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Feiern unter Vorbehalt: Feste in Bayern wieder möglich | BR24

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Die neuen Regelungen zur Kontaktbeschränkung sollten Wirtschaft und Gesellschaft entlasten. Doch auch wenn Hochzeiten mit bis zu 50 Gästen wieder stattfinden dürfen, ziehen viele immer noch ihre Reservierungen zurück.

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Feiern unter Vorbehalt: Feste in Bayern wieder möglich

Ab Montag sind Veranstaltungen mit 50 Personen im Innen- und 100 Menschen im Außenbereich wieder erlaubt. Hochzeiten, Jubiläen und Geburtstage sind aber an strenge Auflagen gebunden, die Betreiber von Event-Locations vor Herausforderungen stellen.

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Im Schlossbauernhof zu Stolzenroth im oberfränkischen Pommersfelden laufen die Vorbereitungen: Tische rücken und Abstand vergrößern, damit wieder gefeiert werden darf. Die Veranstalter müssen viel beachten, wenn sie eine Hochzeit oder ein Jubiläum ausrichten und das bereitet Besitzerin Sonja Schuster-Muschiol Kopfzerbrechen.

Schlechtes Wetter kann Betreiber in die Bredouille bringen

Normalerweise hat sie hier Gruppen von bis zu 120 Personen. Jetzt dürfen sich maximal 50 Menschen im Innenbereich aufhalten. Das ist weniger als die Hälfte. Auch wenn der Außenbereich mit 100 Personen geöffnet werden darf, ist das ein Problem. Denn wenn es regnet, müsse sie die Gäste reinholen. Und dann wären es zu viele.

"Ich kann eine Hochzeitsgesellschaft ja nicht im Regen stehen lassen." Sonja Schuster-Muschiol, Schlossbauernhof zu Stolzenroth

Viele Hochzeitspaare sind unentschlossen

Viele ihrer Kunden rufen bei ihr an und sind ratlos. Was sollen sie jetzt machen? Die Hochzeitsgesellschaft verkleinern, aber wen ausladen? Ein Dilemma, das für Sonja Schuster-Muschiol dazu führt, dass viele Paare lieber nicht feiern wollen. Obwohl es ab Montag wieder erlaubt wäre. Hinzu kommt: Nicht nur die Anzahl der Gäste ist begrenzt, es gelten auch bei der Feier Abstands- und Hygieneregeln.

"Die Paare sind entsetzt, keiner möchte mit Maske rumlaufen an seiner eigenen Hochzeit. Auch wenn es 50-Personen-Gruppen sind, gehören die ja häufig einer Familie an oder kennen sich sehr gut. Der Kontakt ist ja sowieso auch zu Hause ohne Maske möglich. Das sind ja keine wildfremden Leute, die sich da auf einem Familienfest begegnen. Die Menschen verstehen nicht, wieso sie dann bei einem Fest eine Maske tragen müssen." Sonja Schuster-Muschiol

Absagen über Absagen

Die meisten ihrer Kunden können sich eine Feier unter diesen Bedingungen nicht vorstellen, sagt sie. Und so türmt sich in ihrem Büro der Stapel der Absagen. Rund 100 Feiern sind ihr in diesem Jahr schon weggebrochen.

Bayerisches Gastgewerbe begrüßt Lockerungen

Insgesamt seien die beschlossenen Lockerungen im Gastgewerbe aber zumindest ein Anfang. Immerhin hatten viele Gasthöfe und Restaurants fast drei Monate lang geschlossen und konnten keine Feiern anbieten. Diese seien aber eine wichtige wirtschaftliche Einnahmequalle für viele Gastronomen, kommentiert der Bayerische Hotel- und Gaststättenverband. Präsidentin Angela Inselkammer erklärt: "Angesichts der Entwicklung des Infektionsgeschehens der vergangenen Wochen sowie den Regelungen in anderen Ländern begrüßen wir diese Lockerungen als logische Schritte in die richtige Richtung, denen jedoch noch viele weitere folgen müssen."

Gastgewerbe fordert Nachbesserungen

Viele Kunden von Sonja Schuster-Muschiol zögern und wollen ihre Feier lieber auf kommendes Jahr verschieben. Die Besitzerin des Schlossbauernhofes in Pommersfelden ist sauer. Die Auflagen, unter denen Feste stattfinden könnten, seien einfach viel zu streng, vor allem im Vergleich zu anderen Branchen: "Ich verstehe nicht, warum man Fluggesellschaften erlaubt, ihre Flieger voll bis auf den letzten Platz zu belegen, ohne Abstand. Und bei uns, wir werden begrenzt." So sei ein lukratives Geschäft nicht möglich, sagt Sonja Schuster-Muschiol. Sie fordert: Die Staatsregierung müsse die Auflagen für Feiern und Events deutlich lockern und nachbessern. Sonst würden ihr und vielen ähnlichen Locations das wirtschaftliche Aus drohen.

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Morgen treten in Bayern weitere Lockerungen in Kraft. So dürfen sich unter anderem wieder bis zu zehn Menschen im öffentlichen Raum treffen. Im privaten Umfeld gibt es keine Beschränkungen mehr. Auch Familienfeiern bis 50 Personen sind erlaubt.