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Festakt in Münchner Residenz: 60 Jahre Bund der Vertriebenen | BR24

© Katrin Bohlmann/BR

Bund der Vertriebenen in Bayern

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    Festakt in Münchner Residenz: 60 Jahre Bund der Vertriebenen

    Mit einem Festakt hat der BdV in Bayern sein 60-jähriges Bestehen gefeiert. Knapp 300 Gäste waren geladen, darunter Ministerpräsident Söder sowie Vertreter aller Landsmannschaften und Generalkonsule aus Ungarn, Polen, Rumänien und Russland.

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    Ein Familienfest nannte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder die BdV-Feier im Max-Joseph-Saal der Münchner Residenz. Lebensfreude und Optimismus strahlten die Vertreter der 18 Landmannschaften stets aus, so Söder. Der Bund der Vertriebenen ist seit 60 Jahren ihre kulturelle Heimat. Er ist das Sprachrohr für die Vertriebenen und Spätaussiedler in Bayern, auf Landes- und Bundesebene. Er hilft und unterstützt seine rund 80.000 Mitglieder – setzt sich ein für Recht auf Heimat, Minderheitenschutz und Meinungsvielfalt ein. Ministerpräsident Söder lobte die gute Arbeit des BdV in Bayern seit 60 Jahren.

    "Das sind die eigentlichen Brückenbauer für Europa. Man muss sich das mal vorstellen: Vertrieben vom eigenen Grund, aus der Heimat vertrieben unter Gewaltandrohung, eines der Opfer des Zweiten Weltkrieges gewesen. Nicht auf Revanche, nicht auf Vergeltung aus, sondern auf Brückenbauen. Sie sind immer noch die heimlichen Diplomanten, um gerade in Südosteuropa Patenschaften zu knüpfen. Insofern ist es nicht nur ein Rückblick, sondern auch ein Blick in die Zukunft." Ministerpräsident Markus Söder

    Söder: "Bayern wäre nicht so stark ohne Flüchtlinge und Vertriebene"

    Der Freistaat unterstützt die Arbeit des BdV mit aktuell 230.000 Euro jährlich. Ohne die vielen Vertriebenen und Aussiedler sei Bayern nicht so stark geworden wie es jetzt sei, sagte Söder. Rund zwei Millionen Menschen sind nach 1945 aus den damaligen ostdeutschen Gebieten wie Ostpreußen, Pommern und Schlesien nach Bayern gekommen. Noch heute hat jeder vierte Bayer laut BdV familiäre Wurzeln in Osteuropa. Lange Zeit hatte der Bund der Vertriebenen den Ruf der Revanchisten. Das sei vorbei, sagt der Landesvorsitzende Christian Knauer. Er leitet den Bund der Vertriebenen seit zwanzig Jahren. Im Laufe der Jahrzehnte hat sich der BdV ein anderes, höheres Ansehen erarbeitet, stellt der 67-Jährige ehemalige bayerische Landtagsabgeordnete fest.

    "In den Augen vieler waren wir die Ewiggestrigen. Heute wird uns das Kompliment gemacht, wir sind die Ewigmorgigen. Auch aufgrund unserer jetzigen Aktivitäten. Aufgrund der Migrationsberatung, aufgrund des Eintretens für eine Ächtung der Vertreibung weltweit. Christian Knauer, Landesvorsitzender des Bund der Vertriebenen"

    BdV fordert von EU, Vertreibung zu sanktionieren

    Und so forderte Knauer beim Festakt auch eine gemeinsame Initiative der EU, um Vertreibungen sanktionsfähig zu machen. Wer Vertreibungen als Mittel der Politik einsetze, sagt Knauer, solle sich für sein Handeln vor internationalen Strafgerichtshöfen verantworten müssen. "Damals nach dem Zweiten Weltkrieg waren 15 Millionen Menschen von Flucht und Vertreibung betroffen, heute sind es über 70 Millionen. Und wenn die internationale Völkergemeinschaft nicht endlich klare Grenzen setzt, dann wird dieses Unheil weitergehen."

    Und so wird sich der Bund der Vertriebenen auch weiterhin für die Rechte von Vertriebenen, Flüchtlingen und Minderheiten einsetzen. Immer mit dem Gedanken: Wir dürfen niemals vergessen.