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Ferien verlängern? Vorschläge für die Schulen in Corona-Zeiten | BR24

© BR/Julia Müller

Längere Weihnachtsferien? - Schule in Corona-Zeiten

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    Ferien verlängern? Vorschläge für die Schulen in Corona-Zeiten

    Die steigende Zahl von Corona-Infektionen hat erneut zu einer Debatte über den Umgang der Schulen damit geführt. Ein Vorschlag, der kontrovers diskutiert wird, ist, die Ferienzeiten zu verändern. Ein Lehrerverband setzt hingegen auf bessere Lüftung.

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    Wie kann in den nächsten Monaten Schulunterricht stattfinden - und wie können dabei möglichst viele Schulschließungen verhindert werden? Vorschläge sind CO2-Ampeln, extra Decken und Jacken für kälteempfindliche Kinder. Aber auch die Verlängerung der Weihnachtsferien wird diskutiert.

    Corona-Betrieb stellt die Schulen vor Herausforderungen

    Eine schwierige Situation an den Schulen gibt es vor allem in einigen Corona-Hotspots: Im Landkreis Regen und im Landkreis Berchtesgadener Land müssen die Schulklassen wieder geteilt werden, wenn der Mindestabstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden kann. Die Schüler müssen dann teilweise zu Hause bleiben und von dort via Internet am Unterricht teilnehmen.

    Martin Friedl, der Leiter des Gymnasiums in Viechtach, hat zwei anstrengende Tage hinter sich. Seine Schule liegt im Landkreis Regen – also der Region mit den aktuell durchschnittlich höchsten Corona-Fallzahlen. Eine organisatorische Herausforderung für den Schulleiter ist vor allem die Gruppenteilung. Am Gymnasium könne man eben nicht so einfach zwei Gruppen nach dem Alphabet bilden, da in vielen Jahrgangsstufen gekoppelte Sprachgruppen berücksichtigt werden müssten, so Friedl. Hinzu kämen auch noch Geschwister, die nach Möglichkeit an denselben Tagen in der Schule sein sollten.

    Debatte um längere Weihnachtsferien

    Kein Schulleiter wünscht sich diese Situation und so werden zunehmend auch präventive Maßnahmen diskutiert. Zwei oder drei Wochen mehr Weihnachtsferien könnten verhindern, dass Schüler den Virus aus den Ferien mit in die Schule bringen. Für die Verlängerung der Weihnachtsferien ist unter anderem der CSU-Bundestagsabgeordnete Stephan Pilsinger.

    Pilsinger ist selbst Arzt und befürchtet, dass die Zahl der positiv auf Corona getesteten Schüler im Winter einen neuen Höhepunkt erreichen wird. Unter diesen Umständen sei es nicht sinnvoll, die Kinder in die Schule zu schicken. Gerade zum Weihnachtsfest würden viele Familien zusammenkommen - mit entsprechender Ansteckungsgefahr.

    "Ich glaube, es ist besser, die Weihnachtsferien um 2-3 Wochen zu verlängern und entsprechend dann Pfingsten und die Sommerferien zu kürzen." Stephan Pilsinger, CSU

    Eine Idee, über die man nachdenken sollte, findet auch Susanne Arndt von der Landes-Eltern-Vereinigung der Gymnasien in Bayern: "Der Vorschlag wäre für den 'worst case'. Bevor wir Schulschließungen haben, ist es besser, man hat planbar länger Ferien, so dass die Eltern sich darauf einstellen können."

    Söder gegen Ferienverlängerung an Weihnachten

    Bei Ministerpräsident Markus Söder stößt der Vorschlag der Ferienverlängerung jedoch auf wenig Gegenliebe. Es sei jetzt nicht die richtige Zeit, um über so etwas zu diskutieren, betont Bayerns Ministerpräsident.

    "Wir reden jetzt darüber, wie wir Unterricht gestalten können. Die Zeit ist nicht einfach, man wird in den kommenden Wochen und Monaten schauen, wie es weitergeht. Schule ist schon anstrengend genug. Da ist es jetzt jedenfalls nicht die Zeit über Ferienverlängerungen zu reden und damit mit zusätzlichen Dingen für Verunsicherung zu sorgen." Ministerpräsident Markus Söder

    Lehrerverband fordert bessere Lüftung

    Mehr Investitionen, um eine gute Lüftung zu gewährleisten, fordert indes Jürgen Böhm vom Bayerischen Realschullehrerverband. Er sieht Kohlendioxid-Ampeln als gutes Mittel, um zu signalisieren, wann es in den Klassenräumen Zeit ist, die Fenster aufzumachen.

    Die Befürchtung, dass sich durch häufiges kurzes Lüften die Schüler leichter erkälten, hält der Bayerische Elternverband für übertrieben. Empfindliche Kinder sollten sich entsprechend anziehen. Eine Verschiebung von Ferienzeiten ist nach Meinung des Bayerischen Elternverbands demnach nicht sinnvoll.

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