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Feriendorf im Fränkischen Seenland: Widerstand formiert sich | BR24

© BR/Philipp Kimmelzwinger

Angeblich will sich Center Parcs am Kleinen Brombachsee ansiedeln. Die Gegner des Projekts formieren sich deshalb vorsorglich.

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    Feriendorf im Fränkischen Seenland: Widerstand formiert sich

    Gegen ein mögliches Feriendorf am Kleinen Brombachsee formiert sich Widerstand. Angeblich will sich Center Parcs bei Langlau ansiedeln. Die Gegner machen vorsorglich schon mal mobil.

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    Von
    • Laura Grun
    • Karin Goeckel

    Noch weiß niemand etwas Genaues. Aber es ist möglich, dass sich der niederländische Konzern Center Parcs das Gelände der ehemaligen Munitionsanstalt (Muna) bei Langlau am Kleinen Brombachsee gesichert hat. Eine offizielle Bestätigung von Center Parcs gibt es noch nicht. Doch der Bund Naturschutz trommelt trotzdem schon gegen den Bau eines Feriendorfs auf dem Muna-Gelände. Sowohl der BN-Landesverband als auch die BN-Kreisgruppe Weißenburg-Gunzenhausen wendet sich gegen entsprechende Pläne. Unterstützt werden sie von einer Bürgerinitiative.

    Center Parcs-Gegner: Tourismus überlastet Fränkisches Seenland schon jetzt

    Die Naturschützer fürchten, dass der Tourismus überhand nimmt. Im Fränkischen Seenland gebe es eine deutliche Tendenz zur Überlastung von Natur und Landschaft durch den Tourismus. Der Ausflugsverkehr mit dem Auto werde zum Dauerproblem für die Anwohner. "Leider nimmt der niederländische Konzern CenterParcs auf solche Probleme nach unseren Erfahrungen wenig Rücksicht", sagt der BN-Landesvorsitzende Richard Mergner. Deshalb habe der Verband schon vor Jahren ein Center Parcs-Dorf in der Heide bei Dennenlohe (Lkr. Ansbach) bekämpft. "Und auch hier werden wir uns mit den Aktiven vor Ort klar dagegenstellen", so Mergner.

    Bund Naturschutz: Natur wird irreversibel zerstört

    Der Bund Naturschutz warnt: Wenn das Feriendorf verwirklicht wird, werden die natürlichen Rückzugsgebiete von Wasservögeln, Kleintieren und Pflanzen bedroht und irreversibel zerstört. Schon jetzt komme die Bedrohung von vielen Seiten: Von Bauvorhaben mit Sondergenehmigung, unbedachten Anglern und Outdoor-Sportlern, dem zunehmenden Autoverkehr, von Wildparkern und Wildcampern. Alexander Kohler, der Vorsitzende der BN-Kreisgruppe Weißenburg-Gunzenhausen, lehnt die Entwicklung von touristischen Einrichtungen auf dem Muna-Gelände bei Langlau deshalb generell ab – unabhängig davon, welches Unternehmen den Zuschlag bekommt.

    Betretungsverbot machte Muna-Gelände zu ökologischem Kleinod

    Die Waldfläche auf dem ehemaligen Muna-Gelände sei aus forstwirtschaftlicher Sicht kein besonders wertvoller Bestand, aus ökologischer Sicht jedoch dafür umso mehr, heißt es von Seiten des BN weiter. Weil der Wald kaum forstwirtschaftlich genutzt wurde und Privatpersonen das Gelände nicht betreten durften, habe sich in den vergangenen 40 Jahren ein Ökosystem entwickelt, das vom Menschen nicht beeinflusst wurde. So seien beispielsweise zahlreiche schützenswerten Feuchtbiotope und Wasserstellen entstanden.

    Center Parcs: Vor elf Jahren scheiterte Projekt in Dennenlohe

    Eigentümer des rund 150 Hektar großen Grundstücks östlich von Langlau ist der Bund. Auf dem Waldstück befand sich früher die die Munitionsanstalt Langlau. Vor elf Jahren hatte Center Parcs im etwa 25 Kilometer entfernten Dennenlohe im Landkreis Ansbach ein ähnliches Feriendorf geplant. Das Tourismusprojekt scheiterte dann aber unter anderem an hohen Umweltauflagen.

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