffentliches Konzert oder eine Facebook-Party stattfinden könne – weil öffentliche Veranstaltungen weiter verboten seien.

Für private Feiern im öffentlichen Raum hingegen, also beispielsweise Hochzeiten in Gaststätten oder Hallen, gelten demnach die bisherigen Beschränkungen weiter: innen 50 Gäste, außen 100 Gäste. Hierunter fallen auch Beerdigungen, Geburtstage, Schulabschlussfeiern und Vereins- und Parteisitzungen.

Keine Gästeliste heißt nicht sofort Bußgeld

Wer als Gastgeber einer Feier trotz der dringenden Empfehlung keine Gästeliste führt, muss laut dem Sprecher "allein deswegen" nicht mit einem Bußgeld rechnen. Zu möglichen zivilrechtlichen Konsequenzen im Fall eines Ausbruchsgeschehens könne das Gesundheitsministerium keine Auskunft erteilen.

Generell gilt: Wer trotz der Corona-Pandemie eine Feier im privaten Raum plant, sollte seine Gäste natürlich zu Vorsicht mahnen - und muss ein Hygienekonzept vorlegen können. Beim Erstellen kann man sich an dieser Checkliste auf der Webseite des Gesundheitsministeriums orientieren. Gefragt nach den genauen Schutzmaßnahmen, die man treffen sollte, hieß es aus dem Ministerium nur allgemein: "Jeder Gastgeber will ja, dass es seinen Gästen gut geht. Es wird daher empfohlen, die allgemeinen Abstands- und Hygieneregeln soweit wie möglich einzuhalten."

Zuletzt auch Wirbel um Isar-Partys

Zuletzt gab es mancherorts in Bayern Ärger über feiernde Menschen im Freien, etwa an der Isar in München. Dabei halten sich offenbar längst nicht alle an die Abstandsregeln oder die weiter gültige Kontaktbeschränkung, wonach sich im öffentlichen Raum maximal zehn Personen oder die Angehörigen zweier Hausstände gemeinsam aufhalten dürfen - ohne lautes Feiern oder Grillen.

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) warnte daher mit Blick auf die Feiernden bereits: "Wir werden sehr genau darauf achten, wie es da weitergeht." Auf jeden Fall werde man nicht endlos zuschauen können und dürfen.

Hinweis: In einer früheren Version dieses Artikels hieß es, dass das bayerische Gesundheitsministerium die Fragen zu den Corona-Regeln für Feiern trotz mehrerer Nachfragen seit Montag nicht beantwortet hat. Am Donnerstagabend schickte ein Sprecher des Ministeriums die Antworten - und entschuldigte sich für die mehrmalige Verzögerung.

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