| BR24

 
 

Bild

Mordprozess in München
© BR

Autoren

Birgit Grundner
BR24 Redaktion
© BR

Mordprozess in München

Wegen Mordes an seiner Lebensgefährtin muss ein 33-jähriger Mann aus dem Raum Hof lebenslang in Haft. Das Landgericht München stellte außerdem die besondere Schwere der Schuld fest.

Der Angeklagte hatte gestanden, seine Freundin getötet und ihre Leiche am Feringasee bei München verbrannt zu haben, die Tat aber als "tragischen Unfall" dargestellt.

"Er hat mit dem Feuer, er hat mit zwei Frauen gespielt"

Das Gericht glaubte ihm nicht. Nach Überzeugung der Kammer wollte er ein neues Leben mit seiner Geliebten anfangen. "Der Angeklagte hat zwei Frauen belogen und betrogen", sagte der Vorsitzende Richter Michael Höhne. "Er hat mit dem Feuer, er hat mit zwei Frauen gespielt."

Dass der Mann den Tod seiner Lebensgefährtin schon länger plante, beweist nach Ansicht des Gerichts nicht zuletzt ein Suchverlauf im Internet. Dort habe der Angeklagte etwa nach der tödlichen Überdosis von Schlafmitteln und nicht nachweisbaren Giften recherchiert.

Vorzeitige Haftentlassung fast ausgeschlossen

Mit der Feststellung der besonderen Schwere der Schuld ist zudem eine vorzeitige Haftentlassung nach 15 Jahren rechtlich zwar möglich, in der Praxis aber so gut wie ausgeschlossen. Eine Zuschauerin im Saal klatschte nach der Verkündung des Urteils.

Reglos verfolgte die Mutter des Opfers die Ausführungen des Richters, sie war Nebenklägerin im Prozess. Die Mutter des Angeklagten saß im Publikum. Ihren Blick suchte der Angeklagte, ehe er in Handschellen abgeführt wurde.

Seeufer des Feringasees in der Nähe des Fundorts einer verkohlten Frauenleiche

Seeufer des Feringasees in der Nähe des Fundorts einer verkohlten Frauenleiche