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Ferienwohnungs-Vermieter hoffnungsvoll nach Corona-Zwangspause | BR24

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Wegen der Corona-Beschränkungen durften Privatvermieter keine Gäste empfangen. Jetzt bereiten sie sich auf ihre Wiedereröffnung vor.

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Ferienwohnungs-Vermieter hoffnungsvoll nach Corona-Zwangspause

Keine Buchungen, keine Einnahmen, aber laufende Kosten: Seit dem Corona-Lockdown haben Vermieter von Ferienwohnungen manch schlaflose Nacht verbracht. Jetzt bereiten sie sich auf den Neustart vor. Ein Beispiel aus Ruhpolding.

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Hoch über Ruhpolding steht der rund 400 Jahre alte Bojernhof. Die Familie Christofori betreibt im Nebenerwerb eine kleine Landwirtschaft und vermietet vier Ferienwohnungen. Die Zeit des Corona-Lockdowns kam für sie einer Katastrophe gleich. Das Ostergeschäft fiel komplett aus, Anzahlungen mussten zurücküberwiesen werden, nebenbei lief aber ein Kredit für den Neubau von zwei Ferienwohnungen. Die Stimmung bei Babsi und Tom Christofori war auf dem Tiefpunkt.

Geschäft darf am 30. Mai wieder anlaufen

Seit sie wissen, dass die Vermietung in Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen in Bayern zu Pfingsten wieder anlaufen kann, ist die Freude bei den Ruhpoldinger Privatvermietern groß. Der Belegungsplan füllt sich langsam. Etliche Gäste, die schon mal ihre Ferien auf dem Bojernhof verbracht hatten, haben auf einen späteren Termin umgebucht. Doch es gibt auch neue Anfragen und auch schon Buchungen. "Die Leute sind sehr lieb, sie möchten uns unterstützen", erzählt Babsi Christofori. Sie freue sich, wenn das Telefon gehe.

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© Christine Haberlander/BR

Die ersten Buchungen für die Ferienwohnungen von Babsi und Thomas Christophori in Ruhpolding sind schon da.

Saison soll verlängert werden

Die vergangenen Wochen waren keine leichte Zeit für bayerische Privatvermieter. Das bestätigt auch der Verband „Private Gastgeber im Chiemgau“. Er vertritt 200 Mitgliedsbetriebe von Berchtesgaden bis Miesbach. Um die entgangenen Einnahmen von zwei umsatzstarken Monaten aufzufangen, wird laut Geschäftsführer Markus Ritter im Chiemgau an einem Konzept gearbeitet, die Saison zu verlängern. Das touristische und das gastronomische Angebot soll in den Monaten Oktober und November weiter geöffnet haben, um vielleicht Urlaubsgäste für die Region zu gewinnen.

Tourismusverband lobt bayerische Vorgaben für Vermieter

Die Maßnahmen für private Gastgeber, die im Freistaat vorgeschrieben werden, sind gut umsetzbar, meint der Geschäftsführer Markus Ritter. Denn es hätte schlimmer kommen können. Zum Vergleich nennt er Vorgaben aus Schleswig-Holstein. Da dürfe nur sieben Tage am Stück vermietet werden. Dazwischen müssten Lücken gelassen werden. "Das wäre ziemlich katastrophal gewesen, wenn es bei uns auch so gekommen wäre“, so Ritter.

Leidenschaftliche Vermieter auch in Zeiten von Corona

Selbstverständlich müssen auch die privaten Gastgeber wegen Corona-Pandemie Hygienevorschriften einhalten. Das Ehepaar Christofori hat Mund-Nasen-Masken gekauft, Desinfektionsmittel für die Hände und will auf den nötigen Abstand achten. Auch wenn es ihnen schwer fällt. Sie bezeichnen sich als Vermieter aus Leidenschaft, die gerne mit ihren Gästen zusammen sind oder Ausflugstipps geben. "Da müssen wir durch", sagt Babsi Christofori, "Hauptsache ist doch, dass es wieder los geht."

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