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Feiern, Wellness, Masken: Bayern lockert Corona-Regeln deutlich | BR24

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Ministerpräsident Markus Söder hat heute auf der Pressekonferenz neue Lockerungen im Kampf gegen die Corona-Pandemie bekanntgegeben. Die wichtigsten Aussagen.

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Feiern, Wellness, Masken: Bayern lockert Corona-Regeln deutlich

Bayern macht in der Corona-Krise weiter auf: Das Kabinett hat grünes Licht für private Feiern gegeben und Erleichterungen für Handel, Gastronomie, Tourismus und Kultur beschlossen. Ein Überblick.

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In seiner ersten Sitzung nach drei Wochen Pause hat sich das bayerische Kabinett auf eine ganze Reihe weiterer Erleichterungen bei den Corona-Regeln verständigt. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) begründete die geplanten Lockerungen damit, dass sich die Zahl der Corona-Infektionen in Bayern positiv entwickelt habe und der Freistaat "stabil" dastehe.

Deswegen sei es mehr als gerechtfertigt, die Corona-Regeln weiter zu erleichtern. Es gehe nun auch darum, die privaten Lebensumstände der Bayern zu verbessern. Der seit Mitte März geltende Katastrophenfall wird am Mittwoch aufgehoben.

Söder betonte aber, Corona sei noch lange nicht besiegt - Vorsicht sei weiterhin das oberste Gebot. Bayern lehnt es daher ab, die Kontaktbeschränkungen - wie in Thüringen - ganz aufzuheben. Die wichtigsten Beschlüsse:

Bis zu zehn Menschen dürfen sich treffen

Die ersten Lockerungen gelten schon ab Mittwoch: Dann dürfen sich im öffentlichen Raum bis zu zehn Personen aus unterschiedlichen Haushalten treffen. Bisher waren Treffen nur mit Angehörigen des eigenen Haushalts, direkten Familienangehörigen und Personen eines weiteren Haushalts erlaubt.

In privaten Räumen und Gärten gibt es dann gar keine grundsätzliche Beschränkung auf einen bestimmten Personenkreis oder eine bestimmte Anzahl von Menschen mehr. Stattdessen soll laut Staatskanzlei die Personenzahl "unter Berücksichtigung der allgemeinen Grundsätze (Mindestabstand) begrenzt" werden. In geschlossenen Räumen soll zudem für ausreichend Belüftung gesorgt werden.

Private Feiern mit bis zu 100 Personen im Freien erlaubt

Das Verbot großer Veranstaltungen bleibt weiterhin bestehen, kleinere Versammlungen - im eher privaten Rahmen - werden von kommenden Montag an aber wieder erlaubt: insbesondere Hochzeiten, Beerdigungen, Geburtstags- und Schulabschlussfeiern sowie Vereinssitzungen und Betriebsversammlungen. Daran dürfen im Innenbereich bis zu 50 Menschen teilnehmen, im Freien bis zu 100. Für Juli stellte Ministerpräsident Söder eine Verdoppelung dieser Zahlen in Aussicht.

Konkret gilt die Regelung für "üblicherweise nicht für ein beliebiges Publikum angebotene oder aufgrund ihres persönlichen Zuschnitts nur von einem absehbaren Teilnehmerkreis besuchte Veranstaltungen", wie es in der Pressemitteilung der Staatsregierung heißt.

Mehr Besucher für Theater, Kino und Konzerte

Gleichzeitig wird die maximale Besucherzahl von Konzerten, Kino- und Theatervorführungen ab Montag erhöht: Veranstaltungen im Kunst- und Kulturbereich werden mit zugewiesenen und gekennzeichneten Sitzplätzen mit bis zu 100 Besuchern in Innenräumen und mit bis zu 200 Besuchern im Freien möglich sein. Das sind jeweils doppelt so viele wie bisher. Die Pflicht zum Tragen einer Maske gelte aber unverändert, heißt es aus der Staatskanzlei.

Laienchöre dürfen wieder proben

Laienchöre dürfen sich von kommendem Montag an wieder zum Proben treffen. Allerdings müssen die Sängerinnen und Sänger einen Mindestabstand von zwei Metern einhalten, regelmäßig lüften und die Dauer ihrer Probe begrenzen.

Mehr Besucher in Gottesdiensten

An öffentlich zugänglichen Gottesdiensten dürfen von nächster Woche an etwas mehr Menschen teilnehmen als bisher: Der vorgeschriebene Mindestabstand zwischen Besuchern von Kirchen, Synagogen und Moscheen wird von 2 Metern auf 1,5 Meter verringert.

Erleichterungen für den Einzelhandel

Ebenfalls ab Montag gelten weitere Erleichterungen für den Einzelhandel: Die Mindestquadratmeterzahl pro Kunde wird von 20 auf 10 Quadratmeter halbiert. Das bedeutet, dass in den Geschäften dann doppelt so viele Menschen einkaufen können. Dies soll auch für Freizeit- und Kultureinrichtungen gelten, zum Beispiel Zoos und Museen.

Keine Mundschutzpflicht für Verkäufer hinter Plexiglas

Das Personal in Theken- oder Kassenbereichen muss ab Montag auch keinen Mundschutz mehr tragen, wenn es durch Plexiglas-Scheiben geschützt ist.

An der grundsätzlichen Pflicht, an bestimmten Orten eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen, wird laut Ministerpräsident Söder aber vorerst nicht gerüttelt. "Klare Botschaft: Nein", betonte er. Dort, wo "Social Distancing" nicht möglich sei, bleibe die Maske die einzige Schutz-Möglichkeit.

Die Maskenpflicht gilt unter anderem in öffentlichen Verkehrsmitteln, Geschäften, Museen, bei Kulturveranstaltungen sowie in der Gastronomie, sobald man nicht am Tisch sitzt.

Wirtshäuser dürfen länger öffnen

Eine Stunde länger dürfen ab Montag Restaurants und Biergärten abends öffnen: Laut Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) dürfen sie dann bis 23 Uhr Gäste bewirten.

Schankwirtschaften wie Bars und Kneipen müssen vorerst weiter geschlossen bleiben. Aiwanger stellte eine Lösung bis Anfang Juli in Aussicht, Ministerpräsident Söder dämpfte allerdings entsprechende Erwartungen postwendend: In Kneipen sei es schwierig, Abstände einzuhalten.

Hallenbäder und Saunen dürfen wieder starten

Auch für die Reise- und Freizeitbranche beschloss das Kabinett Lockerungen: Hallenbäder sowie die Innenbereiche von Thermen und Hotelschwimmbädern einschließlich der Wellness- und Saunaangebote dürfen dann wieder geöffnet werden. Zudem kündigte Aiwanger an, dass auf Campingplätzen wieder gemeinsame Sanitärbereiche genutzt werden dürfen. Dies gebe vielen Anlagen wieder eine wirtschaftliche Perspektive.

Gruppenreisen werden erlaubt

Deutliche Erleichterungen kommen zudem für die Reisebusunternehmen. Dort fällt ab Montag der Mindestabstand von 1,5 Metern weg, wenn Masken getragen werden. Somit können alle Plätze wieder besetzt werden. Zudem werden Gruppenreisen wieder erlaubt.

Mehr Menschen beim Sport

Im Sportbereich darf am Montag der Lehrgangsbetrieb wieder gestartet werden. Darüber hinaus dürfen unter bestimmten Voraussetzungen mehr Menschen als bisher gemeinsam sporteln: Die bislang geltenden Obergrenzen für den Outdoor- und Indoor-Sport (bisher 20 Personen) werden laut Staatskanzlei aufgehoben.

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Feiern, Wellness, Masken: Bayern lockert die Corona-Regeln deutlich. Gehen die Maßnahmen zu weit - oder sind sie genau richtig? Die Meinungen auf der Straße sind geteilt.

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