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Fendt: Vom Dieselross zur Premium-Traktoren-Marke | BR24

© BR/Margit Siller

Die Marke Fendt kennt wohl jeder: Alles begann im Jahr 1930 mit dem "Dieselross", einem Kleinschlepper mit nur 6 PS. Seit 1997 gehört Fendt zum US-Landmaschinenkonzern AGCO. Geschadet hat das der Traktorenschmiede aber nicht, im Gegenteil.

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Fendt: Vom Dieselross zur Premium-Traktoren-Marke

Die Marke Fendt kennt wohl jeder: Alles begann im Jahr 1930 mit dem "Dieselross", einem Kleinschlepper mit nur 6 PS. Seit 1997 gehört Fendt zum US-Landmaschinenkonzern AGCO. Geschadet hat das der Traktorenschmiede aber nicht, ganz im Gegenteil.

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Von
  • Margit Siller

Von den fast 19.000 Traktoren, die Fendt jedes Jahr im Allgäu produziert, gehen gut 68 Prozent in den Export. Deshalb kommen die meisten Gäste in Marktoberdorf fast immer aus dem Ausland, aus Frankreich, Osteuropa und Südamerika. Heute ist das wegen Corona anders, die Pressekonferenz wird weltweit online übertragen. Die deutschen Fachjournalisten vor Ort bekommen am Vormittag allerdings einen neuen Traktor zu sehen: den neuen 200 Vario.

Neuheiten-Präsentation in Marktoberdorf

Der Standardtraktor, der bislang zwischen 77 und 111 PS zu haben war, ist der kleinste Fendt-Schlepper. Eingesetzt wird er nicht nur beim Ackerbau und im Grünland, sondern auch von Kommunen im Winterdienst, im alpinen Gelände, auf Weingütern und beim Obst- und Gemüseanbau. Verbessert wurde vor allem die Spurführung. Außerdem kann der Schlepper gesammelte Daten mit dem Büro austauschen und von dort wieder Aufträge entgegennehmen. Der kompakte 200er Vario wird im Allgäu in hohen Stückzahlen produziert und wurde jetzt überarbeitet.

Deutscher Manager an der Spitze

Seit 1997 gehört Fendt zum US-Landmaschinenkonzern AGCO. Dessen Aktien werden an der New Yorker Börse gehandelt, genau wie die des schärfsten Konkurrenten John Deere. Seit 2004 saß der Deutsche Martin Richenhagen im Chefsessel von AGCO, damit war er auch Aufsichtsratsvorsitzender in Marktoberdorf. Der 68-Jährige ist damit einer der wenigen deutschen Manager, die es an die Spitze eines US-Konzerns geschafft haben.

Fendt wird zur internationalen Premium-Marke

Unter Richenhagen wurde Fendt als internationale Premium-Marke aufgebaut; nicht nur für Traktoren bis zur höchsten Leistungsklasse mit 517 PS, sondern auch für andere Landmaschinen wie Mähdrescher, Ballenpressen, Spritzen und Feldhäcksler. Für Martin Richenhagen ist es am heutigen Mittwoch der letzte offizielle Besuch im Allgäu; er räumt seinen Platz für den Amerikaner Eric Hansotia.

Vier Fendt-Standorte in Bayern

Mit Investitionen von insgesamt rund 500 Millionen US-Dollar hat AGCO die sechs Standorte in Deutschland modernisiert und ausgebaut, vier davon liegen in Bayern: Marktoberdorf, Asbach-Bäumenheim, Waldstetten und Feucht. Insgesamt beschäftigt AGCO in Deutschland knapp 6.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Allein am Standort Marktoberdorf sind knapp 3.900 Menschen beschäftigt.

Auch für den neuen Fendt-Chef Christoph Gröblinghoff ist es der erste größere offizielle Auftritt vor den Medien. Er übernahm das Steuer bei Fendt am 1. Januar, weil sich Peter-Josef Paffen in den Ruhestand verabschiedete.

Coronavirus bremst auch Traktorenhersteller

Das Coronavirus hat nicht nur den Messekalender durcheinandergebracht, sondern auch einige Wochen lang die Produktion belastet. Es kam zu Ausfällen, weil wichtige Lieferungen aus Italien betroffen waren. Deshalb wurde die Rekordmarke von 19.000 Traktoren in Marktoberdorf in diesem Jahr nicht geknackt; aber die Stimmung bei den wichtigsten Kunden – Großbetriebe, Maschinenringe und Lohnunternehmen, die war schon mal schlechter.

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