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Bildrechte: picture-alliance/ dpa | Patrick Seeger

Randale in Regensburg bei Feiern ohne Abstand

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Feiern ohne Abstand: Randale in der Regensburger Innenstadt

In Regensburg haben sich Hunderte zum Feiern getroffen. Die Polizei musste einschreiten. Einige der zum Teil erheblich Betrunkenen attackierten die Beamten. In anderen bayerischen Städten gab es ähnliche Bilder. Ebenso in Stuttgart und Hamburg.

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Von
  • Kathrin Unverdorben
  • BR24 Redaktion

Samstagabend in Regensburg: Etwa 500 Menschen rotteten sich in der Innenstadt zusammen. Sie blockierten Straßen, hielten Corona-Abstände nicht ein und attackierten Polizisten mit Flaschen. Ähnliche Bilder auch in anderen Städten.

Feiernde blockieren Straßen

In Regensburg konnte die Polizei die Lage erst in den frühen Morgenstunden unter Kontrolle bringen. Laut Polizei hatten gegen 23.15 Uhr rund 500 überwiegend junge Menschen, teils stark alkoholisiert, im Bereich Fischmarkt und Steinerne Brücke gefeiert.

Die Straße war durch zerbrochene Flaschen und Müll verunreinigt. Nachdem die Gruppe den Verkehr blockierte, hätte die Regensburger Verkehrsgesellschaft (RVV) gemeldet, dass die Busse am Fischmarkt nicht mehr durchkommen, so die Polizei. Der Verkehr dort kam zum Erliegen. Es wurden keine Masken getragen und keine Abstände eingehalten, heißt es.

Betrunkene werfen Flaschen

Als die Polizei versuchte, die Versammlung aufzulösen, verlagerte sich ein Teil auf den Neupfarrplatz. Dort kam es dann gegen 2 Uhr zu erheblicher Ruhestörung durch 250 teilweise stark Betrunkene. Sie warfen Blumenkübel, Flaschen und Müll auf den Boden. Mehrere griffen Polizisten mit Flaschen an. Jedoch wurden weder Beamte noch Fahrzeuge getroffen.

Polizistin bei Festnahme verletzt

Ein mutmaßlicher Flaschenwerfer konnte festgenommen werden. Der 19-Jährige mit Wohnsitz in Niederbayern leistete Widerstand, eine Polizeibeamtin wurde dabei an der Hand verletzt. Die Polizei Regensburg Süd ermittelt unter anderem wegen Landfriedensbruch, Widerstand gegen Polizeibeamte und versuchter gefährlicher Körperverletzung. Ein Sprecher der Polizei Regensburg verurteilte die Randale: "Das geht gar nicht und wir werden konsequent dagegen einschreiten." Jetzt gehe es darum, herauszufinden, ob sich in den Gruppen nur wenige "schwarze Schafe" strafbar gemacht haben könnten oder ob alle Personen in der Gruppe zusammenwirkten.

Nach Einschätzung des Sprechers waren Samstagnacht verschiedene Faktoren zusammengekommen: Die Feierlaune nach der langen Corona-Pause, das gute Wetter sowie angestauter Frust könnten zu den Randalen geführt haben, so der Sprecher. Die Polizei sei dann der Gegner für die Leute gewesen.

Schneise der Verwüstung in Weidener Innenstadt

Auch in Weiden in der Oberpfalz sind am Wochenende mehrere Jugendgruppen randalierend durch die Innenstadt gezogen. Wie die Polizei meldet, haben die circa 60 Jugendlichen "eine Schneise der Verwüstung" quer durchs Stadtgebiet hinterlassen. So wurden unter anderem mehrere Autospiegel abgetreten und eine Werbetafel beschädigt. An einem Parkdeck wurde eine Schranke aus der Verankerung gerissen. Der entstandene Sachschaden ist noch unklar.

Innenminister Herrmann: Das hat nichts mit Feiern zu tun

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann sagte im Interview mit dem Bayerischen Rundfunk: "Das hat weder mit Corona, noch mit irgendwelchen Feiern zu tun. Das ist reine Randale. Da ist die Polizei konsequent eingeschritten." Herrmann bedauert im Interview, dass die Respektlosigkeit und Gewaltbereitschaft gegenüber Polizisten zugenommen habe. Dass die Menschen nach dem langen Lockdown am ersten schönen Wochenende nach außen strömten und wieder das Leben genossen, dafür zeigte der Innenminister Verständnis. Das sei auch möglich, weil keine der 96 Städte und Landkreise eine Inzidenz von über 100 aufweise. Ausgangssperren gebe es kaum noch. "Es ist aber nach wie vor nicht möglich, an irgendeinem Platz weitere Besäufnisse abzuhalten." Die Menschen sollen die Lockerungen genießen, aber bei ihrem Verhalten weiterhin "ein Mindestmaß an Verstand, wenn man sich in der Öffentlichkeit bewegt, behalten."

Mehrere Polizeieinsätze auch in München

In München gab es in der Nacht zum Samstag gleich mehrere Einsätze der Polizei. Nach einem Flaschenwurf auf einen Streifenwagen kam es zu einem Tumult am Odeonsplatz. Mehrere "männliche Personen" wurden festgenommen.

Insgesamt sei in der Gegend zwischen Odeonsplatz und Universität um die Zeit herum sehr viel los gewesen. Im Bereich um die Akademie der Künste herum meldete die Polizei am Freitagabend, dass "über 100 Personen feierten, grölten und Alkohol tranken" - ohne die in Corona-Zeiten nach wie vor gebotenen Mindestabstände einzuhalten.

Anzeigen wegen Verstoß gegen Alkoholverbot

Neben dem Einsatz in der Nähe des Münchner Hofgartens hat es auch einen am Gärtnerplatz gegeben, meldete die Polizei. Dort bestand demnach die Gefahr, dass Corona-Auflagen nicht eingehalten werden können, weil sich dort so viele Leute versammelt hatten.

250 Leute seien es dort in der Spitze gewesen. Gegen ein Uhr in der Nacht zu Samstag sei der Platz geräumt worden. Einige Menschen wurden wegen Verstößen gegen das dort erlassene Alkoholverbot angezeigt.

Illegale Rave-Party in Hamburg

Doch es kam nicht nur in Bayern sondern auch im gesamten Bundesgebiet in mehreren Städten zu Polizeieinsätzen: In Hamburg hat die Polizei nach einer illegalen Rave-Party das Schanzenviertel geräumt und abgeriegelt. Nach dpa-Angaben hatten sich in einem Park rund 1.300 Menschen zu einer Feier eingefunden.

Weil dabei von einer Großzahl der Menschen gegen die Abstände und Maskenpflicht aufgrund der Corona-Schutzordnung verstoßen wurde, wurde die Party aufgelöst. Daraufhin strömten die Menschen ins Schanzenviertel und feierten dort weiter. Als die Polizei auch dort gegen die Feiernden durchgriff, kam es zu Flaschenwürfen auf die Beamten.

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In einigen Städten gab es gestern abend Straßenfeiern mit zahlreichen Verstößen gegen das Infektionsschutz-Gesetz. Bei einem Fest in Hamburg mit bis zu 5.000 Teilnehmern kam es ebenfalls zu Ausschreitungen.

Verletzte Polizisten in Stuttgart

In Stuttgart wurden bei einem Einsatz mehrere Polizeibeamte verletzt. Am Samstagabend versammelten sich trotz des in der Corona-Schutzverordnung festgelegten Alkoholverbots an zahlreichen öffentlichen Plätzen mehrere Menschengruppen in der Innenstadt, wie das Polizeipräsidium Stuttgart mitteilte. Gegen Mitternacht sei die Stimmung zunehmend aggressiv geworden.

Flaschen wurden in Richtung der Einsatzkräfte geworfen, woraufhin der Einsatzleiter die Räumung der Freitreppe am Schlossplatz anordnete. Dabei kam es zu weiteren Flaschenwürfen, Auseinandersetzungen und massiven Beleidigungen. Die Polizei setzte Pfefferspray ein. Sechs Tatverdächtige wurden vorläufig festgenommen, sie kamen später wieder auf freien Fuß. Fünf Beamte erlitten Verletzungen.

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