Ferdinand Schwartz auf der Nürnberger Bergbühne

Der Nürnberger, der Coldplay begleitete. Vier Jahre ist es her, dass sich Ferdinand Schwartz diesen Nebensatz verdient hat.

Bildrechte: BR/Sandra Lohse
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    Ferdinand Schwartz: Vom Coldplay-Cover zum eigenen Konzert

    Ferdinand Schwartz: Vom Coldplay-Cover zum eigenen Konzert

    "Der Nürnberger, der die britische Band Coldplay begleitete." Vier Jahre ist es her, dass Ferdinand Schwartz mit einem Spontanauftritt vor 70.000 Zuschauern zum Internet-Hit wurde. Jetzt trat er erstmals mit eigener, großer Show in Nürnberg auf.

    Kurz vor Konzertbeginn wird es ruhig. Vor der Bergbühne am Nürnberger Flughafen dröhnt das Intro zum Publikum. Hinter der Bühne sind alle konzentriert. "Ist er ready?", fragt ein Bandmitglied. Daumen hoch. Ferdinand Schwartz, der Star des Abends, ist "ready". Er schnappt sich noch einmal seine Gitarre, spielt ein paar Takte an und murmelt dazu ins Mikrophon, das für ihn bereit steht. Dann wird aus der Konzentration Motivation: Ferdinand und seine Band klatschen noch einmal ein, sprechen sich ein paar Worte zu, bis einer nach dem anderen die letzten Treppenstufen hoch zur Bühne nimmt.

    Ferdinands Aufritt wird zum Internethit

    Das erste eigene Programm, jedoch bei weitem nicht die erste Bühnenerfahrung: 2017 hielt der damals 19-jährige Ferdinand Schwartz bei einem Coldplay-Konzert ein Schild in die Höhe mit der Aufschrift "Can I play 'Everglow' for you?" (Deutsch: "Kann ich für dich 'Everglow spielen"). Coldplay-Frontmann Chris Martin holte ihn kurzerhand auf die Bühne und Ferdinand performte den Song fehlerfrei vor 70.000 Zuschauern.

    Millionenfach wird das Video innerhalb von wenigen Tagen auf Youtube aufgerufen. Noch heute ist Ferdinand, der "der mit Coldplay spielte". Der 23-Jährige sieht es als Kompliment mit Coldplay in Verbindung gebracht zu werden, fügt aber hinzu: "Man versucht es ein bisschen zu trennen und zu sagen: Ich hab jetzt auch mein Solo-Projekt, ich hab meine eigene Musik und bin nicht so ein Typ, der einmal einen viralen Hit hat."

    Seine Musik: Eine Mischung aus Pop, Indie und Folk

    Kurz nach dem Auftritt mit Coldplay dreht Ferdinand ein Musikvideo zum Song 'Everglow' auf dem Nürnberger Dutzendteich. Eine Mischung aus gecoverten Songs, aber vor allem eigene Songs spielt Ferdinand gemeinsam mit seiner Band auch an diesem Abend. "Internationaler Pop mit ein bisschen Indie und ein bisschen Folk", beschreibt Ferdinand seine Musik. Vor der Bergbühne sitzt das Publikum auf Bierbänken. Die Plätze sind gut gefüllt. Ferdinand versucht auch seine eigenen Songs unter das Publikum zu bringen, fordert zum Mitsingen und Klatschen auf, wiederholt einzelne Passagen. Nach knapp einer halben Stunde hat er es dann geschafft: Die ersten Reihen stehen von ihren Plätzen auf und tanzen zu seinen Songs.

    Das erste Konzert in der Heimatstadt

    Dass Ferdinand Schwartz sein erstes Headline-Programm zuhause in Nürnberg spielt, bedeutet ihm viel. Trotzdem ist es eine besondere Herausforderung für ihn, vor Freunden und Familie zu spielen: "Die haben natürlich auch gewisse Ansprüche, weil sie wissen wie viel Arbeit drinsteckt und dann muss man auch liefern", sagt Ferdinand. Seine Freunde im Publikum zweifeln da weniger an seinem Erfolg: "Der wird so groß, dass er irgendwann mit Coldplay zusammen auf der Bühne steht. Ich trau dem das zu, der schafft das."

    Ferdinand auf der Bühne: Gesang, Gitarre und Klavier

    Ferdinands Ziele für den Abend sind da tiefer gesteckt: "Ich hoffe, dass die Leute rausgehen und sagen: das war einfach ein schöner, erfüllender Abend." Zwei Attribute, die auch seine eigenen Sounds ganz gut beschreiben. Seine Musik klingt freundlich, erfüllend - fast so, wie beim Vorbild Coldplay eben. Während dem Konzert wechselt er zwischen Gesang, Gitarre und Klavier. Trinkt zwischendrin einen Cocktail mit dem Publikum, als hätte er noch nie etwas anderes gemacht.

    Das nächste Ziel: ein eigenes Album

    Nach dem Coldplay-Auftritt vor vier Jahren begann Ferdinand ein Jazz-Klavier-Studium in Köln, merkte jedoch schnell, dass er eigene Musik machen möchte. Im Moment schreibt er an Songs für sein erstes eigenes Album, das im Spätsommer 2022 erscheinen soll. "Ich glaub wir wären ready für größere Sachen, aber ich bin auch ein Fan davon, dass alles einfach organisch kommt. Ich werde jetzt nicht bei einer Casting-Show mitmachen, um das irgendwie zu beschleunigen", sagt Ferdinand Schwartz.

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